Lawine verschüttet Tourengänger

28. April 2019 09:49; Akt: 28.04.2019 15:48 Print

Die Opfer galten als sehr erfahren

Bei einem Lawinenniedergang im Fieschertal VS wurden am Freitag vier deutsche Skitourengänger verschüttet. Sie waren Mitglied des Deutschen Alpenvereins.

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Die vier Personen, die am Samstagnachmittag im Fieschertal nur noch tot geborgen werden konnten, galten als erfahrene Tourengänger. Wie die «Rheinische Post» schreibt, waren die vier Mitlieder des Deutschen Alpenvereins. Sie stammten aus der Sektion Düsseldorf.

Die Gruppe aus Deutschland brach am Freitag, 26. April gegen 9 Uhr von der Finsteraarhornhütte über die Grünhornlücke mit Ziel Konkordia Hütte auf.

Reinhard Bittel von der Bergrettung Goms war bei der Rettungsaktion dabei. «Die Gruppe hat am Donnerstagabend in der Finsteraarhornhütte übernachtet», sagt er. Am Freitag hätten sie zur Konkordiahütte gewollt. «Dort kamen sie allerdings nicht an. Im Gebiet der Grünhornlücke wurden sie von einer Lawine, die seitlich vom Berg abging, überrollt. Die Gruppe hatte keine Chance.»

Rettungsflug ohne Ergebnis

«Wären nicht alle vier verschüttet worden, hätte vielleicht jemand noch Alarm schlagen können», sagt Bittel. Bereits am Freitagabend sei ein Suchflug durchgeführt worden, nachdem der Hüttenwart die Rettung alarmiert habe. «Der Flug blieb allerdings ergebnislos.»

Am Samstagmorgen hätten sich die Retter wieder zusammengefunden. «Wegen dem schlechten Wetter konnten wir aber erst um halb zwei Uhr mit der Suche beginnen. Unterhalb der Grünhornlücke stiessen wir dann auf die Verschütteten», so Bittel. Sie seien bis zu drei Meter tief unter dem Schnee gelegen. Es seien acht Personen von der Bergrettung und zwei Helikoptermannschaften involviert gewesen.

Identifizierung der Opfer ist im Gange

Involviert waren Einsatzkräfte der Rettungsstation Goms und der Air Zermatt. Gefunden wurden die Verschütteten mittels Lawinenverschütteten-Suchgerät zwischen der Grünhornlücke und der Konkordiahütte, auf einer Höhe von 3110 m. ü. Meer. Die vier Skitourengänger konnten nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden.

Laut dem «Walliser Boten» seien am Morgen des Lawinenniedergang 40 Zentimeter Neuschnee gefallen – eine Situation, die viel Erfahrung voraussetze. Die Lawinengefahr sei als «erheblich» eingestuft worden. Es soll sich bei den Verunglückten um erfahrene Berggänger gehandelt haben.

Die Identifizierung der Opfer ist im Gange. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Insgesamt kamen damit laut Angaben des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in den Schweizer Bergen in diesem Winter bereits 19 Menschen bei Lawinenunglücken ums Leben.

(maz/dmo/sda)