Gegen Wildpinkler

17. Juli 2019 17:27; Akt: 17.07.2019 17:30 Print

Diese WCs erleichtern das Warten im Gotthard-Stau

Im Stau stehen drückt nicht nur aufs Gemüt sondern mitunter auch auf die Blase. Daher hat der Kanton Uri hat nun mobile WCs auf der Autobahn vor dem Gotthard aufgestellt.

Auf der A2 in Richtung Gotthard stehen mehrere mobile WCs.
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Reisende, denen im Stau vor dem Gotthard die Blase drückt, haben es gut: Von April bis Oktober stehen entlang der Autobahn A2 mobile Toiletten bereit, auch um Wildpinklern beizukommen. Einmal pro Woche werden die WCs gereinigt, in der Hochsaison auch häufiger.

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Noch fliesst der Verkehr an diesem Julimorgen auf der A2 in Richtung Süden, als Alexandar Djordjevic in seinem Saugfahrzeug den Blinker setzt und auf den Pannenstreifen fährt. Jeden Mittwoch ist er zwischen Erstfeld und Amsteg auf Tour, leert und putzt sechs TOI-TOI-Kabinen entlang der A2. Im Auftrag des Urner Amts für Betrieb Nationalstrassen bewirtschaftet die Firma die mobilen WCs.

Stau an 151 Tagen

Gedacht sind sie einerseits für Lastwagenfahrerinnen und Lastwagenfahrer, andererseits aber auch für Autoreisende, die feststecken. 2018 kam es im Bereich Gotthard Nord an 151 Tagen zu Staus oder Verkehrsbehinderungen. Das Bundesamt für Strassen Astra zählte hier 1036 Staustunden.

Djordjevic, mit oranger Leuchtweste ausgerüstet, steigt aus und wirft einen Kompressor auf seinem Fahrzeug an. Auf der Autobahn braust der Verkehr vorbei. Djordjevic steckt einen Schlauch ins blaue Häuschen und saugt damit ab, was sich angesammelt hat.

Zwischen Erstfeld und Amsteg stehen zwei Kabinen in einer Nische jeweils mit direktem Zugang von der Autobahn, drei sind es beim Rastplatz Wassen und eine weitere Kabine beim LKW-Kontrollplatz in Göschenen. Auch im Süden gibt es drei Kabinen in Fahrtrichtung Norden bei der Raststätte Stalvedro, wie Maurus Achermann von der TOI TOI AG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagt.

Angebot seit 2010

Das Angebot existiert laut Judith Gisler vom Urner Amt für Betrieb Nationalstrassen seit 2010. Man habe es eingeführt, weil Reisende die persönliche Notdurft jeweils in den Böschungen erledigten. Der Unterhalt koste pro WC und Woche rund 50 Franken.

Auf der Nordseite steht eine Kabine das ganze Jahr am selben Ort, die fünf anderen würden jeweils Anfang April hingestellt. Gegen Ende Oktober, wenn der grosse Reiseverkehr für das Jahr vorbei ist, verschwinden sie wieder. Bis im Frühling.

Denn spätestens ab Ostern, wenn auf der Gotthardautobahn besonders viel läuft, werden die Kabinen, die ein Fassungsvermögen zwischen 250 und 300 Litern haben, in Absprache mit dem Amt für Betrieb Nationalstrassen auch häufiger gereinigt. Dafür gibt es einen Pikettdienst.

Mit Spanngurten befestigt

Oft sind Zusatzeinsätze notwendig. Auch für Djordjevic. Heute ist nach der fünften Kabine der Tank auf seinem Saugfahrzeug voll. Mit einem Hochdruckreiniger spritzt er das WC-Häuschen ab, reinigt es mit Putzmittel, füllt Papier nach.

Laut Maurus Achermann gibt es in der Schweiz keine Pflicht, solche Kabinen aufzustellen. Es sei ihm auch keine andere Autobahn bekannt, entlang deren es mobile WC-Häuschen gibt. Die Toiletten sind mit Spanngurten und Anker befestigt, damit sie bei einem Sturm nicht auf die Fahrbahn geschoben werden.

Es komme, sagte Djordjevic, immer wieder vor, dass er eine WC-Türe öffne und drinnen noch jemanden antreffe. Die Leute vergässen halt oft, dass man auch die mobilen Toiletten abschliessen könne.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lenard am 17.07.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Immerhin

    Wenigstens ein minimaler Ausgleich dafür, dass unsere Raststätten entlang der Hauptrouten um 22h schliessen. Diese Idee ist sogar nachahmenswert. Endlich mal jemand, der Köpfchen bewiesen hat.

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  • Weniger Zastra für Astra am 17.07.2019 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wohl das Minimum

    was ein zivilisiertes 1.Welt Land vorkehren kann wenn vor lauter Verhinderungspolitik der Verkehr den die Allgemeinheit mit hohen Abgaben finanziert nicht gewährleistet werden kann.

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  • Ruedi58 am 17.07.2019 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussteigen auf Autobahn

    wird aber mit dieser Aktion hoffentlich nicht bestraft. Gute Idee!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Minnie am 19.07.2019 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es stinkt

    Zwar eine gute Idee, aber meistens dreckig und stinkt abartig. Möchte gar nicht wissen wie es an den heissen Sommertagen in den überhitzten Toi Toi Kabinen sein wird.

  • martin am 18.07.2019 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz ohne Klo

    Schweiz sollte mal mehr mal mehr rastplätze bauen. auf einigen Strecken nicht eine z.b. uster bis zum Kreuz brüttisellen. nicht eine

  • der schlaue am 18.07.2019 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Signalisation

    Wo ist die signalisation dazu Mit einem anhänger tafel oder irrgend was

  • Tom H am 18.07.2019 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Tunnel bauen sofort

    Baut mal den zweiten Tunnel und macht es sofort zweispurig! Besser Geld in ein Tunnel investieren als halb Africa nach Europa herschiffen.

  • Honeybee am 18.07.2019 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War noch nie im Stau

    War einmal auf dem Toi Toi und nie wieder. Sowas von gruusig. Vor der Fahrt esse und trinke ich nichts bis ich durchs Tunnel bin.Aber eigentlich fahre ich San Bernardino und im Sommer immer über den Pass.