Deklaration

09. Juni 2019 18:49; Akt: 09.06.2019 18:49 Print

Migros und Coop wollen keine Lebensmittelampel

Damit man schneller erkennt, wie gesund einzelne Lebensmittel sind, will der Bund eine farbliche Kennzeichnung. Die Detailhändler sind vorerst dagegen.

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Was und wie viel wovon in Fertigprodukten steckt, ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Zwar entsprechen die Herstellerangaben auf den Verpackungen den gesetzlichen Vorgaben, doch hat sich der Bund zusätzlich für eine so genannte Lebensmittelampel ausgesprochen. Diese würde dem Kunden ermöglichen, schneller zwischen gesunden und weniger gesunden Produkten zu unterscheiden.

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Einzelne Hersteller – darunter der französische Produzent Danone – kennzeichnen ihre Lebensmittel bereits mit dem sogenannten Nutri-Score. Doch eine flächendeckende Einführung ist in der Schweiz vorerst vom Tisch, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

Kritische Haltung

Widerstand gab es von der IG Detailhandel, der unter anderem Coop, Migros, Denner und Manor angehören. Man sei gegenüber der Einführung einer Ampel kritisch. «Solche Systeme nehmen keine Rücksicht auf die individuellen Ernährungsbedürfnisse», sagte Sprecherin Athéna Martinez gegenüber der «Sonntagszeitung».

Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz ist von dieser Haltung enttäuscht: «Es passt gar nicht zum kundennahen Imagemäntelchen, das sich die beiden orangen Riesen gerne umhängen.»

Eine kritische Haltung nimmt aber auch Fial, der Dachverband der Schweizer Nahrungsmittelindustrien, ein. Hier sei man zwar nicht grundsätzlich gegen eine vereinfachte Kennzeichnung, jedoch wolle man sich nicht auf den vom Bund vorgeschlagenen Nutri-Score fixieren, wie Co-Geschäftsführer Urs Furrer sagt.

Deutschland ist weiter

Offener gegenüber der Lebensmittelampel sind viele Grosskonzerne. Nach Danone denkt auch Nestlé über eine europaweit einheitliche Lösung nach. Auch in Deutschland ist man bereits ein paar Schritte weiter: CDU-Ernährungsministerin Julia Klöckner will bis im Herbst eine Empfehlung abgeben, und die Verbraucherverbände haben sich bereits einhellig für die Einführung des Nutri-Score ausgesprochen.

Nutri-Score, das in Frankreich, Spanien und Belgien bereits im Einsatz ist, berücksichtigt ­verschiedene Eigenschaften von verarbeiteten Lebensmitteln pro 100 Gramm. Zucker oder gewisse Fettarten geben Minuspunkte — Nahrungsfasern, Ballaststoffe und andere Nährstoffe beeinflussen die Bewertung positiv.

(mat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arthur20 am 09.06.2019 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Stoffwechsel ist anders...

    ... aber so eine Ampel wäre wenigstens eine schnelle Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen, und hilft zu entscheiden. Die beste Ampel ist immer noch: so wenig verarbeitet wie möglich ist gesund.

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  • Gaston1 am 09.06.2019 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brauchts nicht

    Brauchts auch nicht. Laut Nutri Score hat Red Bull sugarfree eine "B". Ist es jetzt desswegen gesund?

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  • Ööhi am 09.06.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wertlose Ampel

    Ampel wertlos wenn Politik und Industrie die Kategorisierung machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sepp am 10.06.2019 23:55 Report Diesen Beitrag melden

    Müll

    Alle Fertigprodukte mit ihren verschiedenen zusätzlichen Schadstoffen (E.....) sowie der Überzuckerung sind Müll und erhalten richtigerweise die rote Lampe. Dass unsere Grossverteiler sich wehren, zeigt klar auf, dass ihnen nicht die Gesundheit ihrer Kunden im Vordergrund steht, sondern die Kohle. Ein weiterer Grund, frische Ware über die Grenze mit Ersparnis bis zu 50% einzukaufen.

  • Herr Schnitzler am 10.06.2019 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Ampelsystem für Abteilungen

    in der Bundesverwaltung würde mehr bringen. Da würde solcher Schwachsinn schon gar nicht "erfunden".

  • Pesche am 10.06.2019 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen ist gut, Kontrolle...

    Dazu müsste eine UNABHÄNGIGE Kontrollstelle die Angaben laufend überwachen.

  • Leser am 10.06.2019 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Kleiner Tipp

    Ernährungsangabe auf die Ganze Verkaufseinheit angeben, dies 25% grösser in gleicher Schrift und Kontrast und nicht auf eine Portion von 42Gramm gerechnet. Eine Flasche Cola wird häufig alleine Konsumiert, ergo verschleiert es die Angabe hinuntergerechnet auf ein Glas von 250ml.

  • rose am 10.06.2019 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann muss..

    ..ich wohl auch in meinem Garten alles mit Ampel deklarieren? lernt wieder selbstversorgung und kochen.