Prozess gegen Autofahrer

29. März 2019 04:48; Akt: 29.03.2019 08:26 Print

Larissa (26) ist schon sein zweites Opfer

von D. Pomper - Larissa Caviezel starb mit 26 Jahren, weil ein Autofahrer bekifft beim Überholen frontal mit ihr kollidierte. Ihm war zuvor viermal der Ausweis entzogen worden.

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Am Dienstag findet im Bezirksgericht Imboden in Domat/Ems der Prozess gegen den Mann statt, der die Tochter von Anita und Heinz Caviezel auf dem Gewissen hat. Die damals 26-jährige Larissa Caviezel war am 18. Januar 2017 am frühen Morgen mit dem Roller von Domat/Ems nach Chur unterwegs, als ein Autofahrer bei einem Überholmanöver frontal mit ihr zusammenprallte. Die junge Köchin wurde 43 Meter entgegen ihrer Fahrtrichtung auf die Fahrbahn geschleudert und erlag ihren Verletzungen.

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Laut Anklageschrift war der damals 39-Jährige P. F.* mit 115 km/h statt der geltenden 80 km/h unterwegs. Er hatte eine THC-Konzentration im Blut, die «deutlich über der kritischen Grenze» lag. F. hatte am Vorabend einen Joint geraucht.

Billett wurde mehrfach entzogen

Die Anklage lautet auf eventualvorsätzliche Tötung. Es wird eine Freiheitsstrafe von über fünf Jahren beantragt. «Ich hoffe, dass der Mann hart bestraft wird. Ein Fahrzeug in seinen Händen ist eine Waffe», sagt Heinz Caviezel. Er sagt: «Der Unfall hätte verhindert werden können, wäre ihm der Fahrausweis nicht wieder ausgehändigt worden.»

F. musste nämlich viermal sein Billett abgeben. Seit 1997 verursachte der Italiener drei Verkehrsunfälle und einen Beinaheunfall, für die er verurteilt wurde. Bei einem der Unfälle verstarb eine Person. Mehrere wurden verletzt.

Behördenversagen

Caviezel spricht von einem Behördenversagen: «Wie ist es möglich, dass ein Mann mit einer solchen Vorgeschichte noch Auto fahren durfte? Eine solche Person gehört nicht auf die Strasse.»

Der zweifache Vater erinnert sich an seine Tochter. «Wir hatten eine sehr enge Beziehung.» Larissa sei eine lustige, fröhliche Person gewesen mit einem grossen Herzen. Es sei unmöglich gewesen, sich mit ihr zu streiten. Gemeinsam hätten sie Töffferien gemacht. Seit ihrem Tod sei für ihn und seine Familie die Welt zusammengebrochen. «Es schmerzt so sehr. Ich funktioniere nur noch.»