Gewaltsame Ehe

06. Juni 2011 10:30; Akt: 06.06.2011 13:27 Print

Lieber geschlagen als ausgeschafft

Migrantinnen sind häuslicher Gewalt in der Schweiz häufig schutzlos ausgeliefert. Schuld daran sind oft ausländerrechtliche Bestimmungen, wie ein Bericht festgestellt hat.

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«Die aktuellen Gesetze greifen zu wenig, um Migrantinnen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, wirksam zu schützen», so das Fazit der SBAA. (Bild: Keystone)

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Der in Bern vorgestellte Bericht der Schweizerischen Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht (SBAA) «Häusliche Gewalt und Migrantinnen» zeigt anhand von sieben Einzelfällen auf, mit welchen Schwierigkeiten Migrantinnen, die sich aus einer gewaltsamen Ehe lösen möchten, konfrontiert sind.

Das Beweisen häuslicher Gewalt stelle für viele Migrantinnen eine nahezu unüberwindbare Hürde dar, führte Claudia Dubacher, Geschäftsleiterin SBAA, gemäss Communiqué aus. Die aktuellen ausländerrechtlichen Bestimmungen würden Opfer häuslicher Gewalt häufig zurück in die Arme des gewalttätigen Mannes treiben.

Gesetze greifen zu wenig

Diese Annahme bestätigen Expertinnen wie Claudia Hauser von der Dachorganisation der Frauenhäuser Schweiz und Liechtenstein (DAO): «Wir erleben oft, dass Frauen bei ihrem gewalttätigen Ehemann ausharren, um nicht in ihr Herkunftsland zurückzumüssen.»

Die Fachfrauen stellten zudem fest, dass Migrantinnen meist ungenügend über ihre Rechte und Hilfsangebote informiert sind. «Die aktuellen Gesetze greifen zu wenig, um Migrantinnen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, wirksam zu schützen», so das Fazit.


(Video: Keystone)

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ricardo Granda am 07.06.2011 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Häucheln ist Männersache

    Erstaunlich,wieviele malträtierte,geschundene und geschlagene Männer es gibt.Wo waren die, in den letzten 100 Jahren?

  • Paul S. am 06.06.2011 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetze ersetzen nicht Miteinander

    Dieser Artikel ist so ziemlich unnütz. Nicht die Gesetze sind das Problem, sondern Partner und ihre Ansprüche, die nicht zusammenpassen. Komfortablere Gesetze würden nur noch mehr Scheinehen provozieren, um sich hier einen Aufenthalt und einen Pass zu erschleichen. Jeder, der sich in die Fremde begibt, weiss, dass damit Risiken einhergehen. Aber jeder kann sich im Vorfeld informieren und dann die richtigen Schlüsse ziehen.

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  • peace am 06.06.2011 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    ich bin froh sind die gesetze so wie sie

    ich bin froh sind die gesetze so wie sie sind. ich weiss von vielen fällen von migrantinnen die ihren schweizerehemännern das leben zur hölle machen, selber zuschlagen und dann das opfer spielen. ich habe das selbst am eigen leib erfahren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat Fauchiger am 07.06.2011 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    Schläger gehören eigesperrt

    Wenn man zwischen zwei Übeln auswählen kann, dann wählt man normalerweise das kleinere Übel. Da Frauen in der Heimat oft auch geschlagen werden, kommt es oft aufs selbe heraus. Die Schläge sind zwar dieselben. In der Schweiz sind aber die Sozialleistungen besser. Schläger dürfen aber niemals toleriert werden!!! Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • HP Müller am 07.06.2011 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch, aber ist die Herkunft wichtig?

    Auch viele Schweizerinnen und Schweizer bleiben trotz physischer oder psychischer Gewalt oft bei ihrem Partner. Dies hat meiner Ansicht nach mit der Psychologie des Menschen zu tun, nicht mit der Herkunft des Opfers. Die Behauptung: "Die aktuellen ausländerrechtlichen Bestimmungen würden Opfer häuslicher Gewalt häufig zurück in die Arme des gewalttätigen Mannes treiben." scheint eher politisch motiviert zu sein, als ein Resultat einer repräsentativen Studie (die ohnehin auf "nur" 7 Fällen beruht). Wo ist der statistisch relevante Vergleich zu schweizer Opfern?

  • Africa am 07.06.2011 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mhhh

    naja ich habe mit Migrantinnen zusammen gearbeitet (Anlaufstelle). Viele kamen, grün und blau geschlagen, wir haben alles in die Wege geleitet, Mann angezeigt etc. am ende hat sich die Frau dazu entschieden, alles wieder zurückzuziehn, es sei jetzt ja doch nicht so schlimm. Das passierte nicht einma sondern mehrmals hintereinander (Angst). Wir haben (zumindest) in der Stadt Zürich haufenweise Anlaufstellen und Frauenhäuser. Der entscheidende Schritt, muss die Frau aber selbst machen, dieser kann ihr niemand abnehmen. Egal was bei uns für gesetze herrschen

  • Schaaggi am 07.06.2011 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    gewalttätige Frauen

    Kenne ausländische Frauen, die ein CH-Mann geangelt haben (der sonst keine andere finden würde, vorallem keine CH-Frau) und den vorallem psychisch fertigmachen und finanziell auch. Die wehren sich meist auch nicht, da sie vermutlich nicht allein sein wollen oder so....

  • Ricardo Granda am 07.06.2011 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Häucheln ist Männersache

    Erstaunlich,wieviele malträtierte,geschundene und geschlagene Männer es gibt.Wo waren die, in den letzten 100 Jahren?