Claude Dubois

21. Februar 2019 09:57; Akt: 21.02.2019 10:51 Print

Maries Mörder wird ordentlich verwahrt

Claude Dubois forderte eine stationäre therapeutische Massnahme. Die Bundesrichter haben einen Antrag des Mörders aber abgelehnt.

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Claude Dubois war zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe und einer lebenslänglichen Verwahrung verurteilt worden. Dagegen legte er Berufung ein. Anfang März 2018 hat das Bundesgericht die lebenslange Verwahrung aufgehoben. Die lebenslange Freiheitsstrafe gegen Dubois, hier im März 2016 im Gerichtssaal in Renens VD, hat es hingegen bestätigt. Dubois hatte Marie am Abend des 13. Mai in Payerne VD entführt und später erdrosselt. Am 1. September 2016 ging vor dem Waadtländer Kantonsgericht die Berufungsverhandlung im Fall Marie los. Der Angeklagte Claude Dubois wurde schwer bewacht ins Gebäude gebracht. Die Eltern der getöteten Marie, Antoine und Evelyne (hier mit ihrem Anwalt Jacques Barillon) beim schweren Gang vor Gericht. Vor der Tat traf er die 19-Jährige mehrfach und soll sie auch beobachtet und überwacht haben. Hier wurde Maries Leiche gefunden: Waldstück in der Nähe von Châtonnaye im Kanton Freiburg. (15. Mai 2013) Claude Dubois lieferte sich mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd: Der Wagen des Entführers auf der Strasse zwischen Vaulruz und Romont FR. (14. Mai 2013) Dubois wurde festgenommen und leicht verletzt ins Spital eingeliefert. (14. Mai 2013) Nur mit mehreren Schüssen konnte die Polizei den Täter stoppen. (14. Mai 2013) Nach seiner Festnahme führte er die Beamten zur Leiche von Marie. (14. Mai 2013) Hier hatte der Mann das 19-jährige Opfer in sein Auto gezerrt: Landstrasse bei Payerne. (14. Mai 2013) Der Fall löste Trauer und Wut aus: Kerzen zum Andenken an die getötete Marie in Payerne. (15. Mai 2013) In Gedenken an die getötete Marie marschierten rund 200 Personen durch Payerne VD. (15. Mai 2013) Drei Jahre mussten Maries Eltern Antoine und Evelyne auf den Prozess gegen Dubois warten. Sie erschienen am 7. März 2016 ebenfalls vor Gericht. Der Anwalt der Opferfamilie, Jacques Barillon, zusammen mit Maries älterer Schwester Laetitia und ihrer Mutter in Renens. Die Anwälte von Claude Dubois, Yael Hayat und Loïc Parein, vor dem Gericht in Renens.

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Der Mörder von Marie wird ordentlich verwahrt. Dies hat das Bundesgericht entschieden und eine Beschwerde des Täters abgewiesen. Dieser hatte eine stationäre therapeutische Massnahme beantragt.

Die Lausanner Richter haben in einem am Donnerstag veröffentlichten Entscheid festgehalten, aufgrund der beiden psychiatrischen Gutachten könne davon ausgegangen werden, dass der Verurteilte keiner Therapie zugänglich sei. Einer der Experten geht von einer lebenslänglichen Untherapierbarkeit aus. Der zweite Gutachter begrenzte seine Prognose auf die nächsten 20 Jahre.

Das Bundesgericht hat im vorliegenden Urteil seine Rechtssprechung bestätigt, wonach zusätzlich zur lebenslänglichen Freiheitsstrafe die Anordnung einer Verwahrung zulässig ist, weil dies Einfluss auf die Bedingungen für eine bedingte Entlassung hat.

Abgewiesen hat das höchste Schweizer Gericht das Argument des Täters, wonach eine Verwahrung erst nach einer erfolglosen stationären therapeutischen Massnahme angeordnet werden dürfe.

Im Gesetz fänden sich keinerlei Hinweise dafür, schreibt das Bundesgericht. Der Gesetzgeber habe auf eine solche Regelung verzichtet, wie aus dem Protokoll der Parlamentsdebatte hervor gehe.

Bedingt entlassen

Der Verurteilte hatte 2013 die 19-jährige Marie in einen Wald bei Châtonnaye FR entführt, wo er sie über Stunden quälte und schliesslich mit einem Gürtel erdrosselte. Das Kantonsgericht Waadt verurteilte den Mann im September 2018 wegen Mordes, Freiheitsberaubung, Entführung, sexueller Nötigung und weiterer Delikte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und einer ordentlichen Verwahrung.

Der im Kanton Freiburg in einer wohlhabenden Familie aufgewachsene Schweizer war bereits im Jahr 2000 im Alter von 22 Jahren zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte 1998 seine damalige Ex-Freundin in einem Chalet in La Lécherette VD vergewaltigt und erschossen.

2012 erfolgte eine bedingte Entlassung. Obwohl er unter Hausarrest stand und elektronische Fussfesseln trug, konnte der verurteilte Mörder das Überwachungssystem überlisten und sich unbemerkt entfernen. (Urteil 6B_94/2019 vom 05.02.2019)

(sda)