Kollisionswarngeräte

11. Juli 2014 17:39; Akt: 11.07.2014 17:39 Print

Militär nicht auf Niveau der zivilen Fliegerei

Im Schweizer Luftraum kommen sich Flugzeuge immer wieder gefährlich nahe. Unfallexperten sprechen zwei Empfehlungen aus, um die Sicherheit zu gewährleisten.

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Laut der Unfalluntersuchungsstelle ist das Fehlen von Kollisionswarngeräten in den Militärmaschinen ein beträchtliches Risiko für alle Luftraumbenützer. (Bild: Keystone)

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Nachdem ein Privatpilot im August 2011 vom Flugplatz Birrfeld gestartet und in der Region Türlersee in den von der Flugsicherung überwachten Luftraum eingedrungen war, kam er einem Cougar-Helikopter der Armee gefährlich nahe.

Nun haben Unfallexperten im Schlussbericht zu dieser gefährlichen Annäherung zwei Sicherheitsempfehlungen ausgesprochen, wie der «Tages Anzeiger» berichtete. Denn nach den Regeln der Luftfahrtorganisation kreuzten sich die beiden Maschinen in so geringer Nähe, dass es sich um einen Fall mit hohem Kollisionsrisiko handelte. Der 70-jährige Privatpilot war mit 480 Flugstunden wenig routiniert und flog unerlaubt in den Luftraum ein. Abgesehen davon sahen die Experten auch systemische Risikofaktoren aufseiten der Luftwaffe.

Flugzeuge sollen Warngeräte erhalten

Die Unfalluntersuchungsstelle (Sust) wirft der Luftwaffe vor, ihre Flugzeuge und Flugplätze seien im Unterschied zu den zivilen Anlagen nicht mit den heute üblichen Systemen der Kollisionswarnung ausgerüstet. Deshalb sollten die Radaranlagen der Flugsicherung auf den Militärflugplätzen mit einem System ausgerüstet werden, das vor Kolli­sionskursen warnt. Ausserdem sollen die von der Luftwaffe betriebenen Flugzeuge Kollisionswarngeräte erhalten.

Das Militär sei in dieser Beziehung nicht auf dem Niveau der zivilen Fliegerei, stellt die Sust fest. Das Fehlen von Kollisionswarngeräten in den Militärmaschinen sei sogar ein beträchtliches Risiko für alle Luftraumbenützer, da sie sich oft im gleichen Luftraum bewegen wie der zivile Verkehr, heisst es weiter.

(saw)