Panne bei Flugshow

13. Juli 2019 05:52; Akt: 13.07.2019 05:52 Print

Militärjustiz verzichtet auf Verfahren gegen Piloten

Vergangenes Wochenende flog die Patrouille Suisse über eine falsche Gemeinde. Der Anführer muss nun mit keinen rechtlichen Konsequenzen rechnen.

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Die Armee verzichtet nach Ermittlungen auf ein Verfahren gegen den verantwortliche Anführer der Kunstflugstaffel Patrouille Suisse, berichtet die Zeitung «Schweiz am Wochenende» vom Samstag.

So präsentierte sich der Überflug der Patrouille Suisse über Mümliswil – leider überflog die Staffel den falschen Ort. (Video-Leser-Reporter)

Die Militärjustiz fand nach dem Vorfall allerdings keinen Anfangsverdacht auf ein strafbares Verhalten, wie ein Sprecher der Militärjustiz mitteilte. Der Behörden liegen demnach auch keine Hinweise für eine Gefährdung vor. Der verantwortliche Leader der Kunstflieger, Gunnar Jansen, hatte nach dem Missgeschick öffentlich um Entschuldigung gebeten.

Die Patrouille Suisse hatte vor einer Woche das Ziel eines Überflugs um rund sechs Kilometer verfehlt. Statt über Langenbruck BL und der Gedenkfeier zum hundertsten Todestag des Flugpioniers Oskar Bider flogen die sechs rot-weissen Tiger F-5E-Jets der Luftwaffe über Mümliswil im Nachbarkanton Solothurn, wo das 31. Nordwestschweizerische Jodlerfest stattfand.

Im Cockpit kurz abgelenkt

Zum Malheur kam es, weil der Anführer laut eigenen Angaben rund zwanzig Sekunden vor der Ankunft über dem Festgelände im Cockpit abgelenkt war. Er habe per Funk die Meldung erhalten, dass ein Helikopter in den gesperrten Luftraum eingedrungen sei, sagte Jansen gegenüber Medien. Während er die Information verarbeitete, habe er den Veranstaltungsort überflogen, ohne es zu bemerken. Danach habe er im Anflug ein grosses Festareal mit Festzelt gesehen, weshalb er sich entschieden habe, dieses Gelände zu überfliegen.

Die von der Patrouille Suisse benutzten F-5E-Tiger-Jets sind veraltetet, die Navigationsinstrumente an Bord über vierzig Jahre alt. Die Piloten navigieren laut Armee mit Karte, Filzstift und auf Sicht. GPS-Technik ist nicht eingebaut. Die Jets werden deshalb im Ernstfall nicht eingesetzt.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerry41 am 13.07.2019 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vernünftig

    Ich freue mich das es kein unnötiges Verfahren gegen den Piloten gibt.

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  • Findnicht am 13.07.2019 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufgebauschte Nichtigkeit

    Hä? Hier handelt es sich um ein Versehen, wo niemand geschädigt wurde. Also auch kein Grund für ein Verfahren durch die Militärjustiz.

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  • Beämwe am 13.07.2019 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Fehler können doch passieren! Soll niemand behaupten, dass er Fehlerfrei ist. Sollen lieber die Show nochmal am richtigen Ort fliegen, statt für ein Verfahren noch Geld auszugeben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rösli Tell dazu am 13.07.2019 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstschutz,

    ist der beste Schutz.

  • Flugi am 13.07.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welt dreht sich weiter

    Die Formation war jedenfalls wie mit dem Lineal gezogen. Dumm gelaufen, macht nicht so ein Geschiss

  • Rösli Tell dazu am 13.07.2019 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach beschämend!

    die sind auf gleicher Ebene wie Modellfliegerpiloten, oder noch tiefer! Man fliegt einfach mal schnell dahin und wird dann schon sehen. Kaum zu glauben, was da abgeht. Vielleicht wäre es Zeit nun aufzuhören!

  • Benedict Gross am 13.07.2019 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Unverschämtheit

    Das ist eine Unverschämtheit. Wenn man auf dem Fahhrad ohnmächtig wird gibt es eine Strafe wegen nicht beherrschen des Fahrzeuges. Aber mit dem Kampfjet durch die Luft irren ist okay ?

  • Chillipepper am 13.07.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch einmal

    Lasst sie doch nochmals fliegen, dann bleibt die Kirche im Dorf und alle sind zufrieden.