Klimawandel

04. August 2019 04:37; Akt: 04.08.2019 04:37 Print

Matterhorn soll gesperrt werden

Der Permafrost taut in immer höheren Lagen und lässt die Felsen bröckeln. Mit fatalen Folgen. Bergführer fordern daher eine radikale Massnahme.

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Am Matterhorn kamen dieses Jahr bereits sechs Menschen ums Leben. Mindestens zwei von ihnen, weil sich Felsen gelöst und die Bergsteiger in die Tiefe gerissen hatten. Zwar ist noch unklar, weshalb genau das Gestein weggebrochen ist, doch für Hans-Rudolf Keusen, Geologe und Experte für Naturgefahren beim Schweizer Alpen-Club (SAC) ist die Hitze «mit hoher Wahrscheinlichkeit» mitverantwortlich: «In immer höheren Lagen taut der Permafrost», sagt Keusen in der «SonntagsZeitung».

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Soll das Matterhorn gesperrt werden?

Das belegen auch die neusten Messungen des Permafrost-Messnetzes Permos, das an 15 Orten in der Schweiz die Veränderungen beobachtet. In ihrem Bericht halten die Wissenschaftler fest, dass in der Zeitspanne von 2014 bis 2018 in der Schweiz die bisher höchsten Lufttemperaturen gemessen wurden. Es handle sich um die wärmste hydrologische Vierjahresperiode seit 1864. «Die Temperatur, die wir Ende Juni an der Bodenoberfläche gemessen haben, war so hoch wie noch nie», sagt Cécile Pellet von Permos.

Das hat Folgen: Berge wie das Matterhorn seien mittlerweile zu instabil und gefährlich, um als Touristenattraktion hinzuhalten, an der täglich mehrere Menschen hochsteigen, sagen erfahrene Bergführer. Deshalb soll der Aufstieg auf den berühmtesten Schweizer Viertausender künftig verboten werden.

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 50+ am 04.08.2019 05:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    noch ein Verbot?

    warum sperren? Wer in die Berge geht, sollte sich der Gefahr bewusst sein, dass es das letzte Abenteuer werden könnte.

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  • Susi Wittwer am 04.08.2019 05:44 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld, selber bezahlen!

    Wieso verbieten? Ganz einfach, lasst den Bergsteigern, Rettungsaktionen und Unfallkosten selber Bezahlen. Wer so ein Risiko eingeht, soll auch selber bezahlen!

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  • Sebomir am 04.08.2019 05:23 Report Diesen Beitrag melden

    Verbote und nochmals Verbote

    Verbote sind für mich das falsche Mittel. Viel mehr sollten die Menschen aufgeklärt werden über die grossen Risiken, Gefahren und das sie ihr Leben vorher schon abschreiben sollten. Bilder von Verunglückten sollten das Aushängeschild für Besteigungsfreundliche sein. Man sollte an die Vernunft und den Verstand appelieren und auch über die Kosten einer Bergung informieren. Wer dann den Berg besteigen möchte will seinen Tod herausfordern.

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  • Kind der 60er am 05.08.2019 21:39 Report Diesen Beitrag melden

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    Klimawandel in den Alpen: Gibt es bald mehr Felsstürze. Ein Netzwerk von drahtlosen Sensoren liefert schon seit einigen Jahren Daten über die Felsbewegungen am Matterhorn.

  • Landei am 05.08.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

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    Naturgefahren und Permafrost - der Kleber der Alpen Permafrost in Felswänden oder steilen Hängen trägt massgeblich zur Hangstabilität bei: je kälter der Permafrost, desto höher ist die Hangstabilität. Mit einsetzender Erwärmung wird das Eis-Fels-Gemisch "weicher", d.h. das Gemisch beginnt sich plastisch zu deformieren. Die niedrigste Hangstabilität wird aber nicht beim Überschreiten der 0 °C-Marke erreicht, sondern bereits bei Werten um - 2 °C. Oft reichen also kleine Erwärmungen des Permafrosts aus um Felsstürze oder Hangbewegungen auszulösen.

  • Peter CH am 05.08.2019 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Die Temperatur ist das Maß der Dinge.

    Die Temperatur ist das Maß der Dinge. Unter Permafrost verteht man Boden, Schutthalden oder Felswände, die mindestens 2 Jahre hintereinander Temperaturen unter 0 °C aufweisen. Somit ist Permafrost rein durch die Temperatur definiert und kann unabhängig vom Eisgehalt in allen Materialien vorkommen.Permafrost ist aktiv: die Auftauschicht. Der eigentliche Permafrostkörper liegt unter einer "Auftauschicht". Das ist die Schicht des Bodenprofils, welche jeden Sommer um eine gewissen Mächtigkeit auftaut. Abhängig von Material und Jahresmitteltemperatur kann diese Auftauschicht wenige Zentimeter bis mehrere Meter betragen.

  • Schweiz am 05.08.2019 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Der Permafrostboden - eine tickende Zeitbombe

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  • Kuhschweizer am 05.08.2019 20:01 Report Diesen Beitrag melden

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    Klimawandel führt zu tauendem Permafrost: Klimawandel in den Alpen - Schweiz. Permafrost geht gefährlich zurück. Die Klimaerwärmung: Die Alpen trifft sie ungefähr doppelt so stark wie das weltweite Mittel. Es drohen in hochalpinen Gebieten Massenbewegungen, Felsstürze und Bergstürze, die viel grösser sind als das, was man dort bisher beobachtet hat. "Vielleicht werden sie in Zukunft auch häufiger auftreten - auf jeden Fall kommen dort neue Herausforderungen auf uns zu." Folgen des Klimawandels. Trockenheit und Schneemangel.