Veganismus

31. Juli 2014 05:38; Akt: 31.07.2014 13:37 Print

Mit Fahnen gegen Fleisch auf dem Grill

von Florian Meier - «Grilling without killing»: Anti-Fleisch-Aktivisten rufen zum veganen Grillieren auf – und machen dabei mit Fahnen auf sich aufmerksam.

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Wer diesen Sommer einem Fluss entlangspaziert, muss sich nicht wundern, wenn ihm an Grillstellen eine Fahne mit einem runden Logo, zwei Schwertern und einem Feuer in der Mitte ins Auge sticht. In diesem Fall ist er auf Aktivisten der Bewegung «Grilling without killing» gestossen, die sich für veganes Grillieren einsetzt.

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Ins Leben gerufen wurde die Aktion unter anderem von der Veganen Gesellschaft Schweiz. Dazu wurde diesen Frühling eigens eine Homepage eingerichtet, wo die Grillprotestflagge für 28 Franken bestellt werden kann. Auch ein Starter-Paket mit veganen Grillprodukten und Rezepten kann dort erworben werden. «Wir wurden regelrecht überrannt», sagt Cristina Roduner, Pressesprecherin der Veganen Gesellschaft Schweiz. Bis heute seien über hundert Bestellungen eingegangen. Leute aus der ganzen Schweiz hätten plötzlich die Grillprotest-Flagge gehisst und zum tierlosen Grillabend eingeladen. «Wir bekamen sogar ein Bild einer Gruppe aus Österreich, die sich mit unserer Fahne zum veganen Grillieren bekennen.»

«Dieses Aroma bekommt man nicht hin»

Auch Tobias Sennhauser, Mitinitiant der Bewegung, ist zufrieden mit dem Erfolg. «Wir hoffen, dass wir in Zukunft noch viel mehr unserer Fahnen auf den Schweizer Grillplätzen sehen werden.» So soll gezielt zum dezentralen Protest aufgerufen werden. Zum Veganismus bekehren will er aber niemanden: «Wir wollen den Leuten zeigen, dass auch veganes Grillieren genauso Freude machen und genauso gut schmecken kann.»

Philipp Metzger kann dies nicht verstehen. «Bei mir kommt nur Fleisch auf den Grill. Alles andere ist Beilage.» Er betreibt eine mehrfach ausgezeichnete Metzgerei der alten Schule in Nesslau im Toggenburg. So geht er regelmässig auf den Bauernhof und holt sich die Tiere, die er zu Steak und Wurst verarbeiten will, persönlich ab. «Wir machen alles selber – vom Schlachten bis zum fertigen Stück Fleisch und Wurst.» Es sei noch nie vorgekommen, dass jemand explizit nur Zutaten für einen fleischlosen Grillabend bestellt habe. Dies kann Metzger auch verstehen. Es gebe schlicht nichts Besseres als ein feines Steak frisch vom Grill. «Dieses Aroma und diesen Geschmack wird man mit etwas anderem niemals hinbekommen.»

Fast jeder isst Fleisch

Davide Elia, Mediensprecher von Bell, glaubt nicht daran, dass die Schweizer Konsumenten in naher Zukunft im grossen Stil auf vegane Produkte umsteigen werden. «98 Prozent der Haushalte in unserem Land kaufen Fleisch, der Pro-Kopf-Konsum ist in den letzten Jahren sogar gestiegen.» Es dürfte also noch eine ganze Weile dauern, bis Soja-Medaillon und Tofu-Wurst das saftige Steak und die Olmabratwurst von unseren Grills verdrängen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hans meier am 31.07.2014 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ziel?

    Vegetarier sind durchaus zu verstehen, aber Verganer schiessen einfach meilenweit über das Ziel hinaus. ps: ich esse wenn auch nicht jeden Tag gerne Fleisch

Die neusten Leser-Kommentare

  • hans meier am 31.07.2014 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ziel?

    Vegetarier sind durchaus zu verstehen, aber Verganer schiessen einfach meilenweit über das Ziel hinaus. ps: ich esse wenn auch nicht jeden Tag gerne Fleisch