«Giesskannen-Prinzip»

12. Juli 2014 11:27; Akt: 12.07.2014 11:27 Print

Migrationsamt verteilt grosszügig Prämien

Beim Bundesamt für Migration haben 62 Prozent der Angestellten einen Bonus erhalten. Damit soll jetzt Schluss sein: Künftig wird nur noch jeder Dritte mit einer Prämie belohnt.

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BFM-Direktor Mario Gattiker hat grosszügig Boni verteilt und spricht jetzt vom «Giesskannen-Prinzip». (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

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Die Bundesausgaben für Leistungsprämien sind innert vier Jahren um mehr als 8 Millionen Franken angewachsen. Besonders grosszügig war das Bundesamt für Migration (BFM) unter Direktor Mario Gattiker: 62 Prozent der Angestellten wurden mit einem Bonus belohnt.

Damit soll nun Schluss sein, wie Gattiker in einem internen Mail ankündigt, das dem «Blick» vorliegt. Künftig sollen nur noch diejenigen Mitarbeiter eine Prämie erhalten, die sich «durch ausserordentliche Leistungen ausgezeichnet» haben.

Nur noch jeder Dritte erhält Bonus

Demnach soll ab diesem Jahr nur noch rund jeder dritte Angestellte einen Bonus erhalten. «Die Geschäftsleitung will die Prämien weniger nach dem Giesskannenprinzip verteilen», schreibt Gattiker in seinem Mail.

Der Begriff «Giesskannenbegriff» ist treffend: Denn unter der Leitung von Gattiker erhielten offenbar fast doppelt so viele Angestellte einen Bonus, als noch im Jahr 2012. Durchschnittlich fand das Personal Ende Jahr einen Bonus von 2'500 Franken auf dem Konto vor.

Auswirkungen auf die Staatskasse

Das BFM zählt mit etwa 750 Mitarbeitern zu den grössten Ämtern in der Bundesverwaltung. Die grosszügige Prämienpraxis wirkt sich entsprechend stark auf die Staatskasse aus. Die Bundesausgaben für Leistungsprämien sind innert vier Jahren von 21,8 auf fast 30 Millionen Franken angestiegen. Nicht nur die Boni sind beim Bund während dieser Zeit gestiegen, sondern auch der Lohn.

Das BFM dementiert im «Blick», Prämien «per se viel grosszügiger als andere Ämter» verteilt zu haben. Der Bonus entspreche lediglich 1,0 bis 1,5 Prozent der Personalkosten. Aber: «Im Quervergleich hat man früher mehr Mitarbeiter mit einer Leistungsprämie honoriert.»

Die Verantwortlichen haben nach eigenen Angaben bereits reagiert: Im Jahr 2013 sollen nur noch 39 Prozent der Angestellten eine Prämie von durchschnittlich 3'149 Franken erhalten haben. Somit erhalten weniger Personen mehr Geld.

(pat)