Parteiwechsel

28. Februar 2019 02:43; Akt: 28.02.2019 02:55 Print

SP-Chef Levrat wirft Galladé böse Absicht vor

SP-Präsident Christian Levrat unterstellt der abtrünnigen Chantal Galladé, der SP kurz vor den Zürcher Wahlen schaden zu wollen.

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SP-Präsident Christian Levrat hat unwirsch auf den überraschenden Parteiwechsel der früheren Zürcher SP-Nationalrätin Chantal Galladé zu den Grünliberalen reagiert. Er wirft der Überläuferin vor, der SP unmittelbar vor den Zürcher Wahlen im März schaden zu wollen.

Galladé sei 15 Jahre für die SP im Nationalrat gesessen und erst letztes Jahr dank dem Einsatz der SP Winterthur in ein wichtiges Amt gewählt worden, sagte Levrat in einem am Mittwochabend veröffentlichten Tamedia-Interview. Er hätte sich von ihr eine grössere Verbundenheit mit der SP gewünscht.

Wenn jemand so lange Zeit für eine Partei ein Amt bekleide, solle man nicht bei der kleinsten Meinungsverschiedenheit alles über den Haufen werfen, sage Levrat. Es gebe in Europa kaum eine linke Partei, die so breit aufgestellt sei wie die SP. Alle relevanten politischen Strömungen links der Mitte hätten in der SP ihren Platz.

Europapolitik als Grund

Die 46-jährige Winterthurerin und frühere Nationalrätin Chantal Galladé hatte am Dienstag in einem Interview nach 30 Jahren einen Parteiwechsel zu den Grünliberalen ankündigt. Als Grund nannte sie unter anderem die Europapolitik der SP rund um das Rahmenabkommen. Ihre Ankündigung löste im Wahljahr in der SP grossen Wirbel aus.

Galladé, die Mitte Juni in Winterthur ins Vollamt als Präsidentin der Kreisschulpflege gewählt worden war, strebt laut eigenen Aussagen derzeit kein weiteres politisches Amt an. Beobachter mutmassen allerdings, dass die Pädagogin, Politikwissenschaftlerin und mehrjährige Berufsschullehrerin eine Kandidatur für den Zürcher Regierungsrat in vier Jahren plant.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mittewähler am 28.02.2019 05:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probleme der SP hausgemacht

    Naja wer der Juso soviel Gewicht gibt ist selber Schuld wenn sogar die eigenen Leute genug haben.

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  • Felix am 28.02.2019 04:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Wie soll man dieser Partei zusätzlich schaden? Levrat macht dies ja schon seit Jahren. Diese Partei braucht es nicht, ist gegen die arbeitenden Einwohner dieses Landes. Will immer mehr Steuern und alles verbieten. Schaft keine Arbeitsplätze, kostet nur. Danke Frau Galladé.

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  • Felix8004 am 28.02.2019 05:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flucht

    Es flüchten nicht nur die Wähler weg von der SP....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frögli TG am 28.02.2019 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Frage an die Parteistrategen der SP

    Wie sieht es bei euch parteiintern jetzt aus; Stellenwert Demokratie? Sind da noch mehr Austritte aus der SP zu erwarten? Spielt der Knatsch der letzten Zeit und die Uneinigkeit über des Strategiepapier von Levrat/Jans da auch eine Rolle (Hr. Jositsch widersprach SP und redete von Enteignung; zahlreiche Voten gegen Strategiepapier, heisse Diskussionen, Art des Zustandekommens des Papiers in Schlussphase)? Ist es üblich, dass ein Parteipräsident derart nachtritt und sich nicht für das Engagement bedankt? Wie beruhigt ihr die verunsicherte Wählerbasis der SP wieder? Danke für profunde Antworten.

  • Katzerich am 28.02.2019 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat sie aufgenommen?

    Jetzt besitzt auch die GLP eine waschechte EU Turbo. Das könnte in dieser Partei mehr Schaden anrichten als vorgesehen.

  • Homer III am 28.02.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Vom Regen in die Traufe

    Wenn ich mir vor Augen führe, dass die SP u.a. durch die ewigen Studenten, ausschliesslich von Steuergeldern lebenden und zu Madura-Anhängern gehörenden C. Wermuth und F. Molino im NR (bzw. bald allenfalls noch im SR) vertreten wird, sagt das wohl alles über die heutige SP aus. Immerhin bleibt sich Ch. Gallade in einem Punkt treu, sie wechselt in eine Partei, deren Ziel es ist, die Schweiz raschmöglichst an die Wand zu fahren, also analog der SP.

  • Heinz Hug am 28.02.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Tunnelblick

    Je mehr die SP-Strategen gegen die SVP poltern, desto mehr laufen ihnen die Wähler davon. Dass die SP-Oberen dies nicht merken ist weiter nicht verwunderlich bei solchem Tunnelblick.

  • Mike am 28.02.2019 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Ja es ist hart, wenn jemand aus den eigenen Reihen mit dem Finger auf das Parteibuch zeigt. Herr Levrat sollte von seinem hohen Pferd absteigen, sich und die Partei auch einmal hinterfragen.