Hooligan-Problem

10. Juli 2011 07:32; Akt: 10.07.2011 11:44 Print

Lebenslanges Stadionverbot für Hools

Für die Schweizer Hooligans zieht sich die Schlinge weiter zu. Städte verlangen jetzt Rayonverbote, die im ganzen Land gültig sind. Zudem fordert YB-Trainer Christian Gross lebenslange Strafen.

storybild

Solche Szenen sollen in Zukunft möglichst verhindert werden. Deshalb fordern die Städte härtere Massnahmen gegen Hooligans. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Kurz vor dem Beginn der neuen Fussballsaison sollen die Schrauben im Kampf gegen die Hooligan-Gewalt angezogen werden. Der stadtbernische Polizeidirektor Reto Nause fordert in der «Zentralschweiz am Sonntag», dass Rayonverbote künftig in der gesamten Schweiz wirksam seien. «Alles andere nützt nichts, sonst macht man es den Hooligans zu einfach, die Stadionverbote zu umgehen.»

Unterstützt wird die Forderung auch aus Fussballkreisen. Mike Hauser, Sicherheitsbeauftragter des FC Luzern, begrüsst ein nationales Rayonverbot als eine «sehr gute Lösung».

Die Funktion des runden Tisches

Bisher ist auf eine nationale Lösung verzichtet worden, weil man «nicht zu viel ändern wollte», wie die Präsidentin der kantonalen Polizeidirektoren, Karin Keller-Sutter, gegenüber der Zeitung sagt. Bei der nächsten Überprüfung des Hooligan-Konkordats könne dieses Anliegen aber aufgenommen werden.

Nach der Sommerpause ist ein weiterer Runder Tisch zwischen Polizei, Politik und Ligaverantwortlichen anberaumt. Bei dieser Gelegenheit will Keller-Sutter auch die Funktion des runden Tisches diskutieren. Er sei schliesslich nur eine Vernetzungsplattform ohne Entscheidbefugnis. Bereits am vergangenen Montag hatte die Justizdirektorin gegenüber 20 Minuten Online den Runden Tisch in Frage gestellt: «Wir müssen die Funktion des Runden Tisches überprüfen.» Und selbst der Koordinator des Gremiums, Pius Valier, sagte zu 20 Minuten Online: «Der Runde Tisch ist nur sinnvoll, wenn alle Partner mitmachen.»

Gross für lebenslanges Stadionverbot


Der neue YB-Trainer Christian Gross ist ebenfalls für Verschärfungen. In einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» fordert er ein lebenslanges Stadionverbot für Hooligans. Es dürfe für solche Personen keine zweite Chance geben: «Das Stadion ist da, um einen Fussballmatch anzuschauen. Gibt es Krawalle bei Pop-Konzerten? Nie! Das muss unser Ziel sein.»

Der Fussball werde missbraucht, um Aggressionen loszuwerden. Lösungsansätze im Kampf gegen Hooligans müssten neue Stadien, ein klares Sicherheitskkonzept und gute Fan-Beauftragte sein. «Es beginnt aber beim Pyro-Feuerwerk: Das stört mich extrem. Pyro gehört einfach nicht ins Stadion. Die Leute bekommen Angst und es können erst recht Aggressionen entstehen.»

(feb)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • empty()set am 14.07.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Gross!

    Endlich einmal ein Vertreter des Fussballs, der klar Stellung bezieht! Viele sagen nichts oder sind zu wenig konsequent. Deshalb ein grosses Barvo an den bravourösen Gross!

  • marcel finn am 11.07.2011 00:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe

    Weshalb glauben so viele diese Halbwahrheiten über Fussballfans? Wenn man wirklich interessiert ist an einer Lösung muss man sich intensiv damit befassen. Nicht nur Zeitung lesen sondern in Kontakt treten! Eine "Endlösung" kann es allerdings nie geben...

  • David K. am 10.07.2011 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Hooligans

    Wenn man als Trainer Hooligans und Pyro in einen Topf wirft hat man schon mal gar nichts verstanden! Wenn man sich dazu äussert, dann bitte sachlich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stolzi Baslerin und MK- Anhängerin! am 18.07.2011 01:08 Report Diesen Beitrag melden

    Gross - Enttäuschung der Saison 11/12

    Früher fandest dus genau so geil, wie alle Anderen auch! Heute verflucht ihr die Pyros, ABER dann hört auf Bilder unserer Kurven für die Kommerzialisierung zu missbrauchen! Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren! Falls ihrs noch nicht gemerkt habt, das ganze wäre ganz einfach! Keine Polizei und provozierenden Sicherheitsleute - keine Ausschreitungen!!! Und übrigens, wahrscheinlich habt Ihr alle noch nie einen Hooligan gesehen!!!

  • empty()set am 14.07.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Gross!

    Endlich einmal ein Vertreter des Fussballs, der klar Stellung bezieht! Viele sagen nichts oder sind zu wenig konsequent. Deshalb ein grosses Barvo an den bravourösen Gross!

  • Basler am 12.07.2011 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    aus dem Verkehr ziehen

    Vermummte sollten schon vor dem Stadion aus dem Verkehr gezogen werden. (Das vermummungsverbot sollte auch in diesem bereich eingesetzt werden). Diese können dann während dem Spiel in gewahrsam bleiben und nach dem spiel wider auf freien Fuss gesetzt werden. die merken dann hoffentlich auch mal, dass es sich nicht lohnt sich so aufzuführen...!

  • maurin Oehen am 11.07.2011 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    "Spielwiese" für Pöbler

    Ich wäre für eine "Spielwiese" Auf der sich die Pöbler gegenseitig auf das Dach hauen können. Zusätzlich könnten dann die nutzer dieser Spielwiese eine erklärung unterschreiben in dem sie bei einer verletzung die haftung selbst übernehmen und keine Krankenkasse dafür aufkommt. Braucht man dann kei grosses Polizeiaukommen mehr. Das ist doch die perfekte Lösung für alle

  • DRUGHO am 11.07.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    LÄCHERLICH

    Fussballfans lebenslänglich und Pädophile nach einen Monat auf freien Fuss? Nicht im Ernst, oder?

    • maurin am 11.07.2011 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      hat was

      das hat was. Jedoch finde ich, dass man den Hooligans trotzdem ein lebenslanges Stadionverbot ausspricht. Schlussendliche sind diese ja selbst schuld.

    • Danny am 11.07.2011 18:04 Report Diesen Beitrag melden

      Für beide Lebenslänglich

      Das ist zwar Äpfel mit Birnen verglichen, dennoch hast Du Recht. Die einen dürfen lebenslänglich irgendwo nicht mehr rein, die anderen dürfen nicht, oder sollten zumindest nicht dürfen, lebenslänglich nicht mehr raus. Für beide Arten von diesen Zeitgenossen, wäre Lebenslänglich aber durchaus angemessen.

    • peter merian am 12.07.2011 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      und die raser

      raser (mehr als das doppelte der erlaubten geschwindigkeit) sollten auch lebenslänglich aus dem verkehr gezogen werden können.

    einklappen einklappen