Ausbildung in der Schweiz

21. Juli 2009 11:00; Akt: 22.07.2009 08:43 Print

Mit eigenen Imamen gegen den Extremismus

Muslimische Geistliche sollen künftig an Schweizer Hochschulen ausgebildet werden - darüber sind sich die muslimische Gemeinde in der Schweiz, Behörden und Hochschulen mehrheitlich einig. Die Schweizer Verhältnisse müssen aber dabei berücksichtigt werden. Dies soll helfen, extremistische Einflüsse abzuwehren.

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Forscher der Universität Zürich führten im Rahmen einer Nationalfondsstudie rund 100 Interviews mit Exponenten der islamischen Gemeinde und befragten zudem etwa 40 Vertreter anderer Religionsgemeinschaften, Behörden, Parteien, Hochschulen sowie Rechtsexperten. Mehrheitlich sprachen sich die Befragten dafür aus, Imame (Vorbeter) und islamische Religionslehrer in der Schweiz auszubilden.

Heute werden die Imame der Schweizer Muslime im Ausland ausgebildet, für moslemische Religionslehrer gibt es in der Deutschschweiz einen privaten Kurs. Die muslimische Gemeinde ist mit schätzungsweise über 350 000 Mitgliedern oder knapp 5 Prozent der Bevölkerung die zweitgrösste Religionsgemeinschaft der Schweiz. Laut dem historischen Lexikon der Schweiz hatten 2006 rund zwei Drittel der etwa 120-160 Moschee-Vereine einen ständigen Imam.

Imam sollte auch Brückenbauer sein

Die Moslems wünschen sich akademisch ausgebildete Imame, die neben fundierten Islamkenntnissen auch über gute Kenntnisse der lokalen Landessprache, des Rechts und der Politik verfügen. Sie sollen mit der Schweiz vertraut sein. Zudem sollen sie Kontakte mit den anderen Religionsgemeinschaften pflegen.

Islamische Religionslehrerinnen und -lehrer sollten nach Meinung der Befragten zwischen den Generationen und Kulturen vermitteln, solide Islamkenntnisse besitzen und über pädagogisch-didaktische Kompetenzen verfügen.

Gewünscht wird, dass an den öffentlichen Schulen ein islamischer Religionsunterricht nach dem Modell des christlichen eingeführt wird. Da in mehreren Kantonen der herkömmliche christliche Religionsunterricht durch eine konfessionsübergreifende Religionskunde abgelöst worden ist, müsse man nach «flexiblen Lösungen suchen», erklärten die muslimischen Verbände und die Behörden.

Islam soll in Schweizer Kontext passen

Allgemein wünscht man in der islamischen Gemeinde einen Islam, der in den Schweizer Kontext passt, aber nicht vom Staat reglementiert ist. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsgänge von Hochschulen der islamischen Welt anerkannt, aber nicht einfach von dort importiert werden. Die Muslime setzten dabei auf eine aktive Rolle der schweizerischen Institutionen, nicht zuletzt zur Abwehr extremistischer Einflüsse, schreibt der SNF.

Rechtlich bestünden für die Einführung einer solchen Ausbildung in der Schweiz keine Hindernisse. Da das Religions- und Bildungswesen in erster Linie Sache der Kantone ist, seien kantonale Akteure besonders gefordert, heisst es in der Studie.

Kurzfristig könnte man für Imame, die im Ausland ausgebildet werden, in der Schweiz Zusatzkurse anbieten, die sie mit den Verhältnissen in der Schweiz vertraut machen.

Bundesrat wartet auf Nationalfonds-Studie

Der Wunsch nach einer Imam-Ausbildung in der Schweiz war von Muslimen in der Schweiz ausgegangen und 2004 von den Landeskirchen aufgenommen worden. Hintergrund war ein Unbehagen darüber, dass viele islamische Geistliche in Europa nicht mit den europäischen Verhältnissen vertraut waren und teilweise extremistische Lehren verbreiteten.

In der Folge wurden auf lokaler Ebene verschiedene Projekte lanciert. Neben dem bestehenden Kurs für Religionslehrer starten diesen Herbst an der Universität Freiburg und an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur Lehrveranstaltungen zur Aus- und Weiterbildung von islamischen Religionsvertretern.

Der Bundesrat ist in dieser Frage zurückhaltend. In Antwort auf ein Postulat von Nationalrat Hugues Hiltpold (FDP GE) zur Ausbildung von Imamen in der Schweiz erklärte er Ende Mai, er wolle erst die Nationalfonds-Studie abwarten, bevor entsprechende Massnahmen diskutiert werden könnten.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Müller am 21.07.2009 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Vorurteile und Fremdenangst...

    Ihr ängstlichen, verkorksten SVP Schafe. Eure Argumente sind schlicht und einfach nur läppische Vorurteile. Auf eine solch paranoide Schweiz wie durch die Anti-IslamistInnen skizziert, kann getrost verzichtet werden. Das schlechteste für Fremdenfeindlichkeit ist, das Fremde kennen zu lernen...

  • Seppu am 22.07.2009 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kulturelle Vielfalt

    und Integration sind ja eine schöne Sache. Funktioniert aber nur mit Kulturen die halbweg kompatibel sind. Die islamische gehört nun mal nicht dazu. Also sollen sie hingehen wo sie herkommen statt sich hier dauernd zu beschweren und freche Forderungen zu stellen!!

  • burak am 21.07.2009 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    lol

    ich habe paar sachen durchgelesen und habe nichts anderes als, bodenlose aussagen,hetzaussagen,intoleranz,rassistische äusserungen gesehen..und ihr wollt die probleme lösen? seit echt witzig leute. kein wunder gibts probleme bei solch einem verhalten wie sich ein paar hier äussern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • o.c am 03.11.2009 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alle Moslems sind Terroristen

    Es werden heute predigte auch in Deutsch gehalten. Und ich finde das auch in Ordnung, nicht nur Ihr Zahlt Steuern sondern wir auch. Das Heisst nicht das wir tun können was wir wollen sondern, das wir auch Rechte haben. Und nicht alles Moslems sind Terroristen.

  • Adrian Schweizer am 29.10.2009 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    frechheit

    wir die schweizer werden verdrängt und vernachlässigt. ich sehe für dieses land keine zukunft mehr. als stolzer schweizer geboren als trauriger schämender schweizer sterben.BERN WACHT AUF NEUES PARLAMENT + BUNDESRÄTE HER. Tell würde sich im grabe umdrehen könnte er das sehen ist das was er wollte ?

  • E.E. am 23.07.2009 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    keine gleichberechtigung

    "...aber nicht vom Staat reglementiert ist." aha, und wir schweizer bünzlis werden zu tode reglementiert. unsere berner holzköpfe, welche anscheindend vom borkenkäfer befallen sind, sollten langsam mal ein bisschen überlegen. mir soll noch einer sagen wir wären alle gleichberechtigt...

  • Eugen M. ; Allschwil am 23.07.2009 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?

    Warum nicht Imame, welche nicht nur als Prediger und Seelsorger sondern auch Jugendarbeiter in der Schweiz ausbilden? Das sind Autoritäten, auf welche Jugendliche repsektieren und auf welche sie hören. Imame könnten z.B. auch beim Bewerbungen schreiben helfen, wie dies unser Pfarrer macht!

  • hans am 22.07.2009 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    traurig, aber wahr

    Die meisten könne nicht mal duetsch, und doch werden sie eingebürgert. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir die gleiche Situation wie in Schweden haben. Bis 2050 hat der Islam ganz Europa erobert