SRF-«Club»

05. Februar 2019 23:43; Akt: 06.02.2019 10:14 Print

«Der Mann jagt die Frau» – «nein, er zeigt Gefühle»

Sechs Frauen diskutierten im SRF-«Club», was sie von einem Mann wollen. Die Vorstellungen gingen weit auseinander.

Männer und Gefühle – da gehen die Meinungen auseinander (Video: SRF)
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Letzte Woche diskutierten sechs Männer im «Club» auf SRF über die «Männlichkeit in der Krise». Dass die Frauen nicht mitdiskutieren konnten, sorgte für Kritik; am Dienstag waren darum sechs Teilnehmerinnen geladen. Nachdem sich die Männer persönlich angegriffen hatten, blieben die Frauen sachlich, stritten aber ebenfalls heftig.

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Soll ein Mann Gefühle zeigen?

«Ich finde es schön, wenn ein Mann Gefühle zeigen kann», sagte etwa Komikerin und Moderatorin Stéphanie Berger. «Männer mit Geltungsdrang, die sich über Erfolg definieren, kommen mir arm vor, sie orientieren sich stark an der Aussenwelt und nicht nach innen.» Frauen würden sich viel stärker mit sich selbst auseinandersetzen.

«Mit Jammeris kann ich nichts anfangen»

Das passte Jetset-Lady Vera Dillier nicht: «Solche Jammeris vertrage ich gar nicht. Empathie ja, aber nach meiner Erfahrung sind die sentimentalen Männer, wenn es darauf ankommt, sehr kalt und die harten Machos einfühlsam und liebevoll. Der Mann ist für mich der Jäger, die Frau das Reh, das gejagt wird. Das ist ein gutes Spiel, wenn nun ein Einheitsbrei kommt – na ja.»

Auch der kontroverse Gilette-Spot, der die «toxische Männlichkeit» kritisiert, war ein Streitpunkt. Für Sex-Beraterin Caroline Fux war er «feierlich» und gegen Mobbing und Gewalt gerichtet. Berger fand den Spot «grossartig», er habe die Aussage: «sei kein Arschloch.»

«Die meisten Männer schlagen keine Frauen»

Kolumnistin Tamara Wernli sah den Spot negativer, Männlichkeit werde pauschal als negativ dargestellt. «Die meisten Männer schlagen aber keine Frauen und werden nicht übergriffig. Sie sind gefrustet, dass sie nun für die Untaten einiger Idioten verantwortlich gemacht werden.»

Für Theologin Ina Praetorius ist die Kritik an den Männern aber nachvollziehbar. «Wir hatten so lange eine patriarchale Gesellschaft, nun, da sich die Frauen endlich öffentlich äussern können, ist es klar, dass eine Wut herausbricht.»

Männer sollen Gentleman und Beschützer sein

«Und was wünschen Sie sich von einem Mann?», fragte Moderatorin Barbara Lüthi gegen Schluss. Berger wünscht sich einen Gentleman. «Das heisst: Er respektiert andere Menschen, hat Moral, steht zu seinen Fehlern und ist zielstrebig, das Ganze aber mit Understatement.»

Für Wernli ist es hingegen attraktiv, wenn der Mann einen Wasserhahn flicken, eine Glühbirne wechseln oder eine Spinne einfangen kann. «Auch die emanzipierte Frau will einen Beschützer.»

Einen solchen habe sie zu Hause, sagt Bäuerin Manuela Barmettler. Sie kümmere sich um die Kinder und den Haushalt, er um Tiere und Hof. «Wir ergänzen uns und haben ein gemeinsames Ziel, ich finde es super. Wir reden miteinander und ziehen am gleichen Strick.»

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schneeflocke am 06.02.2019 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal wie, egal was es ist immer falsch

    Wenn ich als Frau dieses Gejammer und Beschuldigen schon nicht mehr hören kann, wie muss es dann den Männern gehen. Jede der Teilnehmerinnen im SRF-Club hatte eine völlig andere Meinung wie Männer sind und wie sie sein sollten. Das heisst genau genommen, egal was der Mann tut oder wie sich gegenüber Frauen verhalten wird, es wird fast immer falsch sein. Diese ganze Debatte wird für uns Frauen irgendwann zum Bumerang.

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  • Manfred Laubi am 06.02.2019 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schubladendenken

    Darf ich als Mann auch einfach ich sein? Ohne Schublade?

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  • Pain_in_the_Ass am 06.02.2019 01:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spieglein an der Wand

    Da behauptet die bis zur Unkenntlichkeit geschminkte, dass Männer auf die Aussenwelt fokussiert sind

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Simi am 07.02.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Verschiedenheit

    Dass wir alle verschieden sind, ist doch in Wircklichkeit unsere grosse Gemeinsamkeit.

  • Markus am 07.02.2019 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry liebe Feministinnen

    Eine Woche ist es her, da gab es einen Club nur mit Männern zum Thema Mann. Eine Woche später gibt es einen Club, nur mit Frauen und sie diskutieren vornehmlich über Männer. Eine kurze Analyse bringt erschreckendes zu Tage. Die Frau interessiert sich in erster Linie für das andere Geschlecht. Das ist beim Mann ähnlich, er kann sich aber auch durchaus kritisch mit sich selbst auseinander setzten.

  • Teamplayer am 07.02.2019 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen wollen einen Beschützer

    Beschützer von was oder wem? Im Klartext wollen Frauen doch einfach nur ein finanzstarkes Arbeitstier, welches die Ernährerrolle übernimmt und an welches sie alle Verantwortung und mühsamen Aufgaben abschieben können. Unter gleichen Rechten und Pflichten verstehe ich aber eine fairere Beteiligung am Schönen und weniger Angenehmen.

  • Pesche Klett am 07.02.2019 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschiedene Ellen

    Ich finde es absolut abstossend wie sich Frauen öffentlich darüber auslassen wie Mann zu sein hat. Wenn nun eine Männerrunde bespricht wie Frau zu sein hätte, ist ein Aufschrei von wegen Patriarchat und Rollenzwang zu erwarten.

  • Nicole am 07.02.2019 06:40 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt drauf an

    wie die Frau ist - es gibt kein Rezept da jeder Mensch individuell ist. Völlig sinnlose Diskussion. Ich weiss was ich will und muss das nicht rausposaunen. Wenn die Alte einen Macho will dann soll sie - leben und leben lassen oder?