Grossfamilie

28. Juli 2014 16:59; Akt: 28.07.2014 17:01 Print

Männer mit vielen Kindern erfolgreich – Frauen nicht

Grossfamilien sind in der Schweiz selten geworden. Ein Experte sagt, dass sie für Frauen ein Karrierehindernis sein können – anders als bei Männern.

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Grossfamilien haben einen unterschiedlichen Einfluss auf die Karriere von Frauen und Männern. (Bild: Keystone/AP/Darryl Dyck)

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Familien mit vielen Kindern sind in der Schweiz eine Seltenheit. Vorbei ist es vielerorts mit den riesigen Bauernfamilien, bei denen die ältesten Kinder alt genug sind, um auf die Jüngsten aufzupassen.

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Als Grund dafür gilt zum einen die fehlende finanzielle Abhängigkeit von den eigenen Kindern. Zum anderen ist der Nachwuchs für viele Frauen aber auch ein Karrierehindernis.

Der Soziologe und Familienspezialist Eric Widmer sagt zu «Le Matin»: «Männer machen Karriere, wenn sie mehr Kinder haben. Bei Frauen beobachte ich das Gegenteil.»

«Gegenüber Frauen gibt es Vorurteile»

Bei Männern sähen Unternehmen viele Kinder als Zeichen für Stabilität, sagt Widmer. «Männer mit vier oder fünf Kinder wirken für Unternehmen vertrauenswürdig. Die Kinder wirken als Garant für Stabilität».

Frauen mit vielen Kindern dagegen würden auf Unternehmen unberechenbar wirken. «Gegenüber ihnen gibt es die Vorurteile, dass sie weniger zur Verfügung stehen, weil sie wegen ihrer Kinder anfälliger für Fehlzeiten sind.» Genaue Zahlen zu Widmers Beobachtungen gebe es aber noch nicht.

(nsa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mami vo drünä meitli am 28.07.2014 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu teuer für schweizer 

    eeehm sorry! ich behaupte mal das eine frau die eine großfamilie möchte, nicht karrieren geil ist!!! und logischerweise zuhause bleibt. könnte der hauptgrund wohl daran liegen das eine durchschnitts SCHWEIZERFAMILIE es sich schlicht und einfach nicht leisten kann!???!???!

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  • T. Bächtold am 28.07.2014 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Kinder war gestern

    Ok, dies ist sicher ein Nachteil für die Frauen. Allerdings brauchts für diese Erkenntnis keinen Experten und auch die Männer habens schwer. Denn heute ist der kinderreiche Mittelstand mehr denn je der Verlierer. Dies können sich eigentlich nur noch die Reichen sowie Langzeit-Sozialhilfebezüger leisten. Ich will überhaupt keine Kinder, da ich nicht sehr reich bin und mich nicht für 25 Jahre der Schweiz und dem nötigen Einkommen verschreiben will. Für mich DAS Privileg, frei zu sein und durch das nötige Kleingeld die reale Option Auswanderung zu haben. Denn irgenwann wirds hier ungemütlich..

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  • Corinne am 29.07.2014 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann nicht alles haben

    Entweder Kind oder Karriere da muss man sich schon entscheiden. Karriere geht nun mal nicht mit 8 Stunden Arbeitstag nach KiTa- Zeiten. Zudem dann am Abend noch die Freude und Ausgeglichenheit für eine Horde Kinder haben, vom Haushalt kochen putzen etc. mal abgesehen? Diese Frau soll mir mal jemand zeigen, in einer Familie kann max. 1 Person Karriere machen sonst bleiben die Kids auf der Strecke.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kay N. Ahnung am 30.07.2014 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsame "Studie"

    Bei einer Grossfamilie ist es beinahe nicht möglich, dass beide Elternteile genug Kapazität haben, um beide beruflich erfolgreich zu sein (erfolgreich beinhaltet auch eine flexible und hohe Präsenzzeit). Daher kann i.d.R. nur eine Person pro Grossfamilie erfogreich sein, und da ist es meistens halt der Mann (schon aus finanziellen Gründen, Thema Lohngleichstellung). Ausserdem ist da noch die Frage über Ursache und Wirkung: Ist man wirklich beruflich erfolgreich, weil man viele Kinder hat, oder hat man viel Kinder, weil man beruflich erfolgreich ist (=genug finanzielle Mittel)??

  • J. M. am 29.07.2014 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Papi von drei

    Keine Kinder wollen, dann aber über die vielen "Ausländer" motzen... Klar brauchen wir so viele Fachkräfte wenn die Durchnschnittsschweizerin so wenige Kinder möchte!! Ich frage mich ob das mit der AHV in 20 Jahren noch klappt..

  • Dinki Kinderlos am 29.07.2014 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Besser kinderlos

    Mein Mann und ich (ü40) haben uns vor langer Zeit für die Kinderlosigkeit entschieden. Wir gehörten zur berüchtigten Generation Praktikum und konnten lange von einer Festanstellung nur träumen. Der Lohn reichte gerade so zum leben. Man muss zudem immer flexibler sein, einen Wohnortwechsel in Kauf nehmen können, ohne mit der Wimper zu zucken. Diese Entwurzelung und unsere finanzielle Lage damals bewegten uns dazu, uns komplett gegen Kinder zu entscheiden! Wir haben es nicht bereut. Heute sind wir ausgewandert, beide sattelfest im Beruf (100%), für ein Kind ist keine Zeit, die Uhr abgelaufen.

  • Cellius am 29.07.2014 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Grossfamilienaera zurecht vorüber!

    Wer in der heutigen Zeit noch versucht eine Grossfamilie zu werden, sollte keinerlei Unterstützung mehr erhalten. Klingt vielleicht für viele hart, aber ich bin der Meinung wer in Zukunft mehr als 2 Kinder hat/bekommt, arbeitet aktive am schleichenden Untergang dieses Planeten! Die Menschheit muss umdenken wenn wir auch noch in 2-3 Hundert Jahren eine Zukunft mit Menschen möchten. Aber das ist das Problem, wenn interessiert es schon was in 2-3 Hundert Jahren ist. Frei nach dem Motto nach mir die Sinnflut.

  • St. Gallerin am 29.07.2014 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber ohne

    Deshalb bleibe ich, w 27, lieber kinderlos. Es kostet viel, ist sehr zeitintensiv und - wie gesagt - Karriereblocker. Wer sich's leisten kann, Freude und Mann hat, kann sich das bestimmt erlauben.