Verletzte und Schäden

25. August 2019 04:52; Akt: 26.08.2019 16:33 Print

Lokführer überfahren immer häufiger Rot

Noch nie wurden im Bahnverkehr so viele Signale missachtet wie letztes Jahr. Das kann Leben kosten.

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363 Mal sind Lokführer im letzten Jahr über Rot gefahren oder haben andere Signale missachtet. Ein Rekord, wie aus Daten des Bundesamts für Verkehr hervorgeht, in welche die «SonntagsZeitung» Einsicht hatte.

Als 2010 erstmals jede «Fehlhandlung gegen Signale im Bahnverkehr» erfasst wurde, zählte der Bund erst 224 solcher Fälle. Seither haben sie deutlich zugenommen. 108 Personen wurden bisher deswegen verletzt, 15 davon schwer. Beim Zugunglück in Granges-Marnand 2013 musste gar eine Person ihr Leben lassen.

Kosten von 56 Mio Franken

Die Sachschäden dabei sind enorm: Mehr als 56 Millionen Franken kosteten überfahrene Rotlichter seit 2010. Wie die Daten zeigen, ist häufig die Unachtsamkeit der Lokführer die Ursache.

Hubert Giger, Präsident des Lokführerverbands, sagt: «Der Arbeitsdruck der Lokführer ist gestiegen: Es gibt mehr Signale, die Geschwindigkeiten sind höher, die Beschleunigungen grösser.»

Laut den SBB verursachen nebst erfahrenen vor allem junge Lokführer Signalfälle. Die Bahnfirma bietet unter anderem Auffrischungskurse an und stellt Experten für Begleitfahrten. Im laufenden Jahr kam es laut den SBB bislang zu weniger Zwischenfällen als im Vorjahr.

(chk)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bert am 25.08.2019 05:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was nun?

    Da wurde uns doch immer mitgeteilt, dass vor dem Signal der Zug automatisch stillstehe und ein Überfahren der Rotlichter gar nicht möglich sei...

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  • Schwingerhose am 25.08.2019 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie wärs mit weniger druck?

    Kann es sein dass heute bei den lokführern der stress von oben auch immer grösser wird? Keiner ist unfehlbar, nur hier fällt es mehr ins gewicht, da es leben kosten kann.

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  • Lokführer am 25.08.2019 06:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz

    Als Signalfall gilt bei der SBB auch, wenn die Zugsicherung eingreift und der Zug vor dem geschlossenen (roten) Signal zum stehen kommt. Es gibt auch Rangiersignale und die sind nicht mit der Zugsicherung abgesichert. Was ich mitbekommen habe, sind mehr Rangiersignale missachtet worden als Signale für die Zugfahrt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 29.08.2019 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles was man kann nur falsch machen...

    Sind diese Lokführer Farbblind? Ich dachte immer die müssen sich regelmässig Ärztlichen Kontrollen unterziehen...!

    • Silvie am 15.09.2019 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Auch immer mehr Autofahrer sind blind.

    • Martial2 am 15.09.2019 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silvie

      Ich immer noch nicht, zwar "taub stumm" aber das Rotlicht sehe ich immer noch...

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  • Jim Knopf am 28.08.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    3'500.- Ausbildungslohn

    wollte mir (40j./Alleinverdiener/Vater mit 3 Kindern) die SBB für die Lokausbildung bezahlen. Ist ja kein Wunder dass da nur die jüngsten Kandidaten mit Party im Kopf anbeissen. Ist übrigens auch ein Grund weshalb ich nicht mehr Zug fahre.

    • PM am 28.08.2019 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jim Knopf

      Das sind laut Meyer marktgerechte Löhne. Anscheinend begreift Meyer immer noch nicht, wie die Personalsituation aussieht!

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  • Uschi Blum am 28.08.2019 01:45 Report Diesen Beitrag melden

    Geisterzug

    Bei den ÖV-Busfahrern in Schaffhausen, lässt die Aufmerksamkeit auch nach. Neulich fuhr einer beinahe über rot in ein anderes Auto. Einer fuhr eine falsche Richtung und merkte es nicht, bis die Fahrgäste was sagten. Auch denke ich manchmal, was ist, wenn einer einen Herzinfarkt bekommt. Falls ein Lochführer werdend der Fahrt stirbt.. Die Tür ist abgeschlossen. Keiner kann versuchen den Zug zu stoppen!

    • Tfzf am 28.08.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      Totmannpedal

      Da kann ich Sie beruhigen. Dafür gibt es die Sicherheitssteuerung, dass ist ein Pedal das der Lokführer während der Fahrt drücken muss, sonst ist nach 100 Metern schluss mit der Fahrt.

    • öv'ler am 28.08.2019 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Uschi Blum

      tja fahren fahren , Zeit mangel , keine Aufenthalte usw. - es wird noch zu nehmen.

    • OC am 28.08.2019 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Uschi Blum

      Für das gibt es die Sicherheitssteuerung, 1600 Meter und das System bremst den Zug.

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  • Zahlen & Fakten am 27.08.2019 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mathematische Relation

    ca. 3000 Lokführer, 700 Signale pro Schicht. Macht total 766'500'000 Signale jährlich zu 370 Signalfällen. Entspricht einer Fehlerquote von 0,00000048%. Würden alle so perfekt arbeiten, würden wir in einer fast perfekten Welt leben!

  • Lf am 26.08.2019 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traue ich ihnen mehr als zu

    Der Artikel schreit geradezu nach Ablenkungstaktik vom SBB Management, um von den wahren Problemen abzulenken.

    • PM am 27.08.2019 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lf

      Ja klar, jetzt noch die SOB Geschichte, wo die SBB andere Bahnen für sich fahren lässt und das als Meilenstein verkauft, beschämend, einen solchen Arbeitgeber zu haben.

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