AKW Leibstadt

10. Juli 2014 10:54; Akt: 10.07.2014 12:46 Print

Löcher bestehen schon seit sechs Jahren

Die Löcher in der AKW-Schutzhülle sind nach der letzten Kontrolle durch die Aufsichtsbehörde Ensi gebohrt worden. Die Schutzhülle soll aber dennoch dicht sein.

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Die Löcher an der Schutzhülle wurden erst kürzlich entdeckt.

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Die vor kurzem entdeckten Löcher zur Befestigung von Handfeuerlöschern im Primärcontainment des AKW Leibstadt bestehen schon seit sechs Jahren. Fachleute der Aufsichtsbehörde Ensi hatten kurz davor das Stahlcontainment letztmals inspiziert und auf seine Dichte hin geprüft.

Die beiden Feuerlöscher seien 2008 von Fremdpersonal montiert worden, sagte Andreas Pfeiffer, Leiter des AKW Leibstadt, in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» (AZ) vom Donnerstag. Fünf der Bohrlöcher seien mit Schrauben verschlossen worden, eines sei offen geblieben, aber von der Feuerlöscherhalterung verdeckt gewesen. Der Durchmesser der Löcher betrage ungefähr sechs Millimeter.

Kontrolle alle zehn Jahre

Den Fachleuten des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats Ensi fielen diese Löcher nicht auf, weil sie bei der letzten durchgeführten Inspektion noch gar nicht vorhanden gewesen waren. Die Integrität des Stahlcontainments des KKL werde in Übereinstimmung mit dem internationalen Regelwerk alle zehn Jahre durch einen integralen Leckratentest nachgewiesen, sagte Mediensprecher David Suchet auf Anfrage.

Dieser Test sei im Rahmen der Jahreshauptrevision 2008 zu drei verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt worden: am 26. August 2008 nachts von 02.30 bis 05.30 Uhr, am Nachmittag desselben Tages von 14.30 bis 16.00 Uhr sowie am 27. August 2008 von 15.00 bis 17.00 Uhr.

Schutzhülle trotz Löchern dicht

Sowohl AKW-Chef Pfeiffer, wie auch die Aufsichtsbehörde Ensi sind sich aber einig, was die Gefährlichkeit der Löcher betrifft. Im Normalbetrieb herrsche in diesem Raum Unterdruck, sagte Pfeiffer im AZ-Interview. Dies bedeute, dass keine Luft und damit auch keine Radioaktivität entweichen könne.

Auch bei einem Störfall, wenn Überdruck entsteht, würde die Luft bei einer erhöhten Radioaktivität vor der Abgabe an die Umgebung vom Notabluftsystem gefiltert, sagte Ensi-Sprecher Suchet. Selbst bei einem solchen Störfall könnten die Dosisgrenzwerte eingehalten werden.

Für das Ensi ist aber klar, dass die Bohrungen an unzulässigen Stellen durchgeführt wurden. Dies weise auf ein organisatorisches Defizit des Kernkraftwerks Leibstadt hin. Das Ensi werde die Schlussfolgerungen für Leibstadt und für seine eigene Aufsichtspraxis nach Abschluss seiner Analyse ziehen.

(sda)