Süddeutsche Taliban

25. August 2011 16:18; Akt: 25.08.2011 16:36 Print

Leuthard entschuldigt sich für Vergleich

Sie wollte nur, dass «die Taliban, die den Flughafen Kloten torpedieren» in die Schranken gewiesen werden. Jetzt hat sich Bundesrätin Doris Leuthard in einem Brief für ihre Äusserung entschuldigt.

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Bundesrätin Doris Leuthard hat sich für ihre Aussage über «die Taliban» vom Hochrhein entschuldigt. (Bild: Keystone)

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Bundesrätin Doris Leuthard hat sich am Donnerstag für ihre Aussage entschuldigt, süddeutsche «Taliban» blockierten im Fluglärmstreit die Lösungssuche. Die Wortwahl «in der Hitze der Debatte» sei nicht adäquat gewesen, räumte die Verkehrsministerin am Rande des «Radio Day» in Zürich ein.

Sie habe dem Landratsamt Waldshut einen Brief geschickt, in dem sie ihre Wortwahl bedauere, sagte Leuthard gegenüber dem Schweizer Fernsehen (SF). Gleichzeitig habe sie im Schreiben aber betont, «dass es Bewegung und eine konstruktive Haltung auch von Süddeutschland» brauche, um das Fluglärmproblem zu lösen.

In der Sache sei es einfach so, dass «gewisse süddeutsche Exponenten keine konstruktive Haltung» vertreten. Alle Verhandlungsangebote der Schweiz stiessen dort stets «auf völlige Ablehnung».

Schwelendes Problem zwischen der Schweiz und Deutschland

Die Schweiz strebe eine bundesweite Lösung an, sagte Leuthard weiter. Sie hoffe deshalb, dass die Gespräche in den kommenden Monaten konstruktiver verlaufen. Ansonsten bleibe das Dossier «immer ein schwelendes Problem zwischen der Schweiz und Deutschland».

Die Bundesrätin hatte die umstrittene Äusserung am Montagabend an einer Veranstaltung der Zürcher CVP zum Thema «Schweiz und Deutschland - gemeinsame Herausforderungen und Chancen» gemacht. Auch der Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, nahm daran teil. Das Landratsamt Waldshut zeigte sich tags darauf über die Wortwahl «entsetzt und zutiefst enttäuscht».

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus W. am 25.08.2011 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Ist wirklich Zeit, dass mal jemand Klartext redet. Bei allem guten Willen gegenüber Deutschland: was hier betrieben wird, ist wirklich die reine Schikane.

  • flugi am 25.08.2011 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schon mal überlegt...

    Was war wohl eher da, der Flughafen Zürich (1948) oder zahlreiche der Einwohner? Diese Leute die dorthin ziehen wissen genau, auf was sie sich einlassen

    einklappen einklappen
  • EuBi am 25.08.2011 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Applaus Richtung Bundeshaus

    danke für die klaren Worte, Frau Leuthard. Das hätte ich unserer Bundesrätin gar nicht zugetraut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • freudiger am 05.09.2011 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Hach was

    Kurz mal eine Milliarde starker FRANKEN nach Stuttgart überwiesen und die Probleme mit BW haben sich gelöst. Zudem wäre das das erste Mal dass Calmy-Rey sinnvoll Geld ins Ausland schickt.

  • Meisterhans am 27.08.2011 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Veraltete Technologie

    Veraltete Flugzeuge mehr Krach, der neue A380 hört man kaum, die Alten schrottflieger hört man durch den halben Kanton Zürich. Aber he, das gleiche Problem bei der Neat mit den Deutschen.. Jetzt könnte man den Euro pushen in dem man denk sie werden ihren teil nicht bezahlen/umsetzen können und die Schweiz bleibt alleine auf den Kösten sitzen, mal schauen wie die Nachricht den Euro in die höhe schiesst

  • Thurgauer am 26.08.2011 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    War bei den Bilateralen1 nicht ein...

    Luftverkehrsabkommen mit dabei, welches besagt, das der Flughafen Zürich-Kloten wie einer der EU behandelt werden muss? Somit Plafonierungen höchst illegal sind und eine faire Lärmverteilung anzustreben wäre? Warum also der ganze Seich bezüglich Überflüge, Zusatzabkommen... Es ist - wie viele andere "Streitpunkte" - doch schon längst geregelt...!?

  • andy444 am 25.08.2011 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    eben doch kein rückgrat...

    soeben habe ich sie im vorigen artikel noch gelobt und dann dies! sie ist und bleibt eben doch auch wischi-waschi!

    • Paul Buchegger am 26.08.2011 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      @andy444

      Nein, sie hat Anstand und gibt den Fehler zu. Sowas könnte Blocher nie, da er sonst den Nimbus des "Unfehlbaren" verlöre.

    • herr schweizer am 26.08.2011 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      Bundesräte nicht ernst nehmen.

      @andy444 auch ich habe zu positiv geschrieben.

    einklappen einklappen
  • Ban Tali am 25.08.2011 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Danke!!

    Endlich mal eine die Klartext redet!!