Neue Inkasso-Firma

10. März 2017 11:41; Akt: 10.03.2017 14:25 Print

Nach Billag-Aus – 240 Jobs stehen auf dem Spiel

von J. Büchi - Die Hiobsbotschaft hat die Billag-Mitarbeiter erst heute Morgen erreicht. 99 Prozent des Firmenumsatzes brechen weg.

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Schock für die Mitarbeiter der Billag: Künftig ist eine andere Firma für das Eintreiben der Radio- und TV-Gebühren zuständig. Ab Ende 2018 übernimmt die Serafe AG mit Sitz in Fehraltorf die Aufgabe, wie der Bund am Freitagmorgen kurz nach 10 Uhr mitteilte.

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Billag-Sprecher Dominik Müller zeigt sich auf Anfrage von 20 Minuten sehr «enttäuscht». «Wir können uns noch nicht erklären, warum wir den Auftrag nicht weiter ausführen dürfen.»

Die Hiobsbotschaft hatte die Firma Billag nur gerade zwei Stunden vor dem Versand der Medienmitteilung des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) erreicht. «Man sagte uns nur, dass wir den Auftrag nicht mehr haben. Eine Begründung oder weitere Informationen gab es nicht», so Müller.

123 Millionen für sieben Jahre

Wie es mit der Swisscom-Tochter Billag AG weitergeht, ist noch unklar. Aber: «Das Mandat hat 99 Prozent unseres Umsatzes ausgemacht.» Bis Ende 2018 müsse man den Betrieb noch sicherstellen. Was danach mit den 240 Mitarbeitern passiert, ist offen. Müller: «Denkbar ist, dass die Billag AG schliessen muss.»

Das Bakom begründet die Vergabe des Auftrags an die Serafe AG damit, dass diese sich in der Ausschreibung durch ihr Preis-Leistungs-Verhältnis von den anderen Anbietern abgehoben habe. Für eine Mandatsdauer von sieben Jahren beträgt die Entschädigung rund 123 Millionen Franken. Zum Vergleich: Die Billag AG wurde für ihre Inkassodienste mit rund 50 Millionen Franken jährlich entschädigt.

Künftig zahlt jeder Haushalt

Allerdings muss die neue Inkassofirma auch andere Aufgaben erfüllen als die bisherige. Kontrollen sowie die Verwaltung von An- und Abmeldungen fallen weg. Denn mit dem neuen Radio- und TV-Gesetz ändert sich auch der Zahlungsmechanismus: Während heute nur jene Empfangsgebühren zahlen müssen, die ein Radio- oder TV-Gerät besitzen, ist künftig jeder Haushalt zahlungspflichtig. Dafür sinken die Abgaben von heute 450 auf unter 400 Franken pro Jahr. Das Stimmvolk hat der Änderung 2015 zugestimmt.

Der Name Billag ist politisch stark aufgeladen: Voraussichtlich nächstes Jahr kommt die «No Billag»-Initiative vors Volk, die eine Abschaffung der Empfangsgebühren zum Ziel hat. «Es ist wohl kaum ein Zufall, dass der Auftrag ausgerechnet jetzt an eine neue Firma vergeben wird», glaubt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli.

Das Bakom stellt eine politische Motivation in Abrede: Das Ausschreibungsverfahren sei nach den Bestimmungen über das öffentliche Beschaffungswesen durchgeführt worden, so Sprecherin Silvia Casanova.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fertig Luschtig am 10.03.2017 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal sehen

    wie lange überhaupt noch einkassiert wird!

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  • Chris am 10.03.2017 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer braucht das noch..?!

    Wer braucht heut zu tage noch radio und analoges tv?! Lasst die gebühren mal verschwinden........

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  • Selecta am 10.03.2017 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnellschuss

    Gut gemeint, dennoch ist dies nicht die Lösung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • pay as you go am 14.03.2017 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    pay as you go

    wie wärs mal mit einer Denke aus dem 20. Jahrhundert? Pay as you go! willst du schauen, zahle dafür, willst du nicht schauen, zahle nicht dafür. hier mit billag wird einfach pauschalisiert und jeder subventioniert kräftig mit. ich für meinen teil schaue kein CH TV, auch kein DE usw - in Zeiten von Netflix & Co total überflüssig

  • MikeMU am 12.03.2017 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen

    50Mio "Entschädigung" pro Jahr, also hat die Bevölkerung jährlich viel zu viel bezahlt, damit ein paar Kollegen von Staatsleuten sich auf Kosten anderer bereichern konnten...

  • Cui bono? am 12.03.2017 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt die Konventionalstrafe,

    wenn der Stimmbürger NO BILLAG und NO SERAFE entscheidet? Warum nicht warten, bis das Volk entschieden hat?

  • Susanne am 12.03.2017 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gebühren besser ganz abschaffen

    Die Gebühren besser ganz abschaffen. Eine SRG kann man auch gut über das normale Staatsbudget (Steuern) finanzieren. Das ist für die SRG und die Nachrichtenqualität nur von Vorteil, weil sich die SRG rechtfertigen muss, wo sie überall Geld ausgibt! Das steigert das Sparbewusstsein bei der SRG, weniger nutzlose Unterhaltungs-Sendungen werden produziert! Die NoBillag Initiative bitte annehmen. Geld wird es für die SRG sowieso immer genug haben, aber es wird einfach weniger verschwendet.

  • Zeus187 am 10.03.2017 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kill Bill(ag)

    Hört sich für mich nach einer gerechten Strafe an. No Billag!