Umfrage

20. Mai 2019 23:56; Akt: 20.05.2019 23:56 Print

Männer wollen, dass Frauen länger arbeiten

Eine Mehrheit der Schweizer will, dass auch Frauen bis 65 arbeiten. Den Jungfreisinnigen reicht das aber nicht.

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Trotz der Finanzspritze für die AHV, die das Volk am Sonntag gutgeheissen hat, wird in der AHV 2030 ein Loch von insgesamt 23 Milliarden Franken klaffen. Das zeigen Prognosen des Bundes. Rund zehn Milliarden würde eine Erhöhung des Rentenalters der Frau von heute 64 auf 65 Jahre bringen.

Nun zeigt die Tamedia-Nachbefragung, dass das Rentenalter 65 für die Frau an der Urne gute Chancen hätte. 63 Prozent der Stimmbürger befürworten es derzeit. Nur 34 Prozent sprechen sich dagegen aus, während drei Prozent keine Meinung hatten. Auffällig: Vor allem Männer wollen, dass Frauen länger arbeiten. So sind 72 Prozent der Männer für eine Anhebung des Pensionsalters der Frau, bei den Frauen selbst sind es nur 55 Prozent.

«Ältere Arbeitnehmer haben es auf dem Arbeitsmarkt schwer»

Von einem höheren Rentenalter wollen Linke und Gewerkschaften derzeit aber nichts wissen. So schrieb die Gewerkschaft, dass eine Erhöhung des Frauenrentenalters mit dem Ja vom Sonntag erst einmal vom Tisch sei. Auch SP-Nationalrätin Bea Heim sagt: «Die Umfrage ist hypothetisch. Wer über 55 ist und seine Arbeit verliert, hat es schwer, wieder einen Job zu finden.» Solange die Wirtschaft nicht bereit sei, ältere Arbeitnehmer zu beschäftigen, führe ein höheres Rentenalter nur zu mehr Arbeitslosen, die am Schluss auf Sozialhilfe angewiesen seien.

Hinzu komme, dass Frauen noch immer weniger verdienten als Männer. Werde nun das Referenzalter bei der Frau erhöht, sei dies eine Reform auf dem Buckel der Frau.

«Linke reden die Probleme in der AHV schön»

Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen, sagt dazu: «Die Linken und Gewerkschaften reden die Probleme in der AHV schön. An einer nachhaltigen Sanierung und eine Anpassung an die gesellschaftlichen Realitäten führt kein Weg vorbei.» Die Linke lasse sich noch nicht einmal auf eine Diskussion ein. «Das ist unschweizerisch.» Dass sich in der Umfrage eine Mehrheit für das Frauenrentenalter 65 ausspreche, zeige, dass die Bevölkerung den Handlungsbedarf erkenne.

Die Jungfreisinnigen wollen nun eine Volksinitiative für ein höheres Rentenalter lancieren. Zur Diskussion stehen mehrere Varianten mit Rentenalter 66. Denkbar ist auch, dass Renten zusätzlich automatisch an die steigende Lebenserwartung angepasst werden.

Zur Umfrage

14'670 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 17. und 19. Mai online an der Tamedia-Nachbefragung zur eidgenössischen Abstimmung vom Wochenende teilgenommen. Die Umfragen werden in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissenschaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 2,1 Prozentpunkten. Weitere Informationen gibts hier.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ebiboy am 21.05.2019 04:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Die Frauen sollen bei gleicher Arbeit und Leistung gleich viel verdienen. Aber sie sollen auch gleich lang arbeiten, bis 65. Das nennt man dann Gleichberechtigung !

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  • Wippy am 21.05.2019 04:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fair ist fair

    Fair ist fair. Frauen wollen die Gleichberechtigung? Dann gehört, ausser dem Angleichen des Lohnes, auch die Erhöhung des Rentenalters für Frauen dazu. Wenn, dann überall eine Angleichung/Anpassung.

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  • Hunrod am 21.05.2019 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    In Sinn der Gleichberechtigung wäre es nur fair, dass bei Frauen und Männer das Rentenalter gleich ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PJM am 21.05.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlte und unbezahlte Arbeit

    Mütter in Paarhaushalten mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren setzen 66,9 Stunden pro Woche für bezahlte und unbezahlte Arbeit ein. Bei Väter sind es 68,2 Stunden pro Woche. Alleinerziehenden Mütter kommen auf 67,6 Stunden pro Woche.

    • Miss Eule am 01.06.2019 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @PJM

      Mich würde interessieren woher Sie diese Angaben haben?

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  • Lara am 21.05.2019 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anderes Thema

    Eine totale Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist nicht möglich und wird es auch nie geben. Daher sollten wir lieber zusammen ein wichtiges Thema angehen (z.B. das Mann/Frau ab 50+ kein Job mehr kriegt) anstatt uns gegenseitig denn Ball zu zuspielen.

  • PJM am 21.05.2019 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unentgeltliche Erwachsenenpflege

    Angehörige zu pflegen war Frauensache. Nun haben die Männer aufgeholt. Mehr noch: Sie haben die Frauen überholt. 2016 haben die Männer 21 Millionen Stunden unentgeltliche Erwachsenenpflege geleistet. Bei den Frauen waren es nur 20 Millionen Stunden.

  • PJM am 21.05.2019 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber nicht weniger als 80%

    Die meisten Frauen wollen zwar einen Mann, der sich um Familie und Haushalt kümmert, aber weniger als 80 Prozent soll er nicht arbeiten. Und einen Hausmann wollen sie schon gar nicht. Das zeigt ganz deutlich, dass die Frauen keine Lust verspüren mehr zu arbeiten.

  • Seppeli vo Trueb am 21.05.2019 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jung versus Alt

    Ich hoffe nur, dass die Jungen Forderer auch Eltern und Großeltern haben, oder kommen diese Jungen alle aus der Retorte?