Café Sphères

01. Dezember 2019 15:22; Akt: 01.12.2019 23:48 Print

Linke attackieren Mörgeli und Köppel mit Milchshake

«Wir tolerieren euch hier nicht»: Linksextreme überschütteten in einem Zürcher Café die beiden Politiker mit einem Getränk. Diese hielten dort eine Sitzung ab.

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Ein Teil des Publikums des Zürcher Cafè Sphères hat ein Problem damit, dass SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel dort jeweils mit drei bis vier Personen eine Redaktionssitzung abhält. Nachdem der Gruppe um Köppel Ende Oktober von einem Gast gesagt wurde, sie sei hier nicht erwünscht, eskalierte die Situation nun letzten Mittwoch weiter.

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Wie die «Revolutionäre Jugend Zürich» auf Instagram schreibt,
sind Köppel und seine Kollegen «von antirassistischen und wütenden Café-Gästen mit Milchshakes aus dem Café Sphères in Züri West vertrieben» worden.

«Sie werden hier nicht toleriert»

Dazu hat die «Revolutionäre Jugend» ein Foto gestellt, auf dem zu sehen ist, wie eine Person Christoph Mörgeli einen Milchshake anschüttet. «Mit einer Milchshake-Dusche wurde den SVP-Aushängeschildern Köppel und Mörgeli klargemacht, dass sie nicht toleriert werden und nicht einfach überall ohne Widerstand auftauchen können. Weder im Sphères noch sonstwo!»

Die «Weltwoche» verbreite in ihrer Propaganda tagtäglich rassistische, sexistische und menschenfeindliche Hetze, begründen die Linksextremisten den Angriff. «Das Sphères hat einen linken Anspruch und Anschein, die Geschäftsleitung toleriert aber zynischerweise die ‹Weltwoche›-Sitzungen. Und nicht nur das: Sie macht sogar eine Ausnahme für sie, denn normalerweise werden im Sphères keine Tische reserviert.»

Kritik an Sphères-Wirt

Damit kritisiert die «Revolutionäre Jugend» den Umstand, dass Sphères-Wirt Philipp Probst beim letzten Eklat erklärte, er habe kein Problem mit Roger Köppel. «Wenn er weiterhin hierherkommen will, sehr gerne.»

Auf Anfrage verweist alt Nationalrat Christoph Mörgeli auf Roger Köppel. Dieser war für 20 Minuten bisher nicht erreichbar. Das Café Sphères wollte sich auf Anfrage nicht zum Vorfall äussern. Die Stadtpolizei Zürich bestätigt auf Anfrage, dass ein Polizeieinsatz stattgefunden hat. Eine Anzeige sei bisher noch nicht eingegangen.

«Extremisten wollen Köppel entmutigen»

Für Szene-Kenner und Aussteiger Adrian Oertli steht der Angriff auf Köppel und Mörgeli in der Logik der «totalitären Linken und ihrem Kampf gegen Andersdenkende»: «Sie wollen bestimmen, was gesagt werden darf und was nicht.» Es gehe in solchen Aktionen darum, unliebsame Personen wie Köppel und Mörgeli zu entmutigen und sie aus der Öffentlichkeit zu drängen. «Das Ziel ist, dass Leute, die nur mit ihnen reden, als Verräter abgestempelt werden.»

Oertli stellt eine zunehmende Gefährdung der Meinungsfreiheit fest: «Es ist hochproblematisch, dass die Meinungsfreiheit aufgeweicht wird, indem extreme Kreise unter dem Deckmantel des ‹Antirassismus› mit gewalttätigen Aktionen versuchen, Debatten mit Argumenten im Keim zu ersticken.» Es sei wichtig, dass der Dialog, der für die Demokratie zentral sei, nicht verloren gehe, sagt Oertli. «Dafür ist es nötig, dass wir solche Attacken verurteilen, uns nicht einschüchtern lassen und weiter Andersdenkende – so sehr wir deren Meinungen verurteilen – mit Argumenten kontern.»

Redner wurde mit Stühlen und Eiern beworfen

Jüngst sorgte auch ein Angriff von Linksextremen auf den Chilenen Axel Kaiser in Zürich für Aufsehen. Der Verfechter einer neoliberalen Wirtschaftsordnung wurde bei einem Vortrag mit Stühlen und Eiern beworfen. Andreas Glaser, Direktor des Zentrums für Demokratie in Aarau, sagte damals zu 20 Minuten: «Die Gesellschaft muss wieder einüben, andere Meinungen zu ertragen und nicht gleich als Angriff auf die eigene Person zu werten.»

Die «Revolutionäre Jugend Zürich» lässt indes die Meinungsfreiheit nicht gelten: «Die gern zitierte Meinungsfreiheit ist kein Argument! Köppel erniedrigt Menschen tagtäglich aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft, sozialen Zugehörigkeit oder ihres Geschlechts. Machen wir ihnen klar, dass sie nirgendwo willkommen sind!»

«Wir gelten als offener Raum»

Die Verantwortlichen des Sphères liessen derweil am Sonntagabend in einer Stellungnahme auf Facebook verlauten: «Wir sind ein Kultur-Café, welches allen Personen offensteht, gelten als offener Raum und genau dort sollte Toleranz und Meinungsfreiheit stattfinden. Auf unserer Bühne finden häufig Diskussionen statt, in unserer Buchhandlung findet man Literatur über die aktuellen Themen der Welt. Dass wir nun von rechten und linken Aktivisten für Ihre Zwecke benutzt werden, ist für uns und unser Team sehr ärgerlich. Wir verurteilen jegliche Gewalt, Hassreden und linke wie rechte Intoleranz.»



SP verurteilt Attacke

Auch die Zürcher Linke distanziert sich vom Angriff auf Köppel und Mörgeli. «Wir verurteilen jegliche Art von Gewalt», sagt Davy Graf, Präsident der SP im Zürcher Gemeinderat. Politische Auseinandersetzungen müssten in einer Demokratie immer mit Argumenten am Tisch mit dem politischen Gegner ausgefochten werden. Nach der Attacke auf den Chilenen Axel Kaiser lancierten FDP, EVP und SVP im Rat eine gemeinsame Fraktionserklärung, in der sie den Angriff verurteilten und den Schutz der freien Meinungsäusserung betonten. Nicht unterschrieben hatten SP, AL, Grüne und Grünliberale.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Papa Dur-Moll am 01.12.2019 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch das ist Rassismus, bloss in anderer Form!

    Auch wenn's der Meinung solcher Typen nach zur Zeit offenbar nur rot und rot-grün geben soll: Die Schweiz besteht aus politischer Multicolor! Solche Attacken sind weder sinnvoll noch förderlich. In meinen Augen auch eine Form von Rassismus!

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  • Markus am 01.12.2019 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Man muss nicht gleicher Meinung sein mit allen Politikern - der freie Diskurs allerdings bringt die Schweiz als diversitäres, offenes Land weiter. Eine solche Aktion ist widerlich & verachtend - dies hat niemand verdient. Ich hoffe Eure Eltern sind stolz auf eure Aktion.

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  • Juls am 01.12.2019 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechts oder Links

    Eigentlich spieltves keine Rolle ob jemand eher rechts- oder Linksdenkend ist. Aber sobald Leute tätlich werden gehören sie für mich alle in den selben Topf. Das darf nicht tolleriert werden. Man muss imstande sein seine Meinung mit Worten zu äussert ansonsten muss man mit den konsequenten rechnen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Taeb am 02.12.2019 00:03 Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie

    Ich bin seit mehr als 30 Jahren links. Bereits in der Primarschule habe ich mich für linke Anliegen und Ideen stark gemacht und exponiert. Was da nun aber von linksextremistinnen- und extremisten ausgeht ist undemokratisch und in kleinster Weise einer Gesellschaft würdig

  • Ausversehen Todschlag? am 01.12.2019 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverteidigung? Affekt?

    Wenn jemand etwas auf mich ausleert und ich einen solchen Schrecken bekomme, weil ich ja nicht weiss wie gefährlich die darin enthaltene Flüssigkeit ist oder wie weit der Angreifer noch geht, wäre es ja nur Selbstverteidigung, wenn ich die Person schwer bis tödlich verletze. Das sollte man auf keine Fall tun, da ist das eigene Leben mitzerstört. Aber überlegt mal, welche Ausmasse dies annehmen könnte wenn man an den Falschen gerät und der im Affekt handelt!

  • Links v.Rechts am 01.12.2019 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Rechts

    Politisch rechts zu stehen, ist keine Meinung, sondern eine Lebenseinstellung. Diese gehört bestraft und ist zu verurteilen...

  • Herr Bert am 01.12.2019 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Topf für beide

    Wer die Geschichte etwas studiert und verstanden hat, weiss, dass extreme Linke UND extreme Rechte den selben Teufel anbeten.

  • Claudia am 01.12.2019 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwürdiges Verhalten

    Man mag ja nicht immer die gleiche Meinung vertreten, aber wir leben in einem demokratischen Land , wir leben in einem Land mit Meinungsfreiheit. Ich verstehe nicht, warum die Welt so rau, respektlos, und intolerant sein kann. Gegner kann man mit Argumenten entgegen halten, aber solche Handlungen gehören nicht in unsere Welt.