Disco-Brand

09. November 2015 17:12; Akt: 09.11.2015 17:36 Print

Metal-Drummer stirbt auf Weg in Schweizer Klinik

Ein weiteres Mitglied der Metal-Band, die während des Feuers in einem Bukarester Club spielte, ist seinen Verletzungen erlegen – auf dem Weg in die Schweiz.

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Das 45. Opfer der Katastrophe: Schlagzeuger Bogdan Enache der Band Goodbye to Gravity starb auf dem Weg in eine Schweizer Spezial-Klinik für Brandverletzte. Er spielte auf der Bühne, als das Feuer im Club ausbrach. Der rumänische Präsident Klaus Johannis wagt sich in die Höhle des Löwen und besucht die Demonstranten. (8. November 2015) Proteste gegen das «System»: 20'000 Demonstranten gehen in Bukarest auf die Strassen. (3. November 2015) Nach Kritik: Der Patriarch der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, Daniel Ciobotea, betritt die Kirche durch den Hintereingang. (3. November 2015) Trauer in Rumänien: Eine Überlebende des Dramas zündet in Bukarest eine Kerze an. (1. November 2015) Bevölkerung zur Blutspende aufgerufen: Eine verletzte Person wird abtransportiert. (31. Oktober 2015) Während einer Bühnenshow kommt es zu einem Brand: Ein Opfer wird in die Notaufnahme gebracht. (31. Oktober 2015) Im Club spielte eine Metal-Band: Rumänische Helfer versorgen einen Verletzten. (31. Oktober 2015) Polizisten suchen den Unglücksort nach Spuren ab. (31. Oktober 2015) Überlebende des Brandes trösten sich vor dem Club gegenseitig. (31. Oktober 2015) Ging bei der Bühnenshow etwas schief? Forensiker suchen nach Spuren. (31. Oktober 2015) Beim Unglück waren gegen 400 junge Leute im Club: Polizisten vor dem Colectiv. (31. Oktober 2015) Im Club Colectiv spielte gerade eine Metal-Band, als der Brand ausbrach. (31. Oktober 2015) Überlebte das Inferno: Eine Frau mit einer Wärmedecke. (31. Oktober 2015) Der rumänische Innenminister, Gabriel Oprea, besucht den Unglücksort. (31. Oktober 2015) «Das ist eine grosse Tragödie», sagte der Innenminister Gabriel Oprea (links). (31. Oktober 2015)

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Am Freitag, 30. Oktober verwandelte eine Pyro-Show ein Rockkonzert in einem Club in Bukarest in Rumänien in eine Flammenhölle. 27 Menschen waren sofort tot – in den folgenden Tagen erlagen viele weitere ihren schweren Brandverletzungen. Auch die beiden Gitarristen der Band Goodbye to Gravity gehören zu den Opfern.

Rumänische Medien berichteten am Wochenende, dass auch Bogdan Enache, der Schlagzeuger der Band, gestorben ist. Die Zahl der Todesopfer ist damit auf 45 gestiegen – und viele weitere Menschen befinden sich weiterhin in Lebensgefahr.

Herzstillstand im Flugzeug nach Zürich

Enache sollte laut übereinstimmenden Berichten zu Spezialbehandlungen ins Ausland geflogen werden. Erst hatte es geheissen, Frankreich sei das Ziel – doch am Sonntag sagten die Ärzte, der Schlagzeuger werde in eine Zürcher Spezialklinik für Verbrennungen geflogen. Das Flugzeug, ein Spezialtransporter für Schwerverletzte, hob am Sonntag um 16.40 Uhr in Rumänien ab – und landete zum Entsetzen von Familie und Freunden eine Stunde und zehn Minuten später wieder in Rumänien.

Enaches Zustand hatte sich auf dem Flug verschlechtert, die Ärzte beschlossen unterwegs, umzukehren. Noch im Flugzeug soll der Musiker einen Herzstillstand erlitten haben. 70 Minuten lang hätten Ärzte im Flugzeug und danach am Boden versucht, ihn wiederzubeleben – vergeblich.

Etliche ausländische Patienten pro Jahr in Zürich

Bei der Klinik, in die Enache hätte gebracht werden sollen, handelt es sich wahrscheinlich um die Intensivstation für Schwerbrandverletzte am Universitätsspital Zürich, das 1967 errichtet wurde. Aus Gründen des Datenschutzes bestätigt das Universitätsspital nicht, ob der Drummer im Zürcher Brandverletztenzentrum hätte behandelt werden sollen.

«Auf der Intensivstation für Schwerbrandverletzte am Universitätsspital Zürich werden durchschnittlich 75 bis 80 Patienten pro Jahr behandelt», sagt Sprecherin Martina Pletscher zu 20 Minuten. «Davon stammen fünf bis sieben aus dem Ausland, die meisten davon aus dem grenznahen süddeutschen Raum, oder sie werden ans Universitätsspital Zürich verlegt, falls die Zentren für Brandverletzte in Tübingen, Stuttgart oder Ludwigshafen besetzt sind.» Entscheidend für das Überleben von Schwerbrandverletzten sei die frühzeitige Verlegung und Behandlung in einem Brandverletztenzentrum, so Pletscher weiter.

(gbr)