Promille-Messgerät

09. Juli 2014 11:01; Akt: 09.07.2014 15:30 Print

Laser entlarvt betrunkene Fahrer aus der Ferne

Wie bei der Radarmessung sollen betrunkene Autofahrer bald mit dem Lasergerät erkannt und aus dem Verkehr gezogen werden. Forscher haben ein entsprechendes Gerät entwickelt.

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Mit einem Laser-Gerät soll künftig nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch der Alkoholeinfluss des Fahrers gemessen werden können. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Radarfallen sind das Ärgernis unzähliger Autofahrer. Schon von weitem merken die Geräte, wer zu schnell fährt und blitzen ohne Gnade drauflos. Doch nicht nur die Geschwindigkeit ist eine der häufigsten Ursachen von Autounfällen. Auch Alkohol spielt in sehr vielen Fällen eine Rolle. Im Jahr 2013 gab es in der Schweiz laut dem Bundesamt für Strassen insgesamt 17'473 Unfälle mit Personenschäden, 1'691 davon hatten Alkohol als Ursache.

Um Verkehrssünder zu überführen, die zu tief ins Glas geschaut haben, bleibt der Polizei nichts anderes übrig, als punktuelle Kontrollen durchzuführen und sie ins Röhrchen blasen zu lassen. Doch jetzt könnte sich die Verfolgung von Blaufahrern revolutionieren: Forscher der Military University of Technology in Warschau haben ein Gerät entwickelt, das alkoholisierte Lenker bereits aus der Distanz erkennt, um sie dann aus dem Verkehr ziehen zu können.

Je mehr Alkoholkonzentration, desto mehr Strahlung

Das Gerät ist mit einem Infrarot-Laser ausgestattet und funktioniert ähnlich wie eine Radarfalle, schreibt die «Aargauer Zeitung». «Wenn Alkohol im Auto ausgeatmet wird, absorbiert dieser die Strahlung. Wenn kein Alkohol vorhanden ist, gibt es keine Absorption», erklärt Studienleiter Jaroslaw Mlynczak. Je höher also die Alkoholkonzentration sei, desto mehr Strahlung werde absorbiert. «So können wir anhand der Strahlung die Alkoholkonzentration im Auto messen.»

Das System sei für die Polizei bereits einsatztauglich, sagt Mlynczak. Die Forscher haben das Gerät in der Praxis getestet, indem sie in einem Testfahrzeug Ethanol ausströmen liessen und die Laserkamera darauf richteten. Fazit: Das Gerät erkannte den Alkohol bereits ab einer Konzentration von 0,1 Promille und konnte sie bis auf ein Zehntelpromille genau bestimmen.

Für Polizeikontrollen könnte das eine Revolution bedeuten. So können alkoholisierte Autofahrer aus der Ferne erkannt werden und aus dem Verkehr gezogen werden. Mit einem herkömmlichen Promille-Messgerät kann anschliessend geprüft werden, ob sich der Lenker des Autos tatsächlich schuldig gemacht hat oder ob der gemessene Alkohol von einem allfälligen Beifahrer stammt.

Ob das Gerät in der Schweiz zum Einsatz kommt, wird sich noch zeigen. «Wir werden die Forschung des Geräts beobachten, doch ist die Studie in der Anfangsphase und wir warten genaue Resultate ab», so Roland Stämpfli vom Schweizer Kompetenzzentrum für Polizei-Technik. Zudem funktioniere das Gerät bisher nur unter Laborbedingungen. «In einem zweiten Schritt muss man dann schauen, unter welchen Bedingungen solche Geräte eingesetzt werden können», so Stämpfli weiter.

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Diego am 09.07.2014 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Heutige Polizei

    Und wie wäre es, wenn sich die Polizei mal mehr um Verbrecherjagd kümmern würde. Will man bei der Kapo Aargau als Bürger eine Anzeige platzieren, ist nicht vor 09:00 offen, aber blitzen können sie schon vor 8 Uhr. Ich meine, die Polizei sollte sich wieder mal heftig ihre Daseinsberechtigung, den Grund für ihre Existenz überlegen. Ich meine die Polizei liegt heute falsch - ist sicher kein Freund und Helfer mehr. Nur noch Handlanger des Staates, der immer mehr seine Bürger knüttelt.

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  • Roger Hässig am 09.07.2014 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    super

    Es ist schon erstaunlich was alles erfunden wird um die eigene Bevölkerung wegen allem dranzukriegen. Aber immer mehr religiöse Extremisten ins Land zu lassen, oder Kriminelle nicht auszuweisen die die innere Sicherheit gefährden ; das geht dann? Es ist Zeit dass Volksvertreter gewählt werden die nur Schweizer Interessen vertreten. Besser ein das Geld in den Grenzschutz investieren statt in solche Geräte!

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  • M.M. am 09.07.2014 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Lüftung?

    In Zukunft fahren Betrunkene mit Jacke und offenem Fenster nach Hause.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 09.07.2014 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Laser

    Es sei gefährlich mit Lasern auf Menschen zu zielen. Aber die Herren Ordnungshüter dürfen beliebig damit auf Automobilisten zielen. Unfall durch Laserblendung vorprogrammiert. Der besoffene sieht sogar doppelt! Der geblendete nichts. Welcher ist gefährlicher?

  • S.lutz am 09.07.2014 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prinzipiell gut, Aber

    bald wird dieses gerät mit einem Blitzer gekoppelt, Wetten?

  • Peter Balmer am 09.07.2014 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Garantiert wird ein Gesetz kommen, welches mit offenen Fenster fahren verbietet. Cabriolets werden auch verboten. Motoradfahrer müssen immer mit geschlossenem Visier fahren. Wo sind wir angekommen mit diesen Vögten in der FREIEN??? Schweiz? Wehren wir uns endlich gegen diese Bevormundung!!!!!!!!!!!!

  • Elena am 09.07.2014 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fenster??

    Und was ist wenn man bei der Fahrt die Fenster geöffnet hat??

  • A.S. am 09.07.2014 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genervt

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil :"Mit einem herkömmlichen Promillessgerät kann danach festgestellt werden, ob sich der Fahrer Tatsächlich schuldig gemacht hat, oder der Beifahrer getrunken hat". So in etwa stehts im Text. LESEN, DANN KOMMENTIEREN!!!!