Doku

15. Dezember 2010 22:58; Akt: 15.12.2010 23:31 Print

Mafia in der Schweiz

Ex-Mafiapate Felice Ferrazzo zog die Fäden der ’Ndrangheta in der Schweiz. Im Tessiner Fernsehen sagt er nun erstmals, wie die Mafia hierzulande funktioniert.

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Mafia-Pate Felice Ferrazzo liess sich an einem geheimen Ort in Kalabrien interviewen. (Bild: rsi)

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Felice Ferrazzo baute in den 1990er Jahren ein Mafia-Netz auf, das von Lugano bis Zürich reichte – und noch heute besteht, wie die Berichte von 20 Minuten zu den Verbindungen der ’Ndrangheta in den Kanton Thurgau zeigten. Dem Tessiner Fernsehen gab der 55-Jährige nun erstmals ein Interview. Darin erklärt er, wie sein Clan in Zürich und im Tessin Waffen kaufte. Diese schmuggelte er nach Kalabrien, wo Ferrazzo sie in einem blutigen Krieg um den Handel mit Kokain, Waffen und Geld einsetzte. Der ehemalige Pate der ’Ndrangheta habe Banken im Tessin und in Zürich als wichtige Drehscheibe für die Geldwäscherei der ’Ndrangheta genutzt, sagt Gianni Gaggini, Co-Autor des Dokumentarfilms «Die Ehre des Blutes». «Der Clan Ferrazzo wurde der mächtigste Mafia-Clan in der Schweiz.» Sein Motto: «einfach und brutal». Ferrazzo, der als junger Mann in die Schweiz gezogen war, sass im Tessin wegen Drogenhandels im Gefängnis. Heute ist er ein wichtiger Zeuge in Anti-Mafia-Prozessen. Die Autoren des Dok-Films konnten ihn auf provisorischem Hafturlaub an einem geheimen Ort in Kalabrien interviewen.

RSI LA 1 strahlt die Doku heute Abend um 21.05 Uhr aus. Das Schweizer Fernsehen klärt nun ab, ob es den Film für das Deutschschweizer Publikum übersetzen will.

(hal/20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim am 16.12.2010 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Missverhältniss

    Klasse, die Mafia (wird nur beobachtet), die UCK (bekommt noch ein eigenes Land zum Rückzug).. den allen wird es leicht gemacht, aber bei ab 3 KM zuviel, oder ohne Nachtzuschlag da zeigt der Staat Härte

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tim am 16.12.2010 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Missverhältniss

    Klasse, die Mafia (wird nur beobachtet), die UCK (bekommt noch ein eigenes Land zum Rückzug).. den allen wird es leicht gemacht, aber bei ab 3 KM zuviel, oder ohne Nachtzuschlag da zeigt der Staat Härte

    • Tom am 16.12.2010 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      Missverhältniss nur auf den ersten Blick...

      Denn: Ermittlungsarbeit gegen die organisierte Kriminalität verschliengt tausende von Franken. Da ist es für den Staat einfacher und rentabler einfache Bussen kassieren zu lassen... Ein falsch parkiertes Fahrzeug ist auch viel gefährlicher als eine Mafiaorganisation... (Ich hoffe, man sieht hier den Sarkasmus...)

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