Achtung, Kreisel!

23. Mai 2019 20:56; Akt: 23.05.2019 20:56 Print

Meist sind bei Velo-Unfällen im Kreisel Autofahrer schuld

In knapp jedem dritten Kreisel-Unfall sind Velos involviert. Doch schuld sind sie selten. Nun sollen Auto- und Velofahrer entsprechend sensibilisiert werden.

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Neueste Zahlen zeigen, dass der Kreisverkehr für Velofahrer besonders gefährlich ist. So sind laut dem Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) bei fast jedem dritten Unfall im Kreisel Velofahrer involviert. Die meisten Unfälle geschähen, indem Autofahrer den Vortritt bei der Einfahrt missachteten und im Kreisel mit einem Velo kollidierten, sagt der VCS. Dieser Verkehrsunfall ereignete sich in Chur. So verunfallten laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) 2018 insgesamt 233 Velofahrer mit Personenwagen. 35 Velofahrer wurden schwer verletzt. «Wir wissen schon lange, dass bei Kreiselunfällen in aller Regel Autos schuld sind. Jedoch sind die Zahlen nun noch deutlicher ausgefallen als zuerst angenommen», so Ruedi Blumer, Präsident des VCS. Auch Marc Kipfer von der BfU erstaunen die Zahlen nicht. So gibt es laut Blumer auch bei den Velofahrern Verbesserungsbedarf: «Leider fahren noch nicht alle Velofahrer in der Mitte des Kreisels und es geben auch nicht alle ein deutliches Handzeichen.» Nur indem Auto- und Velofahrer dazulernen, könnten die Unfallzahlen zurückgehen. «Wir möchten die lancierte Kampagne ausweiten und mit Plakaten direkt bei Kreisel-Einfahrten die Velo- und Autofahrer auf die Verkehrsregeln im Kreisel aufmerksam machen.» Auch eine Tempobegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde könne er sich vorstellen. Für die BfU sind bauliche Massnahmen elementar: «Oft müssen Autofahrer nicht genügend abbremsen, um in den Kreisel einzubiegen. Das Bauen von genügend grossen Abbiegewinkeln ist deshalb sehr wichtig.» Zusätzlich fordert Bluemer deutlich: «Hände weg von doppelspurigen Kreiseln. Wenn es wirklich nicht anders geht, dann müssen diese zwingend mit einer zusätzlichen äusseren Spur, einem roten, zwei Meter breiten Veloring, versehen werden.»

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Gefahrenzone Kreisel: Neueste Zahlen zeigen, dass der Kreisverkehr für Velofahrer besonders gefährlich ist. So verunfallten laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) 2018 insgesamt 233 Velofahrer mit Personenwagen. 35 Velofahrer wurden schwer verletzt.

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Laut dem Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) sind bei fast jedem dritten Unfall im Kreisel Velofahrer involviert. Gemäss einer Auswertung von Polizeiprotokollen durch den VCS und Pro Velo sind in rund 94 Prozent aller Unfälle andere Verkehrsteilnehmer, besonders Autofahrer, die Hauptschuldigen. Die meisten Unfälle geschähen, indem Autofahrer den Vortritt bei der Einfahrt missachteten und im Kreisel mit einem Velo kollidierten.

Autofahrer schauen zu selten nach links

Solche Unfälle möchte VCS und Pro Velo mit ihrer Kampagne (inklusive Video) «Fahr sichtbar» verhindern. «Wir wissen schon lange, dass bei Kreiselunfällen in aller Regel Autos schuld sind. Jedoch sind die Zahlen nun noch deutlicher ausgefallen als zuerst angenommen», so Ruedi Blumer, Präsident des VCS. Das Problem sei, dass Autofahrer bei der Einfahrt in den Kreisel oft geradeaus und zu wenig nach links, woher die anderen Verkehrsteilnehmer kommen, schauen würden.

Auch Marc Kipfer von der BfU erstaunen die Zahlen nicht: «Kreisel sind für Velofahrer nicht günstig, weil sie häufig übersehen werden.» Er nennt ein weiteres Szenario, das besonders oft zu Unfällen führen kann: «Es kommt vor, dass ein Velofahrer noch nicht abbiegen möchte. Dabei übersieht der Autofahrer das Velo, biegt ab und kollidiert mit dem Velo.»

Velofahrer sind nicht heilig

Aus der Befragung des VCS und Pro Velo geht aber auch hervor, dass sich die Velofahrer der Gefahr im Kreisel schlichtweg nicht bewusst sind und massiv unterschätzen, von Autofahrern übersehen zu werden. So gibt es laut Blumer auch bei den Velofahrern Verbesserungsbedarf: «Leider fahren noch nicht alle Velofahrer in der Mitte des Kreisels, und es geben auch nicht alle ein deutliches Handzeichen. Deshalb muss die Kampagne direkt bei den Kreiseln fortgesetzt werden.» Nur indem Auto- und Velofahrer dazulernen, könnten die Unfallzahlen zurückgehen. Deshalb empfehlen der VCS und Pro Velo spezifische Verhaltensregeln für alle Verkehrsteilnehmer (siehe Box).

«Es braucht zusätzliche Massnahmen»

Diese Empfehlungen des VCS und Pro Velo Schweiz sind laut Blumer ein erster wichtiger Schritt. Dennoch brauche es zusätzliche Massnahmen, sagt er. «Wir möchten die lancierte Kampagne ausweiten und mit Plakaten direkt bei Kreisel-Einfahrten die Velo- und Autofahrer auf die Verkehrsregeln im Kreisel aufmerksam machen. So erhöhen wir die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer genau dann, wenn es darauf ankommt.»

Auch eine Tempobegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde findet Blumer nötig: «Mit der Einhaltung eines niedrigen Tempos können die schweren Unfälle, von denen sich jährlich über 50 ereignen, verhindert werden.»

Bau von velofreundlichen Kreisel

Weiter betont Blumer die Wichtigkeit von baulichen Massnahmen: «Wenn Kreisel in der Mitte bebaut oder gut bepflanzt sind, können die Autofahrer bei der Einfahrt nicht mehr geradeaus blicken und schauen so eher nach links, wo die anderen Verkehrsteilnehmer herkommen.» Ausserdem müsse baulich auch verhindert werden, dass Autofahrer pfeilgerade durch den Kreisel brettern könnten, so Blumer.

Hier setzt auch die BfU an, indem sie Gemeinden und Kantone beim velofreundlichen Bau oder Ausbessern von Kreiseln berät: «Oft müssen Autofahrer nicht genügend abbremsen, um in den Kreisel einzubiegen. Das Bauen von genügend grossen Abbiegewinkeln ist deshalb sehr wichtig.»

Zusätzlich fordert Blumer deutlich: «Hände weg von doppelspurigen Kreiseln. Wenn es wirklich nicht anders geht, dann müssen diese zwingend mit einer zusätzlichen äusseren Spur, einem roten, zwei Meter breiten Veloring, versehen werden.»

(mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tinu am 23.05.2019 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich sehe ebenso viel Fehlverhalten von Velofahrer

    Also was ich auch fast täglich sehe ist, dass Radfahrer ungebremst in den Kreisel donnern und die Ausfahrt aus dem Kreisel nicht anzeigen! Vor allem die schnellen E-Bike Fahrer fahren oft katastrophal.

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  • Eidgenössin12 am 23.05.2019 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aggressives Fahrverhalten der Rennradfahrer

    Heute Abend in Arth, stehende Autokolonne vor Abbiegung Richtung Goldau und Immensee. Was machen die Rennradfahrer? Sie weichen aggressiv auf Trottoir an Bushaltestelle aus, um die stehende Kolonne rasend zu überholen. Konnte mich, als Fussgängerin, gerade noch in Sicherheit bringen. Einer schlängelte sich vor der Abbiegung, stinkfrech, zwischen den Autos hindurch. Ich fahre auch Velo, jedoch würde ich mir sowas, zu meiner eigenen und der Sicherheit der Autofahrer, nie leisten.

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  • Wilhelm Tell am 23.05.2019 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Kamikaze

    Leider gibt es zuviele Kamikaze Velofahrer die einfach auf gut Glück drauflos fahren. Ich fahre immer vorausschauend, weil auf 2 Rädern ist man eigentlich immer der Verlierer wenn es knallt. Leute gebt deutliche Zeichen, schaut den anderen ins Gesicht, so seht ihr ob ihr gesehen werdet und lieber mal den Vortritt gewähren, als dann mit dem Gips rumhumpeln. Häbet Sorg zunang!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Qustrim am 25.05.2019 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BmW m3

    Fare mit bmW m3 immr so das welofarer mussen bremzen. Starcke gewint in strassse. Wen welo mirr fare in auto dann welofarer habe grose propleme. Meine bmW m3 is heiligh fure ganse famili.

  • Fred am 24.05.2019 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Velo im Kreisel

    fahre ich immer in der Mitte, dass ich nicht überholt werden kann. Fakt ist, dass Autofahrer den Kreisel verlassen und nicht auf Velos achten. Ich geb jedem diesen Tip, auf die Verkehrsregeln zu sch...en und im Interesse der eigenen Gesundheit es auch so zu tun.

  • Luna am 24.05.2019 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Leuchtweste müsste obligatorisch sein damit man die Velofahrer besser sieht! Autofahrer müssen ja auch Licht haben! Velofahrer kommen ja so still und leise ! Und müssten Velo Info obligatorisch besuchen ! Damit sie es auch hören was passiert! Und mehr gebüsst werden wenn die auf dem Bürgersteig fahren!

  • Licht am 24.05.2019 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lesen

    Es muss jeder eine Veloprüfung machen nicht nur die Schüler! Und die Velofahrer darauf auf Merksatz machen was für schlimme Unfälle geben könnte ! In einem Bus oder Tram mit Vollbremse können auch die Fahrgäste verletzt werden . An sowas denken wenig Autofahrer wie auch Velofahrer! ! Hoffentlich haben diesen Artikel viel gelesen und auch die Kommentare!

  • Selbsthilfegruppe am 24.05.2019 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Für genervte

    Autofahrer, oder doch dass ganz normale schlichte Stammtisch Geschwätz?

    • Antonov am 24.05.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Selbsthilfegruppe

      Nichts gegen den schweizer Stammtisch. Ohne diese Einrichtung hätte es in diesem Land schon längst mehr Amokläufer als in den ganzen USA.

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