Atomausstieg

27. März 2011 23:03; Akt: 28.03.2011 10:19 Print

Leuthard und Darbellay uneins

von Cécile Blaser - In der Atomfrage ist in der CVP Hektik ausgebrochen. Dabei sind sich Bundesrätin Leuthard und Parteipräsident Darbellay in die Quere gekommen.

storybild

Verschiedener Ansicht: Doris Leuthard und Christophe Darbellay. (Foto: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der Atomfrage zeigte sich die CVP am Wochenende gespalten: «Es ist leichtsinnig, zu verlangen, dass die Schweiz auf die Kernenergie verzichten soll», so Bundesrätin und Energieministerin Doris Leuthard am Samstag in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger».

Gleichentags warb CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay in seiner Rede am Parteitag dafür, der Idee einer Schweiz ohne Atomenergie neuen Schub zu geben: Die Frage sei nicht mehr ob, sondern wann und wie die Schweiz ohne Atomkraft auskomme. «Eine solche Kommunikation wirkt sehr unkoordiniert und nur bedingt glaubwürdig», sagt Politologe Michael Hermann. Gerade bei der CVP, die bislang einen AKW-freundlichen Kurs gefahren sei, wirkten sich solche Meinungsdifferenzen unglücklich aus, da der Wähler schliesslich nicht mehr wisse, welche Meinung jetzt gelte. «Die Partei kann so un­sichere Wähler verlieren», so Hermann.

Auch SVP-Nationalrat Hans Fehr ist irritiert: «Die CVP ändert als Partei jeden Tag ihre Strategie, obwohl sie eigentlich keine hat.» Von diesen Vorwürfen will die CVP nichts wissen: «Frau Leuthard und ich haben keine Meinungsdifferenz, sondern verschiedene Rollen», so Darbellay. «Eine Partei darf aber mehr Gas geben als eine Bundesrätin.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris D. am 28.03.2011 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Politik? Auch Selbstdarstellung genannt.

    Das sagt doch einiges, "verschiedene Rollen". Für Politiker ist das Ganze nur ein Chasperli-Theater. Das Volk vertreten? Oder gar eine eigene Meinung haben, Stellung beziehen? Ach wo denn, das ist doch viel zu kompliziert. Lieber mal sehen aus welcher Richtung der Wind bläst. Und sollte dieser häufig die Richtung ändern entsteht sowas wie oben beschrieben.

  • Fritz Gerber am 28.03.2011 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Forschung gefordert

    In Zeiten der Gentransplantation sollte es doch auch möglich sein den Atomstrom sinnvoll zu ersetzten? Forschungsgelder her!

    einklappen einklappen
  • Rolf Schenk am 28.03.2011 03:53 Report Diesen Beitrag melden

    Alles in die Forschung + reale Projekte

    Die Schweiz ist zu klein für AKW Risiken. Dies ist nicht eine neue Erkenntnis. Statt wahlstrategisch den Ausstieg zu diskutieren: jetzt ein weltweiter Fond begründet für eine nachhaltige und globale Forschung. Kurzfristig könnte dies mit einem Strompreisaufschlag finanziert werden. Der Entscheid für AKW ja/nein ist vom Volk bereits beschlossen. Ich bin bereit mehr für Strom zu bezahlen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Viktor am 29.03.2011 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geduld ist gefragt... und Bundesgelder!

    Die klare Sofortmassnahme ist die Verzicht auf zukünftige AKW. Wegen die Inaktivität von Leuenberger müssen wir aber einige Jahren gedulden, bis die Produktion von erneuerbare Energie uns ermöglicht, die bestehenden Anlagen zu stoppen. Geduld ist gefragt... und Bundesgelder! Projekten gibt es genug.

  • Tom B. am 28.03.2011 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft erneuerbare Energie

    Mein Favorit für die Zukunft sind Off-Shore Wasserstoffwerke. Aus Sonnenenergie und Windkraft lässt sich Wasserstoff produzieren. Wasserstoff kann man verlustfrei speichern und überall hin transportieren. Er lässt sich verbrennen oder wieder direkt in Strom umwandeln. Auch in der Schweiz könnte man aus Sonnenenergie Wasserstoff gewinnen.

  • E.R. am 28.03.2011 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hysterische Reaktion?

    AKW-Hysterie?? -- Keinesfalls, wenn schon endlich realistische Einschätzung des sogenannten "Restrisikos"? Das bleibt hier genau so wie in Japan. Für die Energiezukunft nicht mehr zu verantworten. Gut, dass wir endlich zu transparenten Debatten finden und hoffentlich zu einer entschlossenen Weichenstellung - auch an den Wahlurnen? -- "Hyterisch" reagieren höchstens die Protagonisten von SVP etc. , hatten sie doch ihre AKWs fast schon am Souverän ohne jede ernsthafte und urdemokratische Debatte vorbeijongliert. Sie haben die Rechnung ohne den Stimm- und Wahlbürger gemacht!

  • Stromverbraucher am 28.03.2011 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück haben wir eigene KKW

    Wieso wird eigentlich um die sichere Kernkraft so ein Theater gemacht? Die Schweiz ist nicht Japan, begreift das endlich! In der Schweiz gibt es keine so starken Erdbeben und schon gar keine Tsunamis! Wann geht das endlich in eure Köpfe hinein. Diese Hysterie ist völlig übertrieben und typisch Schweiz. Aus jeder Mücke gleich einen Elefanten machen. Frau Leuthard hat schon recht, wir haben eine sichere Kernkraft und ich will lieber KKW in der Schweiz als im Ausland. Bei uns weiss man das sie sicher sind.

    • jasmin am 28.03.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      es gibt keine sichern AKW

      ähhh....?!?! aber sie wissen schon das nichts sicher ist oder? auch wissen sie sicher das tschernobyl durch menschliches versagen in die luft ging oder? sie wissen schon das die staumauer ob mühleber kein erdbeben der RS5 stand halten würde oder? das wasser käme dann gratis dazu. es gibt keine sicheren AKW

    • No Nukes am 28.03.2011 13:35 Report Diesen Beitrag melden

      Mücke?

      Jeder Uranabbau hinterlässt eine Altlastdeponie. Pietätlos? Man weiss noch nicht einmal woher das Uran stammt.

    • Robert am 28.03.2011 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Selbstbetrug

      Hysterisch ist hier einzig die Vogel-Strauss-Politik der AKw Befürworter: Kopf in den sand stecken und nicht wahrhaben wollen, was draussen passiert.

    einklappen einklappen
  • Felix am 28.03.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die KKW in den Händen der SVP.

    Die Millardäre und Parlementarier der SVP haben die KKWs über ihre Verwaltungsräte voll im Griff. Da passiert nicht so schnell etwas. Ausser man wählt das nächste Mal anders.

    • Leon am 28.03.2011 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      AKK/KKW

      Nicht nur die SVP sondern die CVP und FDP und BDP

    • Anton Keller am 28.03.2011 15:44 Report Diesen Beitrag melden

      Moritz Leuenberger

      Die Stimmwähler bestimmen, ob AKW betrieben werden und wie diese kontrolliert werden. Der Oberkontrolleur vom Dienst war in den letzten 15 Jahren Moritz Leuenberger.

    einklappen einklappen