Bildungszentrum Limmattal

24. Oktober 2018 20:08; Akt: 24.10.2018 20:08 Print

Lehrlinge machen bald Videos statt Prüfungen

von Noah Knüsel - Neu lernen Lehrlinge in der Berufsschule, wie man Videos macht. Später sollen sie sogar teilweise schriftliche Prüfungen ersetzen.

So sieht der Workshop mit Bendrit aus. (Video: Murat Temel)
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Statt Sport und Fachunterricht heisst es für rund 20 Logistiker-Lehrlinge am Montagnachmittag: filmen und cutten. Und vor der Klasse steht kein Lehrer, sondern der Komiker Bendrit Bajra. «Es ist abwechslungsreich und mal etwas Neues», sagt die 17-jährige Besiana Gashi.

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Der Berufsschule am Bildungszentrum Limmattal in Dietikon ZH sind digitale Medien wichtig. Darum lernen die Lehrlinge jetzt, wie man Videos produziert. Marc Hochuli hat den Workshop organisiert: «Wir wollen die Lehrlinge dort abholen, wo sie sind», sagt der Lehrer. Ihnen solle etwas geboten werden, was sie interessiert. Für ihn ist es wichtig, dass die Schüler wissen, wie man Videos macht.

Videos statt Prüfungen

Das findet auch Bajra: «Videos werden immer wichtiger», erklärt er der Klasse. Das sei auf Social Media so, aber auch im Berufsleben: «Es gibt zum Beispiel Firmen wo ihr euch mit einem Vorstellungsvideo bewerben könnt.»

In der Berufsschule müssen die Lehrlinge später selber Videos machen, die benotet werden. «Sie sollen ein neues Hilfsmittel sein, um Lerninhalte darzustellen», sagt Denise Merz, Projektleiterin beim Bildungszentrum. So werden die Lehrlinge zu einem Thema etwa ein Lernvideo erstellen, statt eine schriftliche Prüfung ablegen zu müssen.

Um ihnen die Videoproduktion näher zu bringen, führt die Schule die Workshops durch. «Das Highlight ist für uns, dass Bendrit seine Medienkompetenz weitergibt», sagt Merz. Lernvideos seien eine neue Art des Lernens, im Gegensatz zum klassischen Auswendiglernen: «Wenn die Schüler zu einem Thema ein gutes Video machen können, haben sie es wirklich verstanden.»

Gutes Feedback der Schüler

Den Schülern scheint der dreistündige Workshop Spass zu machen: In den theoretischen Teilen sitzen sie ruhig und konzentriert da, stellen ab und zu Fragen. Im zweiten Teil dürfen sie ein kurzes Video über ein selbst gewähltes Thema filmen und schneiden. «Ich finde es gut, dass wir in der Schule so etwas behandeln», sagt der 17-jährige Lukas Jung. Und seiner Mitschülerin Ayla Pereira (16) gefällt vor allem, dass sie etwas selber machen kann. Insgesamt finden beide den Workshop «sehr gut».

Diesen Eindruck bestätigt Hochuli: «Bis jetzt haben zwei Logistiker-Klassen den Workshop absolviert. Von ihnen ist das Feedback sehr positiv, die meisten bewerten ihn mit der Note 5 oder 6.» Und nach der Lektion habe Bendrit noch lange da bleiben und Selfies machen müssen. «Er selbst ist auch sehr motiviert», so der Lehrer.

Bei Erfolg ausgeweitet

Bajra hat Spass, vor der Klasse zu stehen, obwohl er selbst kein einfacher Schüler war, wie er sagt: «Ich bin ja von der Schule geflogen, das hatte schon seinen Grund.» Er sei überrascht, wie ruhig die Klasse sei. Und er merke jetzt erst, wie schwer es sei, ein Lehrer zu sein: «Zwanzig Schüler schauen dich an und erwarten etwas von dir.» Nervös sei er aber nicht gewesen, wie er sagt: «Ich hatte ja nichts zu verlieren.» Trotzdem zieht er ein positives Zwischenfazit: «Die Schüler scheinen Freude zu haben.»

Zunächst werden sieben Klassen den Workshop machen, wie Merz sagt. Falls das ein Erfolg wird, soll er auf weitere Klassen ausgeweitet werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ap D am 24.10.2018 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte Nicht!

    Bendrit als Massstab im Bildungssektor... Bitte nicht !!

  • BIP am 24.10.2018 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oldschool

    Ich bin zwar relativ jung (22), halte von diesem zeugs aber nichts! Lehrjahre sind nunmal keine Herrenjahre.

  • Nico am 24.10.2018 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komiker

    Ich weiss nicht was die Leute an diesem Bendrit lustig finden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Randy6003 am 24.10.2018 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Mirt Videos kann man dinge viel einfacher erklären als mit Texten, wacht endlich auf wir sind im Jahre 2018 und nicht mehr im letzten Jahrundert! Und kommt jetzt bitte nicht mit früher war alles besser, das sagen die älteren Generationen immer und so war es auch früher!

  • Muro83 am 24.10.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit für Erneuerung

    Das Bildungssystem ist sowieso veraltet! Man sollte den Unterricht Ratens zeitgemässer gestalten und bei jedem die Stärken fördern

  • marcel am 24.10.2018 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sowohl als auch

    wieso dieses Fach nicht auch anbieten. Aber nur als freifach. In der Freizeit. Wobei die Fächer für den Beruf meiner Meinung nach das wichtigste sind für das weitere vorankommen im beruf. Man kann nie genug lernen. Wissen ist Macht und das zeigt sich nach der Prüfung im Berufsleben sehr schnell.

  • J. E. am 24.10.2018 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist aber wirklich ein Komiker...

    ...das kann ich nicht ganz ernst nehmen: Unter anderem Bendrit Bajra gibt diesen Unterricht? Dem seine Videos sind aber völlig amateurhaft: z.B. in der Tiefgarage völlig überdunkelt und alle Aufnahmen im Hochformat... Tja, das ist eben, wenn man nur angefangen hat mit dem Handy zu filmen und keine wirkliche Filmerfahrung/ -ausbildung hat...

  • Typhoeus am 24.10.2018 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf den Videos

    muss man wenigstens kein Deutsch schreiben, was für eine Zukunft für die Lehrlinge.

    • Lumpi am 24.10.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Typhoeus

      Und was für eine Zukunft für ältere arbeitslose Personen, wenn Firmen nur noch auf Videobewerbungen setzen statt auf Fachwissen und - können (solche Firmen gibt es heute in der CH bereits einige). Die Qualität ist sowieso bei fast allem längst stark gesunken - inklusive Bildungsniveau an Hochschulen.

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