In eigener Sache

17. September 2019 18:44; Akt: 18.09.2019 07:21 Print

Lieber Kommentierer, wir lieben dich! Aber ...

von Gaudenz Looser, Chefredaktor - 20 Minuten ist ein Ort der Debatte für alle und soll das auch bleiben. Aber damit eine Diskussion allen etwas bringt, gilt es, einige Regeln zu beachten.

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Der 20-Minuten-Chefredaktor Gaudenz Looser. (Bild: Stevan Bukvic)

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Liebe Kommentiererin, lieber Kommentierer
Wir schätzen deine Meinung. Es freut uns, wenn du uns und den anderen Leserinnen mitteilst, was du von Gretas Engagement fürs Klima hältst, wie du Donald Trumps Eskapaden beurteilst und wie du es mit der Gleichberechtigung hast. Und das völlig unabhängig davon, auf welcher Seite jeweils deine Sympathien liegen. Deine Meinung gehört dir allein. Und wir möchten, dass du sie bei uns möglichst frei mitteilen kannst.
Warum? Weil wir glauben, dass jede Debatte der Verständigung dienen kann – und Verständigung ist in Zeiten von grassierender Bubble-Isolation, fanatischer Selbstgerechtigkeit und daraus resultierendem Hate-Speech ziemlich wichtig.

Aber damit das mit der Verständigung in unseren Kommentarspalten auch klappt, sind wir auf genau deine Hilfe angewiesen.

Respekt und Höflichkeit sind Gold wert

Egal, wie empört, genervt oder aufgeregt du bist: Wenn du deinen Standpunkt respektvoll und in gepflegter Sprache darlegst, steigt die Chance, dass die anderen Kommentierer diesen zur Kenntnis nehmen, massiv an. Und vielleicht versuchen sie ihn dann sogar zu verstehen.

Es ist nicht gesundheitsschädlich, die eigene Meinung zu hinterfragen

Andere Meinungen auch mal probehalber mit dem eigenen Weltbild zu vergleichen und nach den Gründen für diese Position zu fragen, kann sehr bereichernd sein. Es erweitert den Horizont.

Unterstellungen und Pauschalisierungen sind Gift für jedes gute Gespräch

Es bringt nichts, anderen Kommentierern diese oder jene Ideologie oder Behinderung, diesen oder jenen Intelligenzgrad oder Bildungsstand zu unterstellen. Denn es verführt die anderen dazu, gleich beleidigend zurückzugeben, und lenkt vom eigentlichen Thema ab. Über rassistische, sexistische, homophobe und andere diskriminierende Sprüche sollten wir 2019 eigentlich nicht mehr reden müssen. Weil wir es doch tun müssen, hier ein Selbstcheck: Hast du mit einer bestimmten Bevölkerungsgruppe ein grundsätzliches Problem? Falls nein: Dann urteile auch nicht pauschal über diese Gruppe. Falls ja: Dann urteile erst recht nicht pauschal über diese Gruppe.

Verzichte auf Beleidigungen und Kraftwörter

Muss man dir ja nicht erklären.

Überprüfe deine Fakten, Vorsicht mit Behauptungen

Es kann ja sogar sein, dass das, was der Kioskmann an deiner Haltestelle und der entfernte Facebookfreund über diese Firma oder jenen Politiker gesagt hat, einen Kern Wahrheit enthält. Aber Fakt ist: Es könnte genauso gut komplett falsch sein. Falls du nicht sicher bist, dann beschreibe es mit der gebotenen Vorsicht. Oder stell eine Frage. Vielleicht wissen es deine Mitkommentierer genauer.

Häme und Zynismus verderben die Gesprächsatmosphäre

Du bist ja damit nicht allein. Wir alle waren schon da. Schadenfreude ist menschlich und dieses Die-ganze-Welt-kann-mich-mal-Gefühl auch. Aber es sind private Gefühle, die dich nicht unbedingt sympathischer machen. Ganz besonders dann nicht, wenn du dich an Menschen austobst, denen etwas Schlimmes widerfahren ist und die allen Mut zusammengenommen haben, für einen Artikel mit Namen und Gesicht hinzustehen. Also: Du bist schlecht drauf, weil dein Chef dich gerügt hat? Kommentier doch erst morgen wieder.

Mach nicht die Redaktion runter. Es ist uncool

Du hast einen Schreibfehler entdeckt? «Wieder nur Praktikanten am Werk», schimpfst du? Ja, es arbeiten auch Praktikanten auf der Redaktion. Ja, sie machen manchmal Fehler, genauso wie die erfahrensten Redaktoren und Redaktorinnen auch. Aber sie geben auch täglich ihr Bestes, um das grösste und erfolgreichste Medium der Schweiz für dich so aktuell, so spannend, so vielseitig und unterhaltsam wie nur irgend möglich zu machen. Und sie alle haben Gefühle. Wie du auch.

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Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Stoirer am 17.09.2019 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Und ihr selber?

    Ich gehe davon aus, diese Regeln (vor allem die Überprüfung der Fakten und Behauptungen) gelten auch für eure Redaktoren.... Oder?

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  • Bündner am 17.09.2019 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir lieben auch euch liebe Journalisten aber

    Da bin ich ganz auf eurer Seite, aber wen man euch liebe Journalisten kritisiert oder eine andere Meinung hat wird es nicht veröffentlicht. Und das finde ich auch nicht in Ordnung.

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  • Rolihündeler am 17.09.2019 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Humor

    Wieso dürfen Kommentare nicht humoristisch sein? Ich diskuttiere gerne aber bei gewissen Themen sollte man auch mal mit einem Augenzwinkern kommentieren dürfen. Oder gar jemandem ein Kompliment austeilen. Es muss ja nicht immer bierernst diskutiert werden. vielen Dank und schönen Feierabend rolihündeler

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René am 30.09.2019 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Mitarbeiter von 20 Minuten

    Es ist ein edles Ziel, die Menschen dazu zu bringen wieder miteinander zu diskutieren statt sich gegenseitig faktenfern zu bekriegen. Allerdings sehe ich nichts, was sich seither geändert hätte. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen freier Meinungsäusserung und Einhaltung der eigenen Netiquette bei der Entscheidung, einen Beitrag freizuschalten. Meiner Meinung nach geht ihr viel zu lasch damit um und bietet Menschen so eine Plattform, die nicht diskutieren sondern nur pöbeln wollen. Ihr führt damit meiner Meinung nach euer heeres Ziel selbst ad absurdum.

  • Kommentarfunktion geschlossen am 23.09.2019 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kommentieren, wie trotzdem möglich

    Wie ist das möglich, das man auf Kommentare antworten kann, obwohl das Kommentarfeld schon längst geschlossen ist? Verstehe irgendwie gar nichts mehr

  • Veritas am 23.09.2019 05:51 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Kommentierer

    Wir lieben dich dafür, dass du uns mit Klicks zu mehr Werbeeinnahmen verhilfst - aber eigentlich interessiert uns deine Meinung nicht im Geringsten, da wir unsere eigene solche haben und daneben keine andere tolerieren. Das ist die Message hinter der Aussage des Chefredaktors, welcher sich offenbar seiner Rolle nicht bewusst zu sein scheint. Der Wurm muss dem Fisch passen, nicht dem Fischer - aber er wird dies auch noch lernen.

  • Neumann am 21.09.2019 03:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut gesagt.

    Ich finde das haben Sie subtil formuliert, Herr Loosli. Es war auch mal nötig, weil in der Hitze des Wortgefechts man leicht die Nettiquette vergisst, heute mehr denn je. Wer von uns Kommentierfreudigen nimmt sich das wohl zu Herzen?

  • komA am 20.09.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Anregung

    Und noch eine Anregung: Wäre es nicht machbar, dass Ihr es vorankündigt, wenn Ihr beabsichtigt, das Kommentarfenster demnächst zu schliessen? Es ist relativ frustrierend wenn man bei geöffnetem Kommentatfenster eine Stellungnahme schreibt, und am Ende feststellen muss, dass das Kommentarfenster in der Zwischenzeit geschlossen wurde