Extra-Parkplätze

18. Dezember 2018 10:37; Akt: 18.12.2018 12:54 Print

Leuthard plant «Grüne Zonen» für E-Autos

Spezielle Zonen für E-Autos und ein Schnellladenetz: So will Bundesrätin Doris Leuthard den Stromern zum Durchbruch verhelfen.

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Der Bund will die Elektromobilität fördern. Am Dienstag unterzeichnen auf Einladung von Verkehrsministerin Doris Leuthard über 50 Organisationen und Firmen verschiedener Branchen eine gemeinsame Roadmap mit über 100 Massnahmen. Deren Ziel ist, den Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen von Personenwagen bis 2022 auf 15 Prozent zu erhöhen. Aktuell beträgt die Anzahl der Neuzulassungen weniger als drei Prozent. Start ist im Januar 2019. 20 Minuten zeigt, was Doris Leuthard kurz vor ihrem Abschied als Bundesrätin noch tun will.

«Grüne Zonen» für Elektrofahrzeuge

Grüne Markierungen signalisieren Parkplätze, die speziell Elektrofahrzeugen vorbehalten sind. Dadurch soll es möglich werden, in Ergänzung zu den heutigen Signalisationsmöglichkeiten die entsprechenden Flächen klar erkennbar elektrisch angetriebenen Fahrzeugen vorzubehalten. Das Bundesamt für Strassen Astra prüft dafür die Motion «Grüne Zonen für Elektrofahrzeuge».

Kein Automateneintrag mehr

Der Automateneintrag im Führerausweis fällt weg. Künftig können Elektroautos im Rahmen der Fahrausbildung eingesetzt werden. Damit dürfen neu auch handgeschaltete Fahrzeuge gefahren werden. Der Automateneintrag verkomplizierte bislang den Einsatz von Elektroautos durch Fahrschulen. «Mit dem Verzicht auf den Automateneintrag bieten wir Fahrschülern die Möglichkeit, Elektrofahrzeuge live auszuprobieren und erhöhen damit die Chance, dass diese Leute später einmal ein Elektroauto besitzen», sagt Volker Fröse vom Astra.



Nationales Schnellladenetz

Innerhalb der nächsten Jahre soll ein flächendeckendes Netz von leistungsfähigen Schnellladestationen auf dem gesamten Nationalstrassennetz entstehen. Dafür werden Betreiber für insgesamt 100 Rastplätze gesucht. Um einen schnellen Aufbau der Ladestationen zu ermöglichen, finanziert das Bundesamt für Strassen ASTRA die notwendige Strominfrastuktur vor. Auf Raststätten und Rastplätzen wird ein Angebot von rund 160 Ladestationen entstehen, das zu den dichtesten und leistungsfähigsten Ladenetzen im europäischen Raum zählen wird. Die freien Ladeplätze sollen in Echtzeit mit dynamischen Anzeigetafeln signalisiert werden.

Steuerliche Anreize

Auch Elektrofahrzeuge sollen dereinst einen Beitrag an die Infrastrukturkosten zahlen, der über die Vignette hinausgeht. Eine Abgabe soll aber erst dann eingeführt werden, wenn die Marktdurchdringung der Elektroautos markant zugenommen hat. Damit sollen die Kosten von Elektroautos (vor allem aufgrund der derzeit noch höheren Anschaffungskosten) nicht zusätzlich durch eine weitere jährliche Abgabe erhöht werden. Auch E-Lastwagen sollen vorerst keine Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) zahlen müssen.

(bz/daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schneidewind am 18.12.2018 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privilegien !?

    Heute können sich erst besser Verdienende eine Elektrokarosse leisten und denen müssen endlich wieder einmal ein paar Privilegien zugeschanzt werden.

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  • Rico Bossi am 18.12.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Auf keinen Fall

    Bevorzugung von Elektroautos auf Parkplätzen? Wenn die Preise der Elektrofahrzeuge auf dem Niveau von Verbrennern sind UND elektrische Ladestationen wie Tankstellen vorhanden sind, dann vielleicht, vorher sicher nicht! Dies ist wieder so ein politisches Schreibtischverbrechen das einem den Magen umdreht. ZUERST die Infrastruktur schaffen, dann wird der Wandel von alleine kommen. Aber nicht bei den Parkplätzen, sondern bei den Elektrotankstellen anfangen.

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  • SatanClaus am 18.12.2018 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Abschiedsgeschenke die dir nicht gehören

    Und Velowege auf allen Bundesstrassen bitte mit Rastplätzen für stillende Mütter/Väter, dazu genderkonforme WC's flächendeckend.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred A. am 19.12.2018 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Cool down your jets

    Weil am Ende könnte bei der Idee rauskommen, dass es nur um Parkplätze mit einen Landeanschluss geringer Leistung geht um E-Autos, während sie nicht bewegt werden, laden zu können. Dass solche Lademöglichkeiten nicht von klassischen Fahrzeugen zugeparkt werden dürfen oder sollten ist irgendwie einleuchtend. Schliesslich hat man kaum je beobachtet, dass EV's Benzin- oder Diese-Tanksäulen zugeparkt hätten. Dass Gegenteil, dass ein dicker Diesel SUV einen Ladeplatz zugeparkt hat konnte ich gestern Dienstag in Kehrsatz beobachten. Der Fahrer war wohl zu faul, 10 Meter weiter vom Eingang zu parken.

  • ShaBijan am 19.12.2018 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin dabei aber zahlbar muss es sein

    wenn's bezahlbare Autos gibt die vom Platz her an den Zafira hinkommen dann wird's spannend. dazu 200km Benzin Reserve und 400Km müssen jedoch drin liegen...

  • s'Mimöseli am 19.12.2018 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Aber hallo,

    und spätestens bei 50% Anteil an E - Autos werden dann Werkstätten ( Garagebetriebe ) am Laufmeter geschlossen und die Automechaniker auf die Strasse gestellt. Ein E - Auto hat keine Kupplung, Getriebe, Auspuffanlage, Verbrennungsmotor etc. mehr die gewartet werden müssen. Dafür müssen dann die grünen Parkfelder dunkelbraun übermalt werden, den nötigen Strom für die Ladestationen kommt dann aus Braunkohle Dreckschleudern, AKW's sind dann ja stillgelegt.

  • Martial2 am 19.12.2018 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bis wann noch E-Energie?

    Frau BR Leuthard sollte sich auf ihrer Rente vorbereiten. Die E-Karren werden keine Zukunft haben. Ees brauchen guten Alternative, wie Bio-Gas, Wasserstoff, oder eben beim Treibstoff bleiben!

  • Heureka am 19.12.2018 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staatliche Vordenker 1. Wahl

    Auf Elektro oder Automat lernen und dann Schaltung fahren? Weshalb nicht gleich noch das Brevet für Elektroflugzeuge dazu legen? Werde gleich einmal den hiesigen AGVS-Experten fragen, ob man dann mit dem Anhänger auch noch ein Elektro-Nilferd mitführen darf.