Verkehrs-Revolution

30. Juni 2016 13:36; Akt: 30.06.2016 15:18 Print

Mobility Pricing – das sind die Vorbilder der Schweiz

Mobility Pricing: eine Idee, viele Möglichkeiten, diese umzusetzen. Wir zeigen Beispiele – von Strassengebühren bis zu E-Tickets für den ÖV.

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Das Mobility Pricing, die Weiterentwicklung einer einfachen Strassengebühr, kann in unterschiedlichen Varianten Verkehrsaufkommen zu Spitzenzeiten brechen. Beispiele gibt es zahlreiche:

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London – City-Maut

Seit 2003 existiert in London mit der sogenannten Congestion Charge eine Innenstadtmaut. Das heisst: Der Zugang zur Innenstadt kostet und zwar nicht wenig. Wer unter der Woche in die Stadt will, bezahlt laut SRF zwischen 7 und 18 Uhr eine Tagesgebühr von 10 Pfund. Allerdings gibt es auch zahlreiche Ausnahmen: Pannendienste, Ambulanzen, Taxis und Hybrid-Autos sind von der Gebühr befreit.
Mit dem System konnte der Autoverkehr um 15 Prozent reduziert werden. Staus haben sich dadurch um ganze 30 Prozent verringert.

Stockholm – Innenstadt-Maut

Auch in der schwedischen Hauptstadt Stockholm wurde nach einer Probephase 2007 eine Innenstadt-Maut eingeführt. Wie SRF berichtete, zahlen Autofahrer dort zwischen 6.30 Uhr und 18.29 Uhr abhängig von der genauen Tageszeit zwischen rund 1 und 2 Euro für den Zugang zur Innenstadt. Die Kennzeichen der Fahrzeuge werden dabei von installierten Kameras erfasst – und so den Fahrzeuglenkern jeweils Ende des Monats eine Rechnung nach Hause geschickt.

Der Verkehr nahm so den Behörden zufolge um 15 bis 20 Prozent ab. Die jährlich rund 50 Millionen eingenommenen Franken werden wieder in den Unterhalt des Strassennetzes investiert.

Singapur – Allgemeine Strassenmaut Smart Traffic

Im kleinen und bevölkerungsdichten Stadtstaat Singapur wurden eine ganze Reihe von Lenkungsmassnahmen eingeführt. Seit den 1970er-Jahren existiert «Der Zeit» zufolge dort die weltweit erste Strassenmaut. Abhängig ist sie von Tageszeit, Strecke und Fahrzeug. Am teuersten kommt es in der morgendlichen Rushhour zwischen 8.30 Uhr und 9 Uhr.

Zudem gibt es seit den 1990er-Jahren eine Kontingentierung der Fahrzeugzulassungen. Nur einmal im Monat werden die Lizenzen versteigert. Kostenpunkt: 60'000 Franken für einen Kleinwagen und zehn Jahre. Für die Zulassung von Neuwagen schlagen gar 100'000 Franken zu Buche. Resultat: Singapur ist die einzige staufreie Millionenmetropole.

Hinzu kommt, dass die Tarife für den ÖV zeitlich gestaffelt sind. Für alle Nutzer des öffentlichen Verkehrs existieren nicht nur elektronische Tickets, sondern auch Smartphone-Apps: Zur Optimierung von persönlicher Verkehrsroute und Reisezeit.

Niederlande – Elektronische ÖV-Tickets

Zwar scheiterte in den Niederlanden 2010 das Projekt für eine nationale Strassenmaut, dafür wurde gemäss SRF zwischen 2005 und 2012 schrittweise im ganzen Land ein elektronisches ÖV-Billett-System eingeführt. Es erlaubt die Registrierung des Ein- und Ausstiegs und so die Abbuchung der variablen Ticketpreise vom persönlichen Konto. Die dazu benötigte Karte kann dabei sowohl Tickets für Einzahlfahrten als auch verschiedene Abonnemente speichern.

Österreich – «Sondermautstrecken»

Im Nachbarland Österreich gibt es seit Jahrzehnten Nutzergebühren auf sechs alpenquerenden Autobahnabschnitten – sogenannte Sondermautstrecken. Zu diesen gehört auch der Brennerpass, neben dem Gotthard eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen durch die Alpen.

Laut SRF kostet eine einzelne Fahrt zwischen 5 und 11 Euro – was dem Staat jährlich um die 150 Millionen Euro in die Kassen spült. Verwendet wird das Geld für Unterhalt und Ausbau des nationalen Strassennetzes.

(jh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martina am 30.06.2016 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Pendeln aus Spass?

    Super! Weil die allermeisten Pendler reisen ja nur zum Vergnügen. Und falls sie dann doch mal arbeiten gehen, ist es ihrem Chef bestimmt egal, ob sie um 7,8 oder 11 Uhr anfangen! Liebe Frau Leuthard, mit diesen Massnahmen bestrafen Sie den "kleinen Angstellten" der nicht frei wählen kann, wann er den ÖV nutzt. Ich finde das nicht fair! In einem übervollen Zug zu reisen ist schon Strafe genug!!

    einklappen einklappen
  • Fred F. am 30.06.2016 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Juhuu!!

    Statt richtige Lösungen zu präsentieren, werden dem Autofahrer nur Steine in den Weg gelegt. Dafür benutzt man sogar sein eigenes Geld. Dann schön alles in die ÖV "investieren", und nächstes Jahr... Überraschung: ÖV Preise steigen!

    einklappen einklappen
  • Regula am 01.07.2016 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abtreten, Frau Leuthard und D.Müller

    Denn Sie selber haben das GA 1Kl. gratis !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Henz Meier am 06.07.2016 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So gehts ...

    Auf immer mehr Strassen herrscht der ganze Tag 6-20h STAU. Die Infrastruktur kann nicht beliebig ausgebaut werden. Somit gibts nur: -Zuwanderung begrenzen -Zur Rush Hour keine AHVler mit GA, Flüchtlinge -unterschiedliche Schulferien in den Kantonen Und schon rollts wider ....

  • Thomas R am 05.07.2016 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privatsphäre?

    Was am meisten stört und noch verheimlicht wird ist, dass der Autofahrer registert und gespeichert wird in seinem Verhalten. Anders gehts gar nicht. Wo bleibt da die Privatsphäre?

  • Silberpfeil am 05.07.2016 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Ich glaube einzelnen Politiken würde es gut tun, wenn sie wieder einmal einer Arbeit in der Privatwirtschaft nachgehen würden bevor sie anhand einer theoretische Studien etwas neues einführen.

  • Herr Bünzli Theophil am 05.07.2016 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    ich brauche keinen Sitzplatz, wenn ich ein Bett bekomme

  • Walter K. am 02.07.2016 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Breath pricing

    Irgendwann kommt dann auch ne Sondergebühr für gute Luft. Breath pricing Monetarisierung von allem...