Bern

10. März 2011 23:05; Akt: 10.03.2011 23:24 Print

Leihmütter-Geschäft wird immer schlimmer

von Deborah Sutter - Berner Behörden warnen vor dem skrupellosen Geschäft mit Leihmüttern: Wer bezahlt, bekommt ein Kind – egal mit welchem Hintergrund.

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Das Geschäft mit der Baby-Industrie wird immer hässlicher: Schweizer können sich in Ländern wie etwa Georgien «Allinclusive»-Leihmutterpackages kaufen. Ob sie sich als Eltern eignen, spielt dabei keine Rolle. Die «Rundschau» berichtete von einem solchen Fall: Die Schweizerin Edith D. hat in Georgien ein Leihmutterschaftsangebot gekauft. Die Vormundschaftsbehörde der zuständigen Gemeinde im Kanton Bern hat der 52-Jährigen das Kind nun aber weggenommen. Der Grund: Der 24-jährige Sohn aus erster Ehe, der offenbar das Baby regelmässig mitbetreute, ist ein zweifach verurteilter Sexualstraftäter.

Peter Fehr, Reproduktionsmediziner und Befürworter einer liberaleren Fortpflanzungsmedizin-Gesetzgebung, ist schockiert: «Diesem Paar hätte ich nie geholfen, ein Kind zu bekommen! Das ist extrem unverantwortlich.»

Was Leihmutterschaftskinder anbelangt, kennt Georgien keine Gesetze: «Es ist durchaus möglich, dass sich Pädophile so ein Kind verschaffen», sagt Andrea Weik, die Vorsteherin des Kantonalen Jugendamts Bern.

«Die Leihmutterschaft ist in der Schweiz verboten. Nur weil man auf der ausländischen Geburtsurkunde als Eltern aufgeführt ist, hat man noch lange nicht den Anspruch, mit dem Leihmutterschaftskind in die Schweiz zu reisen», sagt Cora Graf-Gaiser, die stellvertretende Vorsteherin des Eidgenössischen Amtes für das Zivilstandswesen. SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr: «Die Geschichte dieses Kindes hat mich erschüttert. Ich werde mich mit einem Vorstoss erkundigen, ob da Gesetzeslücken bestehen.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco U am 13.03.2011 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ein Kind will soll es selbst Austragen

    Jop, Wenn Alina aus der Oberstufen kommt und kein bock hat auf einen Job kann sie Leihmutter werden... Was passiert wenn das Paar, das das Baby bestellt hat, auseinander geht und es nicht mehr will? Sorry wer ein Baby will der soll es nicht wie im Discounter einfach kaufen sondern selbst austragen... Wenn man es in der Schweiz zulässt haben wir bald andere Probleme! Ein Kind ist ein Mensch und kein Haustier! btw: Es warten genügend weisenkindern auf Eltern

  • Monique am 11.03.2011 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Danke an Kant. Jugendamt Bern

    Ja, die Geschichte dieses Kindes ist erschütternd und wie pervers muss eine Frau sein, die wohl wissend, zu welchen sexuellen Neigungen der eigene Sohn neigt, das Kind von ihm regelmässig mitbetreuen liess. Danke, dass unsere Behörde darauf reagiert haben. Zudem selbst Mutter und im Grossmutteralter durfte man ihr ohnehin das Kind nicht überlassen. Diese Frau gehört in psychiatrische Behaldlung, wie der Sohn auch.

  • Meise Kohl am 11.03.2011 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Perspektive

    Unglaublich, wie gewisse Leute die Leihmutterschaft verniedlichen. Frauen werden als Gebährautomaten missbraucht, das grosse Geschäft machen die Vermittler. Die, die sich dazu hergeben sind immer in einer Notlage, was gäbe es sonst für einen Grund, fremden Leuten ein Kind auszutragen? Aber mit Geld kann man sich ja das gute Gewissen erkaufen, nicht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco U am 13.03.2011 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ein Kind will soll es selbst Austragen

    Jop, Wenn Alina aus der Oberstufen kommt und kein bock hat auf einen Job kann sie Leihmutter werden... Was passiert wenn das Paar, das das Baby bestellt hat, auseinander geht und es nicht mehr will? Sorry wer ein Baby will der soll es nicht wie im Discounter einfach kaufen sondern selbst austragen... Wenn man es in der Schweiz zulässt haben wir bald andere Probleme! Ein Kind ist ein Mensch und kein Haustier! btw: Es warten genügend weisenkindern auf Eltern

  • Peter Unternährer, U. am 13.03.2011 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Miserable Adoptionsgesetze

    Es gibt wohl Millionen von Kindern auf der Welt die sich ein besseres Leben wünschen würden und Tausende von Paaren die so einem Kind ein neues und gutes zu Hause geben könnten. Der Staat und Gesetze verunöglichen dies fast oder behindern alles. Kein Wunder suchen kinderlose Paare andere Möglichkeiten. Ueberdenkt mal die Adoptionsgesetze. Dann gibt es das andere gar nicht mehr.

  • ms am 12.03.2011 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Ein Menschenleben sollte mehr Wert haben als Geld!!!

  • Meise Kohl am 11.03.2011 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Perspektive

    Unglaublich, wie gewisse Leute die Leihmutterschaft verniedlichen. Frauen werden als Gebährautomaten missbraucht, das grosse Geschäft machen die Vermittler. Die, die sich dazu hergeben sind immer in einer Notlage, was gäbe es sonst für einen Grund, fremden Leuten ein Kind auszutragen? Aber mit Geld kann man sich ja das gute Gewissen erkaufen, nicht?

    • Noro am 11.03.2011 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      Gebärmaschine

      Wenn die Leihmutterschaft in der CH erlaubt wäre, dann würde dieser Missstand nicht mehr existieren. Die Leihmütter würden das Geld vollumfänglich bekommen. Wie auch eine medizinische Versorgung etc..Keine Frau müsste sich als "Gebärmaschine" missbrauchen lassen,sondern könnte selbst bestimmen, ob sie das will.Es ist ja auch etwas schönes, anderen Menschen ein Kind zu schenken und somit einem Wesen das Leben zu ermöglichen.Ich würde es für Familie oder Freunde tun,wenn sie kein Kind austragen könnten.

    • Grace am 11.03.2011 19:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Meise Kohl

      Schliessen sie nicht von sich auf andere. Was es für Gründe gibt? Zum Beispiel, weil man einem betroffenen Paar helfen möchte. Weil eine Frau sieht, sieht, wie eine Freundin oder eine Schwester leidet. Kurz: aus Nächstenliebe. Wenn Frauen ausgenutzt werden, ist dies falsch. Solche Missstände lassen sich verhindern, indem die Leihmutterschaft in der Schweiz enttabuisiert und entkriminalisiert wird. Nur so entstehen die notwendigen Kontrollmechanismen.

    • Meise Kohl am 13.03.2011 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Grace

      Die Ausnahme bestätigt die Regel. Die Schweiz ist keine Garantie dafür, dass die Missstände verhindert weden (siehe Frauenhandel usw.) Ein Zeichen der Zeit ist auch, dass alles kontrollierbar ist, mit den nötigen "professionellen" Begleitmassnahmen kein Problem. Das gibt zwar einen Haufen einschlägige Stellen, viel Geld wird verteilt, die Probleme nehmen aber erfahrungsgemäss zu. Ist in gewissen Kreisen durchaus positiv, für die "solidarischen Zahler" aber nicht.

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  • karin am 11.03.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Psychologische Hilfe

    Ich frag mich wie es einer Leihmutter geht nach dem sie ihr Kind abgegeben hat. 9 Monate im Bauch, spüren wie es wächst, all die Hormonellen-Veränderungen, dann presst man es aus sich heraus und weg ist es. Der Milcheinschuss kommt die Brüste explodieren, kommt vielleicht noch Wochenbettdepression hinzu und die Blutung von 4 - 6 Wochen. Bekommen diese Leihmütter eigentlich auch Psychologische Hilfe?

    • Noro am 11.03.2011 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      würde es tun

      Sie bekommt Geld und sie wusste, auf was sie sich einlässt. Vorallem war es nicht ihr Kind, sondern das Kind einer andere Frau, dass sie ausgetragen hat. Ich denke, dass man gar nicht so tiefe Gefühle entwickelt, wenn man schon vorher weiss,dass man es wieder abgeben muss. Ich möchte zwar keine Kinder, aber ich würde für Familienangehörige ebenfalls Leihmutter sein. Sehe das Problem nicht ganz.

    • Meise Kohl am 11.03.2011 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Noro

      Ihrem Nick nach zu schliessen sind sie gar keine Frau, was aber trotzdem nicht erklärt, wie Sie darauf kommen (denken?), dass diese Gefühle steuerbar sind. Meines Erachtens haben Sie keine Ahnung.

    • Grace am 11.03.2011 18:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Meise Kohl

      Viele Frauen machen diesen Schritt, weil sie betroffenen Paaren helfen wollen. Sie wissen, auf was sie sich einlassen und es ist nicht ihr Kind, auch genetisch nicht, sondern dasjenige der Frau, die die Mutter sein wird. Jemandem zu unterstellen, er habe keine Ahnung, nur weil er oder sie dies mit sich vereinbaren kann, ist nicht korrekt. Übrigens, ich habe wahrscheinlich eine bessere Ahnung davon, denn ich kenne sowohl eine Frau, die durch Leihmutterschaft Mutter werden durfte und ich kenne die Frau, die das Kind ausgetragen hat. Alles sind glücklich.

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