PISA-Studie in Kantonen

05. Dezember 2011 10:40; Akt: 05.12.2011 12:00 Print

Migranten-Kinder machen Fortschritte

Die Resultate der PISA-Studie aus 13 Kantonen liegen vor und zeichnen ein ähnliches Bild wie die landesweiten Ergebnisse. Erfreuliches gibt es von den Schülern mit Migrationshintergrund zu berichten.

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Nun liegen die kantonalen Ergebnisse der Schülerprüfungen PISA 2009 vor, ein Jahr nach den nationalen Resultaten. Zwischen den Kantonen bestehen teilweise deutliche Unterschiede. Die Mittelwerte liegen aber oft so nahe beisammen, dass eine Rangierung nicht möglich ist.

13 Kantone haben sich mit einer Zusatzstichprobe an der Erhebung 2009 beteiligt: der Kanton Tessin, alle Kantone der Romandie (Genf, Jura, Neuenburg und Waadt), die zweisprachigen Kantone Wallis, Freiburg und Bern sowie die deutschsprachigen Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen, Schaffhausen und Zürich.

Die Ergebnisse der Sprachregionen und Kantone stimmen in vielen Bereichen mit den bereits publizierten nationalen Ergebnissen überein, wie die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) in einem Communiqué vom Montag schreiben.

Erfreulich seien der Rückgang bei den leseschwachen Schülerinnen und Schülern sowie die Verbesserung der Leseleistungen der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund.

Zwischen den Kantonen bestehen auch in PISA 2009 - wie bereits in den früheren PISA-Erhebungen - teilweise deutliche Unterschiede in Bezug auf die erreichten Leistungen. Auch die Einflussstärke der Schüler- und Schülerinnenmerkmale (Geschlecht, soziale Herkunft, Migrationshintergrund) auf die Leistungen unterscheidet sich.

Typisches Muster

Wie bei den früheren PISA-Erhebungen wird in den Kantonen in Mathematik das beste Ergebnis erreicht, gefolgt von Naturwissenschaften und Lesen. Dieses typische Muster gilt für die Schweiz ebenso wie für die Sprachregionen und Kantone. Einzig in der französischsprachigen Schweiz ist der Mittelwert in den Naturwissenschaften leicht tiefer als jener im Lesen.

Für den Vergleich zwischen den Kantonen werden meist die Mittelwerte beigezogen, also die durchschnittlichen Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in einem Kanton oder einer Sprachregion.

Es sei allerdings nicht vertretbar, aus diesen Daten Ranglisten ableiten zu wollen, schreiben EDK und BBT. Die Mittelwerte lägen oft so nahe beisammen, dass Unterschiede in der Rangierung zufällig seien. Ein Ranking sei deshalb nicht möglich.

International gut bis sehr gut

Im internationalen Vergleich erreichen die 15-Jährigen in der Schweiz in PISA 2009, wie bereits in den vorangehenden Erhebungen (2000, 2003, 2006), gute bis sehr gute Ergebnisse. Sie liegen in allen getesteten Fachbereichen - Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften - statistisch signifikant über dem Mittelwert der OECD-Länder.

In Mathematik gehören die Schweizer 15-Jährigen zu den Besten. In den Naturwissenschaften ist das Ergebnis gut. Auch im Lesen liegt die Schweiz signifikant über dem OECD-Mittelwert.

Ab 2015 viermal weniger Teilnehmer

«PISA kantonal» wird 2012 noch einmal durchgeführt. Ab 2015 wird sich die Teilnahme der Schweiz auf eine nationale Stichprobe beschränken. Auf kantonale und sprachregionale Vergleiche soll verzichtet werden. Das hat die EDK bereits 2009 beschlossen.

Das bedeutet, dass sich ab 2015 etwa 5000 Jugendliche an den Tests beteiligen werden statt wie bisher rund 20 000. Die bei den Kantonen frei werdenden Mittel sollen für die Überprüfung der von der EDK entwickelten nationalen Grundkompetenzen (Bildungsstandards) eingesetzt werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • philipp am 05.12.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Merci und bravo!

    Die Sprachförderung ist das A und O. Aber die Verbesserung der Leseleistung bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund dürfte zum Teil auch mit der Einwanderung aus Deutschland zu tun haben. Das ist eine statistische Gratis-Verbesserung. Bei den Kindern mit Sprachproblemen muss die Förderung unvermindert weitergehen!

  • nicole am 05.12.2011 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lob

    so, und jetzt dürfte man auch die lehrer und lehrerinnen loben!

    einklappen einklappen
  • Peschä am 05.12.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Lesen und Rechnen

    Ein Fünftel der Zürcher Schüler hat Mühe mit Lesen und Rechnen - das ist erschreckend viel!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Letizia M. am 05.12.2011 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose Pisa-Studie

    Gemäss Bundesamt für Statistik haben im Jahre 2007 im Kanton Tessin 21,7 % der gleichartige ständige Wohnbewölkerung ein Abschluss auf Universitätsstufe. Die Pisa-Studie hat einzig gezeigt dass der Kanton Tessin sozial gerechter ist. Was sollen wir ändern? Der Rest der Schweiz darf uns folgen.

  • G.S. am 05.12.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    PISA

    Ich durfte als Ausländer vor 2 Jahren an der Studie teilnehmen. Ich nehme an ich habe dazu beigetragen das Resultat auf dieses gute Niveau zu erreichen - jedenfalls was Deutsch betrifft. Mathematik war ein Desaster. *schmunzel*

  • Michael Palomino (*1964) am 05.12.2011 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Details fehlen

    Es fehlt jedes Detail in Sachen Migrationshintergrund, aus welchen Ländern die Eltern stammen, die kein Deutsch mit ihren Kindern sprechen. Das war der Antirassismuskommission des Herrn "Kreis" wahrscheinlich wieder zu "heiss"...

    • andy444 am 05.12.2011 15:06 Report Diesen Beitrag melden

      stimme voll zu!

      absolut korrekter Kommentar!

    • draga am 05.12.2011 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      egal

      aus welchen Ländern die Eltern stammen bringt nichts zur Sache und die Interpretation wäre zu komplex . Die Frage ist vielmehr wie man die Eltern unterstützen könnte, bzw. wer übernimmt die Vorbildfunktion? Für mich war es meine Lehrerin.

    • carolina am 05.12.2011 17:13 Report Diesen Beitrag melden

      nackter finger

      ist das wirklich soooo wichtig????? brauchst du das um mit dem finger zeigen zu können???

    • Weisskopfadler am 05.12.2011 18:44 Report Diesen Beitrag melden

      Punkte

      Tja, die Kinder der 300.000 deutschen Einwanderer machen sich offenbar positiv bemerkbar.

    einklappen einklappen
  • Cybot am 05.12.2011 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Migrationshintergrund?

    Was ist ein Schüler mit "Migrationshintergrund"? Wird da ein Kind, das vor kurzem eingewandert ist, in den gleichen Topf geworfen wie ein halbschweizerisches, dessen ausländischer Elternteil vor 20 Jahren eingewandert ist? Muss es einen ausländischen Pass haben? Oder seine Eltern? Beide oder nur ein Elternteil? Würde mich wirklich mal sehr interessieren, wo da die Grenze gezogen wird, ohne Definition kann man daraus rein gar nichts ableiten.

  • R. Aitchison am 05.12.2011 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    kleinklassen schuld?

    "Ein Fünftel der Zürcher Schüler hat Mühe mit Lesen und Rechnen" Wenn man das mit den "ausländern" vergleicht ist die tatsache mit rechnen verständlich. Ich selbst bin erst ab der zweiten klasse hier in der Schweiz gewesen. Die schule hat mich gleich in eine Kleinklasse geschickt und ich hatte fast das ganze Jahr über keine Mathematik. nur Deutsch wurde richtig gefördert. also da ist die statistik schon verständlich, meiner meinung nach.