Auslandseinsätze

12. Mai 2010 17:42; Akt: 12.05.2010 17:42 Print

Maurer lässt Swisscoy-Einsatz überprüfen

Bundesrat Ueli Maurer will nach einem Bericht in der «Weltwoche» zu angeblichen Saufgelagen der Schweizer Armee im Kosovo den Dienstbetrieb der Swisscoy kontrollieren.

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Wer keine sinnvolle Beschäftigung hat, sucht sich sinnlose Beschäftigung: Swisscoy-Soldat. (Bild: Keystone/Monika Flueckiger)

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Heute ist in der neuen «Weltwoche» ein Bericht über angebliche Saufgelage, Messerstechereien und Puffbesuche der Schweizer Soldaten im Kosovo erschienen.

Nur wenige Stunden nach Erscheinen des Artikels hat Bundesrat Ueli Maurer nun angeordnet, den Dienstbetrieb in sämtlichen Auslandseinsätzen der Schweizer Armee zu überprüfen. Damit ist in erster Linie die Swisscoy im Kosovo gemeint - ansonsten leisten lediglich einzelne Offiziere und Spezialisten der Schweizer Armee internationalen Dienst.

Die kurze Zeitspanne zwischen dem Erscheinen des Artikels und der Ankündigung der Untersuchung dürfte kaum Zufall sein. Ueli Maurer und der SVP sind die Auslandseinsätze ein Dorn im Auge. Die NATO zieht sich zurzeit sukzessive aus dem friedlicher gewordenen Kosovo zurück. Die Gunst der Stunde will Maurer nutzen: Wie der «Tages-Anzeiger» bereits im Januar mit Verweis auf Militärkreise berichtete, will er den allgemeinen Abzug dazu nutzen, die Swisscoy zu verkleinern. Der Abzug der kompletten Infanteriekompanie sei denkbar.

Orchestrierte Aktion?

Der Bericht der «Weltwoche» kommt da genau zur rechten Zeit. Auffällig ist auch, dass im Bericht vor allem gegen die Infanteristen, die Maurer zurückholen will, Beschuldigungen erhoben werden. Der «Weltwoche» wird immer wieder nachgesagt, von der SVP finanziell unterstützt zu werden.

Frage an das VBS: Ist das eine orchestrierte Aktion von Maurer und «Weltwoche»?

Parlamentarier auf Besuch

Sprecher Philippe Zahno lacht und sagt: «Ich kann ihnen dazu nichts sagen. Das ist eine Frage, die Sie sich selber stellen können.»

Vom kommenden Sonntag bis Dienstag besucht eine sicherheitspolitische Delegation des Parlaments die Swisscoy. Delegationsleiter Bruno Frick (CVP) erklärte der Nachrichtenagentur SDA, es sei Sache des VBS, den Vorwürfen nachzugehen. «Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass sich vor Ort einige Fragen daraus ergeben», fügte er an.

(job)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno Hochuli am 12.05.2010 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Bedrohung mehr

    Ich sehe auch keinen Sinn mehr, eine Truppe zu dort zu lassen, welche ohnehin nichts zu sagen hat. Anderswo wäre sie wohl nötiger.

  • pesche am 12.05.2010 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    bravo ueli

    entlich geht etwas jetzt wäre höchste zeit das alles abzubrechen und fertig.wenn jemand kein jop hat swisscoy ist ja da.da kann man einen grossen lohn verdienen und das mit keiner anstrengung.bravo ueli

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  • Stefan am 12.05.2010 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ausland

    Ohhh alles was aus dem Ausland kommt ist Teufelswerk,so auch die Swisscoy im Kosovo. Liebe SVP der Planet Erde besteht nicht nur aus der Schweiz. Wie kann man nur so Kleinkariert sein wie diese Herren aus dieser Partei.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Swisscoy am 15.05.2010 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    infanterie

    ich war selber dort, als wir aber noch wenigstens eingermasen anständige Einsätze hatten. wen man zwei wochen am stück arbeitet und dan mal ein zwei tage frei hat ist klar das man feiert.( ohne bordell besuch )!!!!! Wir wurden von der bevölkerung respektiert und haben eine gute arbeit geliefert. Ist es aber so das die Ifanterie keine arbeit mehr hat finde ich maurers idee sinvoll die infanterie abzuziehen. Man muss es selbst erlebt zu haben, sonst kan man sich sowiso kein richtiges bild machen!

  • Laura am 13.05.2010 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schadenfreunde, was?

    Zwei kleine Videos sind für mich noch keine Beweise für "Chaos". Nur die, die schon mal im Einsatz in Kosovo waren, wissen einigermassen, welche Aufgaben Swisscoy dort zu erfüllen hatte. Auch bezeugen die Männer, dass solche "Zustände" nichts Aussergewöhnliches in der Armee sind und vor allem bei Einsätzen im Ausland, wo man keine grosse Auswahl an nobleren Freizeitaktivitäten hat.

    • Chalid ibn al-Walid am 14.05.2010 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      An Laura

      "Nur die, die schon mal im Einsatz in Kosovo waren, wissen einigermassen, welche Aufgaben Swisscoy dort zu erfüllen hatte." Anscheinend waren sie auch im Kosove in Einsatz, wie ich das so verstehe. Na, wie waren dann die Puff-Besuche?

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  • Tetra Pack am 13.05.2010 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Swisscoy go home!

    Was soll diese uniformierte schweizerische Geldvernichtungsmaschinerie überhaupt im Kosovo? Das ist, wenn schon, NATO-Land! Die EU hat dort Krieg geführt und soll nun auch selbst und allein für Ruhe sorgen. Die feuchtfröhlichen Soldaten und die unsinnigen Politikerbesuche aus der Schweiz kosten den Steuerzahler sehr viel Geld! Go home!

  • maja naef am 13.05.2010 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    dumme Behauptung von Blick

    Das finde ich jetzt aber sehr gemein vom Blick einfach zu behaupten, dass Maurer nur schnell reagiert weil er gegen die Auslandeinsätze ist. Ich habe nichts anderes von ihm erwartet. Er hat auch schnell reagiert bei dem Typen der Kinder missbraucht hat.

  • SVP Guru am 12.05.2010 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Korporal im Range eines Bundesrates

    Soso, statt sich um die grosse strategische Büez zur Armee zu kümmern (Sicherheitspolitischer Bericht, Weiterentwicklung der Armee, Tiger-Ersatz), kontrolliert Bundesrat Maurer also die Soldaten im Kosovo. Wie heisst es so schön im Militär: "Jeder tut das, was er kann."