Fakten-Check

20. Juni 2019 13:32; Akt: 20.06.2019 13:32 Print

Mit diesen Behauptungen machen 5G-Gegner mobil

Kontroverse um das geplante 5G-Netz: Gegner möchten mit einem Faktenblatt eine «sachliche Diskussionsgrundlage» schaffen. Ein Experte bewertet dieses.

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Bereits über hundert 5G-Antennen hat die Swisscom installiert, Sunrise wirbt mit dem «grössten 5G-Netz der Schweiz». Doch die neue Technologie ist umstritten: Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt seien kaum abschätzbar, monieren Gegner. Weil die Schweiz die Einführung von 5G weltweit am schnellsten vorantreiben würde, ... ... müsse sie als Versuchskaninchen herhalten, so der Verein «5G-Moratorium». Für eine konstruktive Diskussion fehlten die sachlichen Grundlagen, weshalb der Verein das «Faktenblatt zum Endausbau 5G» erarbeitet habe. 20 Minuten hat die Behauptungen des Faktenblatts mit Rebekka Meier, Präsidentin des Vereins «5G-Moratorium» und Jürg Leuthold, Professor am Institut für Elektromagnetische Felder an der ETH Zürich, unter die Lupe genommen. Fakt 1: 135'000 Basis- und mittlere Mobilfunkanlagen würden notwendig. Die Abstände müssten idealerweise 150 Meter betragen, um eine genügend schnelle und grosse Datenübertragung zu gewährleisten. Rebekka Meier: «Die Antennen müssten so nahe beieinander stehen, weil nur so auch bei Regen oder Hindernissen wie Bäumen ein zuverlässiger Empfang garantiert werden kann.» Jürg Leuthold: «5G sendet bei höherer Frequenz als 4G. Je höher die Frequenz, desto schwerer durchdringt die Strahlung Gegenstände oder Körper.» Dies seien gute Nachrichten für alle, die Angst vor der neuen Technologie hätten. Fakt 2: Über 14'000 Tonnen Elektroschrott fallen in einigen Jahren mit den Basis- und mittleren Antennen an. Deren Jahres-Stromverbrauch entspricht fast der Jahresproduktion des Flusskraftwerks Augst. Rebekka Meier: «In den kommenden Jahren werden die heutigen Antennen als veraltet gelten und müssten ersetzt werden. Es droht uns diese Unmenge an Elektroschrott». Die Bestandteile am Kopf der Antenne seien sehr schwer. Jürg Leuthold: «Dieser Wert basiert auf der Annahme, dass die besiedelte Schweiz alle 150 Meter flächendeckend mit Mobilfunkantennen der 5. und 6. Generation zugepflastert wird.» ... ... Eine solche Abdeckung sei weder realistisch noch kenne jemand die wahren Gewichte der zukünftigen Antennen, so Leuthold.

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5G breitet sich schnell aus. Bereits über hundert Antennen hat die Swisscom installiert, Sunrise wirbt mit dem «grössten 5G-Netz der Schweiz». Doch die neue Technologie ist umstritten: Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt seien kaum abschätzbar, monieren Gegner. Weil die Schweiz die Einführung von 5G weltweit am schnellsten vorantreiben würde, müsse sie als Versuchskaninchen herhalten, so der Verein 5G-Moratorium. Es fehlten die sachlichen Grundlagen, weshalb der Verein das «Faktenblatt zum Endausbau 5G» erarbeitet habe.

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20 Minuten hat die Behauptungen des Faktenblatts mit Rebekka Meier, Präsidentin des Vereins 5G-Moratorium, und Jürg Leuthold, Professor am Institut für Elektromagnetische Felder an der ETH Zürich, unter die Lupe genommen.

Fakt 1
135'000 Antennen nötig

Allein im Siedlungsraum (7,5% der Schweizer Gesamtfläche) würden über 135'000 Basis- und mittlere Mobilfunkanlagen nötig. Die Abstände müssten idealerweise 150 Meter betragen, um eine genügend schnelle und grosse Datenübertragung zu gewährleisten.

Rebekka Meier: «Die Antennen müssten so nahe beieinander stehen, weil nur so auch bei Regen oder Hindernissen wie Bäumen ein zuverlässiger Empfang garantiert werden kann.» Als Basis-Antennen bezeichnet Meier die bestehenden 4G-Antennen kombiniert mit 5G-Antennen. Diese werden durch die sogenannten mittleren Antennen verstärkt, um ein flächendeckendes 5G-Netz erreichen zu können.

Jürg Leuthold: «Das sind sehr hypothetische Berechnungen, die zutreffen, wenn man die ganze Schweiz mit einer zukünftigen 5G-Generation im Frequenzbereich von 28 GHz versorgen würde. Das wäre dann wohl so etwas wie 6G.» Das habe aber nur sehr wenig mit dem heutigen 5G gemeinsam. Solche Szenarien existierten wohl nicht einmal bei den Anbietern selbst. «Bei 5G wird die Strahlung nicht mehr wie bei einer Glühbirne rundherum ausgestrahlt, sondern wie bei einem Scheinwerfer dorthin gesendet, wo der Anwender ist. Dabei müssen wie beim 4G die alten Spitzengrenzwerte für die Strahlung am Empfängerort eingehalten werden», so Leuthold. «Ausserdem sendet 5G bei höherer Frequenz als 4G. Je höher die Frequenz, desto schwerer durchdringt die Strahlung Gegenstände oder Körper.» Dies seien gute Nachrichten für alle, die Angst vor der neuen Technologie hätten. Richtig sei deshalb, dass das Signal durch Wälder oder Häuserketten geschwächt werde. «Ist das der Fall, kann es sein, dass es mehr Antennen in kleinerem Abstand braucht», so Leuthold. «Einen Abstand von 150 Metern als ideal zu bezeichnen, scheint mir aber aus der Luft gegriffen. Das wäre für den Anbieter unnötig teuer.»

Fakt 2
14'000 Tonnen Elektroschrott

Über 14'000 Tonnen Elektroschrott fallen in einigen Jahren mit den Basis- und mittleren Antennen an. Deren Jahres-Stromverbrauch – allein für das Siedlungsgebiet der Schweiz – entspricht fast der Jahresstromproduktion des Flusskraftwerks Augst.

Rebekka Meier: «In den kommenden Jahren werden die heutigen Antennen als veraltet gelten und müssten ersetzt werden. Es droht uns diese Unmenge an Elektroschrott.» Die Bestandteile am Kopf der Antenne seien sehr schwer. Aus den rund 135'000 notwendigen Antennen schliesst Meier, dass sich der jährliche Stromverbrauch auf rund 200 Gigawattstunden pro Jahr beläuft: «Das sind erste Schätzungen, die sich auf die bisher bekannten Zahlen beziehen.»

Jürg Leuthold: «Dieser Wert basiert auf der Annahme, dass die besiedelte Schweiz alle 150 Meter flächendeckend mit Mobilfunkantennen der 5. und 6. Generation zugepflastert wird.» Eine solche Abdeckung sei weder realistisch noch kenne jemand die wahren Gewichte der zukünftigen Antennen, so Leuthold. «Man kann nämlich davon ausgehen, dass 6G-Antennen rund zehnmal kleiner ausfallen werden als die heutigen Antennen.»

Zum Stromverbrauch sagt Leuthold: «Kommunikation braucht Energie. Das Gute an 5G ist, dass die Technologie die Leistung viel zielgerichteter verschickt. Das führt zu Einsparungen.» Umgekehrt werde etwas mehr Strom zur Erzeugung des komplexen Signals verwendet. Ob die neue Generation mehr Energie verbrauche, müsse genauer untersucht werden, so Leuthold.

Fakt 3
Auge erwärmt sich

Befindet sich eine Person im Abstand von zehn Metern zu einem 5G-Sender, erwärmt sich das Auge dieser Person bis 1,53 cm Tiefe um 1,34 Grad Celsius bei dauerhafter Bestrahlung.

Rebekka Meier: «Dies ergaben Nachrechnungen mit Physikern. Es handelt sich um eine rechnerische Prognose aufgrund bisher bekannter Zahlen bezüglich der Sendeleistung und Modulation.»

Jürg Leuthold: «Erwärmungen, wie sie hier angegeben werden, könnte man nur dann messen, wenn sich jemand direkt in den Strahl vor eine Antenne stellt. Dafür bräuchte man aber einen Kran.» Die Vorschriften für Mobilfunkantennen seien so streng, dass die Strahlung gar nicht zu einer messbaren Erwärmung des Gewebes führen könne. Der Wert scheint Leuthold viel zu hoch und die Berechnung nicht nachvollziehbar. Die grösste Strahlenbelastung gehe sowieso vom eigenen Mobiltelefon aus. «Auch hier gibt es Grenzwerte. Das Handy darf den Kopf eines Benutzers nicht einmal um ein volles Grad erwärmen.» Elektromagnetische Strahlung führe dennoch zu einer Erwärmung des Gewebes. Nach weiteren Effekten suche man seit Jahren, so Leuthold. «Nicht mal in den USA, wo das Handy seit mehr als 20 Jahren intensivst genutzt wird, kann eine erhöhte Anzahl an Tumorerkrankungen festgestellt werden.»

(mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BeBa am 20.06.2019 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Technologie-Skeptiker

    Interessant wie viele nach mehr Abklärungen bei neuen Technologien schreien aber bei Religiösen Fragen einfach alles ohne zu hinterfragen abnicken.

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  • Postkutsche am 20.06.2019 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Impfgegner lassen grüssen

    Die gesamte "Diskussion" macht sich selbständig - da helfen auch keine Argumente mehr.

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  • moods am 20.06.2019 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheit

    Tatsache ist, dass immer mehr Menschen ein Smartphone betreiben, mit dem Computer online arbeiten und demzufolge auch immer ein schnelleres Internet fordern. Da die 4G Technologie auf Grund dessen immer mehr an die Grenzen stößt ist nachvollziehbar. Was aber nicht zu verstehen ist, dass all jene welche gegen die 5G Antennen Sturm laufen, ihr Handy tag täglich am Ohr haben und sich keine Gedanken über die Strahlenbelastung machen. Dies obwohl verschiedene Studien der ETH etc. belegen, dass nicht die Antennen der grösste Strahlen Störfaktor, sondern die vom eigentlichen Handy ausgehende gesundheitliche Belastung, darstellen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tagesfliege am 21.06.2019 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    1 Tag...

    früher gabs mal einen autofreien Tag, heute wäre mal ein ganzes Wochenende ohne Strahlung ein muss... zum die Differenz zu bemerken... so quasi ein tech-still-stands-Day. nur so am Rande erwähnt.

    • Tagesfliege am 21.06.2019 15:11 Report Diesen Beitrag melden

      angehängt

      noch dazu möchte ich fragen. warum muss denn alles flächendeckend sein. Möchte mich gerne in Zone mit 0,00 usw. begeben können. einmal die Woche. z. b. wenn's regnet im Wald, aber da wird man inzwischen von herab stürzenden Ästen ANGEMACHT. UND AUCH GEWARNT. bis dann, tut was ihr wollt, aber macht dass richtige.

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  • Andrea@. am 21.06.2019 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Verständnis

    ich finde es interessant das es so vielen Menschen egal ist, was mit ihnen basiert. irgendwie muss ja was an den strahlungen dran sein,ist noch nie jemanden aufgefallen das menschen die mit Musik oder schauspielerei einfach viel mit funkwellen zu tun haben, häufiger krebs oder unter psychische Erkrankungen leiden.wie viele bauern gibt es die über Missbildungen ihrer kälber berichten. wieso wird 5G nicht zuerst in der wüste getestet, wie wirkt sich die Strahlung auf unsere Nahrungsmittel aus. wirken mikrowellen strahlung der Antennen genau so wie in der küche Nährstoffe und Vitamine sind keine mehr vorhanden. muss das 5G wirklich an der Schweizer Bevölkerung getestet werden, es gibt keine einzige Studie die beweist das 5G für Mensch und Tier nicht schädlich ist. was passiert nächstes Jahr wenn es doch schädlich ist,wer zahlt für den schaden.

    • Pingo am 21.06.2019 15:46 Report Diesen Beitrag melden

      Mein Grosi hatte recht, us Prinzip sho

      Mein Grosi sagte damals: "Wer zuletzt lacht, lacht am Besten", hatte es sicher fast 35 >Jahre lang nicht wirklich verstanden. Jetzt ist alles klar, und ich lache, wie doof alles werden wird.

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  • Heidi Heidnisch am 21.06.2019 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angriff

    Ich bin einmal nach 2 Monaten Himalaya ohne elektronische Medien, in bester Gemütsverfassung in Genf gelandet, und wurde praktisch schon am Flughafen überflutet mit TV-Signalen, leuchtender Werbung und Radiowellen. Ich fühlte mich brutal angegriffen und verletzt, und alles was half war Betäubung: Cigis und ein Bier zum Frühstück. Danach spürte ich es nicht mehr so stark. Das war 1981... Heute ist der Angriff auf unser Nervensystem und Unterbewusstsein noch viel massiver, und wird gerade jetzt auf "DNA-Zerhacken" hinauf geschaltet.

  • Mr. Bull am 21.06.2019 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine meinung zu 5G

    In der umfrage fehlt: ist mir völlig egal. Das einzige was an 5G nervt ist das geschreie der ahnungslosen panikmacher.

    • Marc Carl am 21.06.2019 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Bull

      Keine Meinung - dann ist wohl die Verstrahlung durch 4G schon massiv .

    • 5G Juheeee am 21.06.2019 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Marc Carl

      Lieber keine Meinung, als eine Meinung die von anderen gesteuert ist (Medien) ohne selber überhaupt was darüber zu wissen.

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  • Informer am 21.06.2019 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    5G-Wissenskongress

    Vortrag von Prof. Klaus Buchner anschauen. Ein Muss für alle.