Vom Saulus zum Paulus?

13. März 2011 22:58; Akt: 13.03.2011 20:40 Print

Maurer gegen Polarisierung

von Nico Menzato - Als SVP-Präsident sorgte er mit Hasstiraden für Schlagzeilen, nun als Bundesrat beklagt er die Polarisierung in der Politik: Ueli Maurer ist zahm und selbstkritisch geworden.

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Einst scharfer Parteichef, ...

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In den zwölf Jahren als Präsident der SVP war niemand vor Ueli Maurer sicher:

Die Freisinnigen beschimpfte er als «Weichsinnige», das Kürzel CVP bedeute «christliches Verschaffen von Posten» und die Linken seien «rote Ratten». Samuel Schmid beschimpfte er als «klinisch tot» und Eveline Widmer-Schlumpf als «Blinddarm», den man entfernen müsse.

Heute ist der Hinwiler komplett verwandelt: Seit Ueli Maurer Bundesrat ist, verhalte er sich magistral, zurückhaltend und kollegial, attestieren ihm sogar politische Gegner. Doch nun wird der 60-Jährige gar selbst- und SVP-kritisch: In einer Rede vor rund 30 Altpolitikern kritisierte er die Polarisierung und plädierte für den politischen Kompromiss. «Es war ein Bekenntnis zum Bundesrat, zur Konkordanz – und gegen seine eigene Partei», fasste ein Teilnehmer die Rede in der «NZZ am Sonntag» zusammen. Ein anderer sagt, Maurer habe seine Rolle als Parteipräsident kritisch hinterfragt. Fast entschuldigend soll er erklärt haben, dass er damals eben in einer anderen Rolle gewesen sei.

Für Politologe Michael Hermann macht Maurer eine «stetige Wandlung durch». Dass er Bundesratsentscheide kollegial vertrete, sei das Eine. Dass er nun aber gar Themen wie Polarisierung und politische Correctness aufgreife, zeige, «dass es ihm ein Anliegen ist». Unglaubwürdig sei dies nicht: «Wenn man im Kommandoraum sitzt, sieht man die Lage anders als von aussen», so Hermann. «Maurer war schon immer eine konziliantere Figur als Blocher – auch wenn dies in seiner Zeit als SVP-Chef nicht immer klar ersichtlich war.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berner am 14.03.2011 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Hr. Maurer wird wohl auch eingesehen haben das man als Bundesrat mit destruktiver Parteipolitik nicht weit kommt.

  • Papierlischweizer am 14.03.2011 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hugo Sanders lässt grüssen

    Wer mag sich noch an Mani Matters Ballade von Nationalrat Hugo Sanders erinnern? Dieser Song ist aktueller denn je, nicht nur im Bundesrat.

  • Beobachter am 14.03.2011 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    es war Mittel zum Zweck...

    Herr Maurer, Sie zeigen damit wie (nicht nur) die SVP funktionert: es aind alle Mittel erlaubt um Karriereziele zuerhlatn - danach ist der Eigenschutz wichtig. Und als BR haben Sie hier kaum ein Problem -es gibt ncith viel BR dei abgewählt wurden, oder? Wie so oft: Politik ist Eigene Karrierre, es geht erst in zweiter oder dritter Linie um die Sache. Schade um die Politik!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner am 14.03.2011 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Hr. Maurer wird wohl auch eingesehen haben das man als Bundesrat mit destruktiver Parteipolitik nicht weit kommt.

  • mg am 14.03.2011 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Lob an Herr Maurer

    Herr BR Maurer hat sich gewandelt und wurde zu einem anständigen Politiker. Auch wenn ich Politisch selten seiner Meinung bin freut mich sein kollegiales Verhalten sehr. So sollte es doch auch sein, seine Meinung mit Anstand und Respekt, vor dem gegenüber vertreten. Und wenn er jetzt noch seine Partei dazu bekommt Lösungsorientierte Politik zu betreiben. Dann kann es ja endlich wieder vorwärts gehen in der Schweiz. Natürlich gilt dies auch für die Linken

  • B. Kerzenmacher am 14.03.2011 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wie, wann, wo?

    "Als SVP-Präsident sorgte er mit Hasstiraden für Schlagzeilen" Um was für Hasstiraden handelt es sich denn da? Man meint doch eher er hat die Missstände ungeschminkt beim Namen genannt.

  • Papierlischweizer am 14.03.2011 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hugo Sanders lässt grüssen

    Wer mag sich noch an Mani Matters Ballade von Nationalrat Hugo Sanders erinnern? Dieser Song ist aktueller denn je, nicht nur im Bundesrat.

  • Beobachter am 14.03.2011 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    es war Mittel zum Zweck...

    Herr Maurer, Sie zeigen damit wie (nicht nur) die SVP funktionert: es aind alle Mittel erlaubt um Karriereziele zuerhlatn - danach ist der Eigenschutz wichtig. Und als BR haben Sie hier kaum ein Problem -es gibt ncith viel BR dei abgewählt wurden, oder? Wie so oft: Politik ist Eigene Karrierre, es geht erst in zweiter oder dritter Linie um die Sache. Schade um die Politik!