Umfrage

19. Dezember 2017 05:41; Akt: 19.12.2017 06:56 Print

Mehrheit will Sendungen in allen Landessprachen

von D. Pomper - Drei Viertel der Bevölkerung wollen, dass Sendungen in allen Landessprachen ausgestrahlt werden. Das zeigt die 20 Minuten-SRG-Umfrage.

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Was hält die verschiedensprachigen Schweizer zusammen? Für 55 Prozent der Bevölkerung ist klar: Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG ist wichtig für den nationalen Zusammenhalt. Das zeigt die repräsentative Umfrage zur SRG von 20 Minuten mit 21’540 Teilnehmern (siehe Box).

Je älter die Befragten, desto eher empfinden sie die SRG für den nationalen Zusammenhalt als wichtig (18-24 Jahre: 52%, über 65: 61%). Bei den Parteien ist die Zustimmung unter Grünen und SP-Anhängern (71%) am grössten, am kleinsten ist sie bei SVP-Sympathisanten (43%). Als besonders wichtig erachten Befragte aus der italienischsprachigen (60%) und der französischsprachigen Schweiz (59%) die SRG für den nationalen Zusammenhalt.

74 Prozent der Befragten finden es weiter notwendig, dass in der Schweiz Sendungen in allen vier Landessprachen ausgestrahlt werden. 24 Prozent halten dies für überflüssig, 2 Prozent sind unschlüssig.

Insbesondere Anhänger der Grünen (84%), SP und GLP (82%) finden die Ausstrahlung in allen vier Landessprachen wichtig. Ebenso Umfrageteilnehmer aus der italienischsprachigen Schweiz (81) und über 65-Jährige.

«Sonst gilt das Recht des Stärkeren»

Die Resultate freuen die Gegner der No-Billag-Initiative. «Den Bürgern ist offensichtlich bewusst, wie wichtig eine zentrale Institution wie die SRG ist, die eine Solidaritätsfunktion wahrnimmt», sagt Laura Zimmermann, Co-Präsidentin der Operation Libero und Mitglied des Vereins «Nein zum Sendeschluss». Die Mehrsprachigkeit unseres Landes sei ein zentrales Element des nationalen Zusammenhalts.

Mit der Abschaffung der Gebührengelder aber wäre die Sicherstellung der Informationen in allen vier Landessprachen gefährdet, ist Zimmermann überzeugt. «Es gäbe keine Programmangebote für die Romandie, das Tessin und die rätoromanische Schweiz mehr, weil sie für Private zu wenig lukrativ wären. Es gälte das Recht des Stärkeren. Es herrschte wilder Westen in unserer Medienwelt.»

«Ein Ja bedeutet nicht das Ende der Solidarität»

Silvan Amberg vom No-Billag-Komitee ist überzeugt: «Auch wenn die No-Billag-Initiative angenommen wird, bedeutet das noch lange nicht das Ende der Solidarität.» Die SRG würde laut Amberg weiter existieren, einfach in einer schlankeren Form. Und: «Sie könnte nach wie vor gewisse Angebote für sprachliche Minderheiten quersubventionieren, wenn das im Interesse der Zuschauer ist.» Die Gegner würden so tun, als ob bei einer Abschaffung der Billag-Gebühren jeder nur noch auf seine eigenen Interessen bedacht wäre. Aber das sei falsch: «Ausgleichsmechanismen funktionieren schliesslich auch in der Marktwirtschaft.»


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Baum am 19.12.2017 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Argumente

    Sehr logisch. In der freien Marktwirtschaft soll jemand tatsächlich Interesse haben Verluste zu machen, um ein Angebot anzubieten, was zu wenig Nachfrage generiert? Naja, bin ja noch unentschlossen, aber das ist wohl das schlechteste Pro Argument, welches ich bisher gehört habe.

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  • Kevin M. am 19.12.2017 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nationaler Zusammenhalt

    Nationaler Zusammenhalt? Echt jetzt? Als ohne SRG würde der Kanton Tessin seine Unabhängigkeit ausrufen und beim Röstigraben gibt es neu Zollkontrollen, das Büntnerland teilt sich auf, je nach Sprachregion. Ich hoffe nur, dass die lokalen Wiederstandsgruppen dies friedlich machen. Unser Nationaler Zusammenhalt steht hier auf dem Spiel. Für wie blöde hält man uns Bürger eigentlich? Ganz klar ja zu No-Billag. Der SRG hat nichts mit dem Nationalen Zusammenhalt zu tun, ein weiteres überflüssiges und nichtsausagendes Schlagwort.

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  • Mani Motz am 19.12.2017 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    160 Mitarbeiter!?

    nur schon die Zahl von 160! Mitarbeiter für einen so kleinen Einzugsbereich zeigt, wie die SRG mit Geld das Ihnen nicht gehört umgeht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 19.12.2017 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    160 Mitarbeiter!?

    nur schon die Zahl von 160! Mitarbeiter für einen so kleinen Einzugsbereich zeigt, wie die SRG mit Geld das Ihnen nicht gehört umgeht.

  • Ceco am 19.12.2017 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billag - nein danke

    Billag, nein danke! Jahrzehnte lang würden wir geschröpft, miese Qualität und hohe Kosten. Ich verstehe ja, dass die vierte Landessprache nicht verloren gehen soll, aber dafür sind Gemeinden, Schulen, etc. zuständig. Was mich noch wundert: wie kann man während dem Spazieren gehen mit dem Hund TV schauen, Herr Hotelier?

  • Tminacci am 19.12.2017 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja wäre eine Katastrophe

    Wieso verstehen die Ja-Sager nicht das sehr viele grössere und kleinere regionale Radio und Fernsehstationen ohne die Billag zugrunde gehen? Bei der no Billag gehts nicht nur ums SRF sondern auch um Webdienste, Regionaltv und Radio, ebenso Olympiade, Skirennen usw wirds dann nicht mehr einfach so im FreeTv geben!! Denkt mal über den Tellerrand hinaus!

  • Ronald am 19.12.2017 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Umfrage

    Ich definiere meinen Patriotismus doch nicht über den TV.

  • Füdlibürger am 19.12.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luxus Laden

    Gesteuertes Gejammer für die Billag Abzocker Gebühren. Alle anderen sollen Sparen im ÖV etc. und der Selbstbedienungsladen Glanz und Golria SRF kann seine Promis Events weiterführen. Gebühren auf die hälfte reduzieren keine Werbung und Luxus Events streichen.