Keine Preisobergrenzen

19. November 2014 14:13; Akt: 19.11.2014 15:44 Print

Leuthard lässt Roaming-Wucher weiter zu

Der Bundesrat will Telekomanbieter beim Roaming in die Pflicht nehmen. Dennoch soll es keine Preisobergrenzen geben. Bis 2015 soll Doris Leuthard eine Vorlage erarbeiten.

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Bundesrätin Doris Leuthard spricht an einer Medienkonferenz des Bundesrates. (Archivbild) (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Für das Roaming soll es keine Preisobergrenzen, aber bessere Angebote geben. Dies hat der Bundesrat am Mittwoch mit Blick auf die geplante Revision des Fernmeldegesetzes entschieden. Er möchte auch Auswüchse des Telefonmarketings bekämpfen.

Bis Ende 2015 soll Bundesrätin Doris Leuthard eine Vorlage erarbeiten. Das Ziel ist es, das Fernmeldegesetz den Entwicklungen der letzten Jahre anzupassen. Diese stellt der Bundesrat im neuen Fernmeldebericht dar.

Zu diskutieren gaben in den vergangenen Jahren immer wieder die Gebühren für das Roaming, das Zugreifen auf ein Mobilnetz im Ausland. Der Bundesrat hält dazu fest, dass die Schweizer Preise für internationales Roaming in Europa zwar gesunken seien, aber immer noch höher als diejenigen der europäischen Fernmeldedienstanbieter.

Anbieterinnen in die Pflicht nehmen

Preisobergrenzen lehnt der Bundesrat dennoch ab. Der Grund dafür ist, dass die Roaminggebühren auch von den Kosten abhängen, die der Schweizer Telekomanbieter dem ausländischen Netzbetreiber für die Netznutzung bezahlen muss. Der Weg müsste über ein bilaterales Abkommen mit der EU führen, schreibt der Bundesrat im Bericht. Dieser Weg erscheine zur Zeit aber nicht realistisch.

Der Bundesrat zieht dennoch eine Regulierung in Betracht. Im Zentrum steht dabei der sogenannte «Local Breakout: Heimische Anbieterinnen ermöglichen ihren Kunden, bei Auslandaufenthalten für ihre mobile Datenkommunikation die Angebote vor Ort ansässiger Anbieterinnen zu nutzen. Sofern sich dies im europäischen Ausland durchsetzt, will der Bundesrat auch die Schweizer Anbieterinnen dazu zwingen.

Sunrise und Orange müssten handeln

Gemäss dem Bericht erlaubt die Swisscom ihrer Kundschaft dies nach eigenen Angaben schon heute. Sunrise und Orange dagegen hätten sich bislang nicht offen dafür gezeigt. Weiter will der Bundesrat die Schweizer Anbieterinnen wie in der EU zu einer sekundengenauen Abrechnung verpflichten.

Deutlich höher als in der EU sind heute insbesondere die Preise für das Telefonieren und für SMS-Nachrichten. Hingegen können die Tarife für das Datenroaming mithalten, insbesondere durch spezielle Tarifoptionen, wie es im Bericht heisst. Dies sei darauf zurückzuführen, dass mit den im Ausland ebenfalls vorhandenen WLAN-Angeboten günstige Alternativen vorhanden seien und damit der Wettbewerb spiele.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ärger am 19.11.2014 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bis wann...

    ...wird die Frau endlich ersetzt...

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  • Roland C. am 19.11.2014 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Hochpreisinsel Schweiz

    und der Weg soll über ein bilaterales Abkommen mit der EU führen? Haha! Da verdienen die EU-Anbieter wieder kräftig mit und die geprellten sind die CH-Konsumenten! Danke Frau Leuthard!

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  • pipi am 19.11.2014 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wucher leuthard

    sie wird wahrscheinlich auch profitieren davon.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • DenktWeiter am 20.11.2014 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kein BR

    Man hat mir schon mal gesagt ich solle doch in die Politik einsteigen. Glaube nicht dass ich dass könnte, bin viel zu ehrlich und würde mich schämen dass Volk so Abzuzocken. Lol ich würde es nie auf einen grünen Zweig bringen dort.

  • AlexR am 20.11.2014 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Heimatschutz für Swisscom

    Darf man diese Milliarden Mehrkosten für den Bürger gleich wie die Lasten für Abgaben, überzogene Bussen, Gebühren, Einkommensteuer, Lenkungssteuer, Luxussteuer, Rauchersteuer, etc. etc. auch der Staatsquote zurechnen? Der Bund ist doch immer noch auch Aktionär bei Swisscom...

  • Genervter Bürger am 20.11.2014 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt reichts

    Diese Frau soll endlich abtreten. Sie befolgt schon lange nicht mehr den Willen des Volkes, was in einer Demokratie unerlässlich ist. Kein Wunder werden Stimmen laut, dass der Bundesrat vom Volk gewählt werden soll... Zu den Tarifen: Ich habe scho vor Jahren aus Protest angefangen Prepaid Karten im Ausland zu kaufen, keinen Rappen werden die von mir kriegen. Ich besitze mittlerweile 4 verschiedene, was mit der Zeit natürlch auch unbequem ist... aber finanziell lohnt es sich

  • Marcel am 20.11.2014 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abo in DE machen

    ... Ist günstiger wie in der CH. Damit kann man dann hier auch kostenlos telefonieren (sogar in der ganzen EU) und es gibt die Datenflatrate dazu, auch komplette EU (inkl. CH). Mir haben die Abzocker hier noch nie zugesagt.

  • W. Bolli am 20.11.2014 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausland ist viel günstiger

    Ich habe mein Abo in Deutschland gemacht, Euro 49.- Flat in jedem Land und Internet inkl.