Abzockerfeind

16. März 2011 16:47; Akt: 16.03.2011 17:32 Print

Minder fordert sofortige Atomabstimmung

von Ronny Nicolussi - Nach den Abzockern nimmt sich Thomas Minder die Atomlobby vor. In einem Leserbrief setzt er sich für den Atomausstieg ein und fordert noch 2011 eine Volksabstimmung.

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Wenn Thomas Minder einen Leserbrief schreibt, verzichtet er auf kleingedruckte Buchstaben: auf einer ganzen Seite der «Schaffhauser Nachrichten» ruft der Unternehmer zum sofortigen Atomausstieg auf. Die Katastrophe in Japan zeige, wie «gefährlich, verantwortungslos und nicht nachhaltig» Atomkraftwerke seien. Kein AKW sei vor äusseren Einflüssen oder menschlichem Versagen geschützt. Es sei illusorisch zu glauben, dass die Politiker in Bundesbern die Probleme schnell und nachhaltig lösten. «Die Atom- und Endlagerlobby reicht bis in den Bundesrat», so Minder.

Wen er damit konkret meinte, wollte der Schaffhauser Unternehmer auf Anfrage von 20 Minuten Online nicht sagen: «Es ist jedoch bekannt, dass die FDP, die CVP und übrigens auch die SVP stark für Atomkraft lobbyieren.» Minder befürchtet, diese Kreise planten nach der ersten Aufregung bald wieder zur Tagesordnung überzugehen. Um dies zu Verhindern, verlangt er noch in diesem Jahr eine wegweisende Volksabstimmung zur Frage: Atom Ja oder Nein?

Wie das so schnell gehen soll, darüber ist sich der bekennende Atomgegner nicht im Klaren. Nötigenfalls müssten Bundesrat oder Parlament bereit sein, einen unkonventionellen Weg zu gehen, findet Minder: «Es muss doch möglich sein, dem Volk diese Frage zu unterbreiten, ohne dass ein Privater viel Geld in eine Volksinitiative investieren muss, die dann im Parlament versandet, wie meine Abzocker-Initiative.» Neben dem sofortigen Atomausstieg plädiert der 50-Jährige für ein radikales Umdenken bei der Nutzung von Strom: «Wir alle sind verpflichtet, weniger Energie zu konsumieren, jeder in seinem Umfeld.»

Breitseite gegen Schaffhauser Kantonalpolitiker

Minder nutzte sein Inserat aber nicht nur für politische Forderungen, sondern auch für eine Breitseite gegen den Schaffhauser FDP-Politiker Christian Heydecker, der im Herbst für den Ständerat kandidiert. Heydecker sei ein klarer Atomenergie-Befürworter, der sich auch für ein Endlager für radioaktive Abfälle in Benken ausgesprochen haben. Für Minder, der vor einem Monat nach ersten Ankündigungen entschieden hatte, doch nicht für den Ständerat zu kandidieren, ist der FDP-Mann unwählbar. Dass das Inserat eine Abrechnung mit dem politischen Gegner darstelle, wies Minder auf Anfrage jedoch zurück.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Uwe Schulze am 17.03.2011 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Atom-Strom NEIN.

    Ich frage; Wo her, oder wie beschaft sich jedes AKW eine solche Mänge an Uran-Stäbe? Die weltweite Nachfrage wird immer gedeckt..?!

  • Donna am 16.03.2011 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Eine sofortige Abstimmung würde ich unterstützen. Es braucht nun eine Grundsatzdiskussion. Es geht nicht mehr darum ob so ein Unfall passieren kann oder nicht. Es geht nur noch um Ja oder Nein. Die Sache mit dem geringeren Restrisiko in der Schweiz ist nun nicht mehr diskutierbar.

  • Bernhard am 17.03.2011 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Dank an Herr Blocher

    Tja, dank Christoph Blocher haben wir heute nur 5 Reaktoren. Das hören einige wohl nicht gerne...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Parr John am 29.05.2011 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Initiativen nerven....

    Sorry, der Herr irrt. Zuerst nervt er die Finanzwelt und jetzt will er die Energywelt nerven. Veränderungen kommen nicht mit Initiativen, wieso weiss der gute Man das nicht.

  • Uwe Schulze am 17.03.2011 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Atom-Strom NEIN.

    Ich frage; Wo her, oder wie beschaft sich jedes AKW eine solche Mänge an Uran-Stäbe? Die weltweite Nachfrage wird immer gedeckt..?!

  • Alex am 17.03.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    mehr nachdenken

    Lobbyisten sind doch nichts anderes als Interessenvertreter. Diese Interessenvertreter generieren Arbeitsplätze und tragen zu unserem Wohlstand bei. Sollte sich jeder mal überlegen, bevor er/sie wieder über die Lobbyisten flucht! In der Ruhe liegt die Kraft/Weisheit und nicht im überhasteten Aktivismus!

    • Stahlende Zukunft? am 29.05.2011 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      Alternative Energiekonzepte

      sind entwicklungsfähig, schaffen Arbeitsplätze und führen uns in eine sicherere Zukunft, ohne kostenintensive Abfallhypothek für unzählige Generationen unsere Nachfahren. Solange aber die Förderung neuer Energiekonzepte von Lobbyisten der AKW-Generation verhindert wird, dürfen wir mit der Gau-Hypothek weiterleben. Einfach verantwortungslos.

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  • Hans für Japan am 17.03.2011 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Zu klein um ins Gewicht zu fallen...

    Es ist natürlich traurig was in japan passiert. Aber die hysterie in unserem land bezüglich AKW's finde ich sehr fehl am Platz. Einerseits sind wir durch das Ausland von gefährlichen AKW's umgeben und anderseits sind wir zu klein um Masstäbe der AKW's festzulegen. Desshalb hoffe ich, dass wir diese realitätsfernen Depatten lassen und die Menschen in Japan unterstützen, welche direkt betroffen sind und unsere Hilfe benötigen. Die Globale Gemeinschaft ist gefordert und wir sollten lieber dort helfen statt Schnellschüsse zu tätigen, es reichte schon die hysterie Leuthards vom Dienstag....

    • Kunz Cäsar am 19.03.2011 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      Cäsar Wasserkraftwerke

      Vor Jahren hat man wegen dem angeblichen billigen Atomstrom bestehende und geplante mittlare und kleinere Wasserkraftwerke den Wasswehahnen abgedreht.Der kurze Gewinn ist überall auch bei den Steuern mit kleinem Einkommen.Irgend wann muss es zurückbezahlt werden.

    • Christian S. am 28.03.2011 23:33 Report Diesen Beitrag melden

      Vorreiter müssen nicht goss sein

      Zu klein sind wir nicht umetwas zu bewirken, Auch in sachen Katalisatoren -oligatorium für die autos hat sich ganz Europa an uns orientiert. Einer muss anfangen. doch die Grünen sollten nun mit ihrer verhinderungstaktik für den Bau von Alternativeenergie aufgeben und nicht immer bei jedem Bauvorhaben ein Weto einlegen.

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  • Hans am 17.03.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO - Parteilose-Politik hat Zukunft

    Da wird keine Wischi-Waschi-Partei-Politik betrieben, sondern CH-Probleme aufgegriffen wovon sich andere Parteien drücken.