«Nazi-Schwein»

18. April 2019 04:45; Akt: 18.04.2019 11:21 Print

Mutter von Gamer droht Bub (13) mit Vergasung

Weil sie ihrem Sohn helfen wollten, drohten Schweizer Eltern einem deutschen «Fortnite»-Spieler und beschimpften ihn. Die Polizei ermittelt. Laut Experten kein Einzelfall.

So beschimpfen die Eltern den damals 12-jährigen Gamer. Die Stimmen wurden verfremdet. G: Gamer, M: Mutter, V: Vater. (Video: Youtube/@zFlowRoyale).
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«Kleiner Drecksdeutscher», «Hurensohn», «Euch sollte man vergasen»: Mit solchen Beleidigungen überschüttete ein Schweizer Elternpaar in einem Sprachchat des Videospiels «Fortnite» im August 2018 einen Jungen aus Deutschland (siehe Video). Er soll ihrem Sohn im Spiel Waffen gestohlen haben. Der Beschimpfte blieb während der Konversation ruhig – anders als das Ehepaar, das dem Jungen drohte. «Ich mach dich ausfindig, du Schwein», rief der Vater ins Mikrofon.

Der heute 13-Jährige nahm den Vorfall auf, die Aufnahmen stellte er auf Youtube. Über eine Million Mal wurde das Video angesehen. Viele ermunterten den Spieler, eine Anzeige einzureichen. Vor einem Monat habe er nun in Deutschland Anzeige gegen das Schweizer Ehepaar erstattet, sagt er zu 20 Minuten.

«Schreibe etwas Nettes»

In ähnlichen Situationen empfiehlt der«Fortnite»-Experte nicik_01, der für 20 Minuten unter diesem Pseudonym schreibt, Spieler direkt bei Playstation oder Epic Games zu melden. «Bei zu vielen Verwarnungen werden Playstation-Accounts dann gesperrt», sagt er. Beleidigungen und Beschimpfungen seien häufig: «Ich habe immer wieder mit Hatern zu tun», so der 17-Jährige. «Ich schreibe meist etwas Nettes zurück. Das macht die meisten noch aggressiver.»

Das Video wird mittlerweile auch in Klassenzimmern gezeigt – aber nicht vor Kindern, sondern vor ihren Eltern. Peter Welti berät Eltern zwischen der dritten Klasse und der Berufsschule zum Thema Mediensucht und Medienkonsum. Ausschnitte des Videos spielt er ihnen jeweils vor. «Ich will den Eltern zeigen, dass das Spiel an sich zwar ein Risiko darstellt, aber das ganze Drumherum wie etwa die Chats ganz andere Gefahren bergen.»

«Eltern sind keine Freunde»

Die meisten Kinder würden erkennen, wenn ihnen etwas nicht guttue. Oft fehlten ihnen aber die Alternativen. «Es kann schon helfen, ihnen zu sagen, dass sie einen Chat oder ein Spiel sofort ausschalten können, ohne dass etwas passiert», sagt Welti. Er unterrichte seit 15 Jahren Eltern zu diesen Fragen. Er erlebe nach wie vor eine grosse Hilflosigkeit. «Viele sagen sich, dass sich ihre Kinder sowieso besser in der digitalen Welt zurechtfinden als sie, und kümmern sich deshalb nicht darum.»

Das sei aber fatal: «Eltern sind nicht die Freunde ihrer Kinder. Sie müssen ihnen Werte und Haltungen vermitteln und sagen, was richtig und falsch ist.» Verbote würden nichts bringen: «Das treibt die Kinder von den Eltern weg. Das Gespräch zu suchen, ist der bessere Ansatz.»

Kinder brauchen Schutz

Nicht wenige Eltern seien schockiert vom Umgangston im Umfeld der Games. «Ein Vater hat mir schon gesagt, dass der Umgang in Foren und Chats schlimmer sei als auf dem Strassenstrich.» Dabei geht es nicht nur um Beleidigungen, auch das Anbaggern der Kinder durch Erwachsene, das sogenannte Grooming, sei ein häufiges Phänomen. «Eltern müssen präsent sein und das abfangen können.»

Der beschimpfte Youtuber aus Deutschland, der den Kanal zFlowRoyale betreibt, sagt, in so einer Situation solle man nur argumentieren und nicht selbst beleidigen. Das sei gerade im Hinblick auf ein allfälliges Strafverfahren wichtig. «Solche Beleidigungen sollte man gar nicht erst persönlich nehmen», sagt er. «Dass der Junge reifer ist als eine erwachsene Frau» sei besonders traurig, schreibt einer auf Youtube.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mutter am 18.04.2019 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaum zu glauben

    Da fehlen mir fast die Worte! Gratulation dem Jungen, der sich nicht auf dieses Bodenlose Niveau herablässt! Ich würde meinen Kindern allerdings raten, eine solche Unterhaltung sofort abzubrechen und denen nicht die Möglichkeit geben weiter zu beleidigen..

  • Tim am 18.04.2019 05:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helikoptereltern

    Ohje diese Eltern. Die Fahren heute ihren Sohn bestimmt direkt vor das Schulzimmer

    einklappen einklappen
  • Ano Nym am 18.04.2019 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Einkaufstouristen

    Und am Wochenende fahren diese "deutschenhassenden" Eltern wieder nach Konstanz zum posten um ein paar Franken zu sparen ;-)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • K.B. am 18.04.2019 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    KESB muss eingreifen!

    Unglaublich dieses Verhalten. Wie soll aus dem Kind ein anständiger Mensch werden bei solchen Eltern? Die KESB muss aktiv werden! Das arme Kind... :-(

  • A-Gesicht am 18.04.2019 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht das WLan

    dem Kind ausschalten? Das ist doch ein Fake. PS: Mit einem PI Hole kann man das auch ausschalten.

  • A. Bossi am 18.04.2019 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Fortnite abschaffen

    Am besten schafft man, zum Schutz der Kinder, Fortnite und ähnliches ab. So können die Kinder am besten vor genervten Gegenspielern geschützt werden.

  • Tommy am 18.04.2019 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Paradox

    Das Beste ist ja, da hassen diese Leute abgrundtief alles Deutsche, reden dann aber selber in deutscher Sprache und beherrschen diese dazu nicht wirklich.

  • Was geht bei der am 18.04.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Was geht bei der

    Wie alt ist die Mutter ?? Geht ja mal garn nicht was die raus haut würde mich richtig schämen!!!