Bis ins Flachland

25. Dezember 2013 06:16; Akt: 25.12.2013 20:21 Print

Nach dem Föhn kommt der Schnee

Der Föhn lässt allmählich nach. Bereits am frühen Nachmittag schneite es im Jura und auf der Alpensüdseite. Bis am Donnerstagmorgen könnte auch im Flachland Schnee liegen.

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Ein Föhnsturm hat der Schweiz einen milden, aber unruhigen Heiligabend beschert.

Besonders heftig tobte der Sturm in der Nacht auf Weihnachten. Am Mittwoch setzte eine aus Westen kommende Kaltfront dem Föhn ein Ende.

Das Churer Rheintal erlebte dank des Föhns die wärmste Dezembernacht seit Messbeginn. In Chur sank die Temperatur in der Nacht auf Mittwoch nie tiefer als 12,4 Grad, wie Meteo Schweiz in einer ersten Zwischenbilanz mitteilte.

Trotz der milden Temperaturen dürften sich viele in die warme Stube zurückgezogen haben - fegte doch der Föhn mit Rekordgeschwindigkeiten durchs Churer Rheintal. Chur erlebte mit einer Windspitze von 110 Kilometern pro Stunde den zweitheftigsten Föhnsturm seit Messbeginn 1981.

Auch andernorts tobte der Föhnsturm: In Meiringen BE im Haslital etwa wurden Windspitzen von 128 km/h gemessen. Und am Gütsch ob Andermatt wurde mit 208 km/h der dritthöchste Wert registriert, der je bei Föhn gemessen wurde. Im Verlaufe des Mittwochs liess eine Kaltfront den Föhn zusammenfallen.

Umgestürzte Bäume

An verschiedenen Orten liess der Föhnsturm Bäume umstürzen, Verletzte wurden jedoch nicht gemeldet. In Meiringen BE wurde ein Garagendach beschädigt, in Adelboden BE nahmen zwei Autos Schaden, wie die Berner Kantonspolizei auf Anfrage mitteilte.

Im Kanton St. Gallen wurden zwei Häuser und ein Auto beschädigt. Selbst die Kantonspolizei blieb nicht verschont, wie sie mitteilte: Der Sturm katapultierte in Gams einen Hundezwinger der Polizei aufs Trottoir - der Hund war zu der Zeit jedoch im Einsatz.

Im Kanton Uri hielten die Sturmwinde die Einsatzkräfte auf Trab. Gemäss Polizeimitteilung verursachten sie aber lediglich geringe Sachschäden und Stromunterbrüche. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden mussten etliche umgestürzte Bäume von Strassen weggeräumt werden.

Viel Arbeit hatte auch die Polizei im Fürstentum Liechtenstein: Sie registrierte über 360 Meldungen in Zusammenhang mit dem Föhnsturm, vor allem wegen umgestürzter Bäume, wie sie am Mittwoch mitteilte.

Zug zwischen Brig und Domodossola blockiert

Pech hatten die rund 40 bis 50 Passagiere eines Interregio-Zugs, der am Mittwochvormittag von Brig ins italienische Domodossola unterwegs war. Weil der Sturm eine Fahrleitung beschädigt hatte, blieb der Zug blockiert. Da sich der Vorfall auf italienischem Gebiet ereignete, hätte eigentlich Italien intervenieren müssen, wie SBB-Sprecher Christian Ginsig sagte.

Weil dies jedoch nicht geschah, entschieden die SBB rund eine Stunde nach dem Vorfall, von Brig aus einen Schweizer Lösch- und Rettungszug zu schicken, damit die Passagiere nicht noch länger im blockierten Zug ausharren mussten. Die Züge zwischen Domodossola und Brig fielen während mehrerer Stunden aus.

Wegen des starken Windes musste auch die Wengernalpbahn im Berner Oberland von Grindelwald Grund und Wengen auf die Kleine Scheidegg ihren Betrieb an Weihnachten bis am frühen Nachmittag einstellen. Aufs Jungfraujoch fuhr bis Betriebsschluss keine Bahn, wie die Bahn via Railinfo mitteilte. Auch einige Bergbahnen, etwa in Meiringen-Hasliberg, stellten ihren Betrieb ein.

Viel Regen im Tessin

Verregnete Weihnachten erleben dieses Jahr die Tessiner und Tessinerinnen: Seit Dienstag regnet es im Tessin ununterbrochen. Verbreitet fielen bis Mittwochmittag laut Andreas Asch von Meteo Schweiz 50 bis 60 Liter pro Quadratmeter.

Diese Niederschläge greifen allmählich auch auf die nördlich angrenzenden Regionen über und dürften am Donnerstag noch länger anhalten, wie Meteo Schweiz schreibt. Für das Mittel- und Nordtessin, das Bergell und das Puschlav werden zwischen 100 und 140 Zentimeter Neuschnee erwartet.

Über Schnee freuen dürfen sich auch die Skigebiete in der restlichen Schweiz: Bis Donnerstagabend dürfte es vom Oberwallis über das östliche Berner Oberland, die Zentralschweizer Berge und Mittelbünden bis ins Oberengadin 40 bis 70 Zentimeter Neuschnee geben.

In den meisten Gebieten herrscht am Donnerstag «erhebliche Lawinengefahr», wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF warnt. In einzelnen Regionen müsse gar mit der Gefahrenstufe «gross» gerechnet werden, so etwa am Alpenhauptkamm vom Simplon-Gebiet bis ins Bernina-Gebiet, im Maderanertal und in St. Moritz.

Sogar im Flachland dürfte es am Stephanstag einige Flocken geben: Die Schneefallgrenze sinkt im Norden auf 500 bis 800 Meter.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • NonMeteorologe am 24.12.2013 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Fazit

    Föhn kontra Schneekanone 2:1 = Natur pur!

  • Uri Stier am 25.12.2013 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Last Christmas

    vor genau 365 Tagen in Uri.. 16/17Grad. Spazieren im T-shirt am 25.12...

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  • Johann am 25.12.2013 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnee

    Ist doch super wenns kein Schnee gibt. Keine Unfälle, kein Salz auf der Strasse, keine überfüllten Krankenhäuser in den Skigebieten, keine Staus somit weniger Umweldbelastungen und ruhigere Strassen. Mann und Frau bleibt zu Hause und können ihr zu Hause geniessen. Das Portemonnaie wird weniger belastet etc. Ist doch alles paletti :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bernd B. am 27.12.2013 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Winter bis Juni

    der Schnee kommt dann im März, und hält dann bis Juni

  • Ruth am 27.12.2013 05:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnee

    Bis jetzt hat es bei uns jedenfalls nicht geschneit. Nur geregnet.

    • Adrian am 27.12.2013 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bei uns auch nicht...

      ...aber Ostern ist ja auch erst im April.

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  • jasi am 26.12.2013 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht überall

    bei uns (fricktal)ist es noch nicht mal ansatzweise weiss.. :(

  • moon am 26.12.2013 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo ?!

    ... ist der Schnee blos geblieben - es regnet immer noch im Seeland :-(

  • Sonja Diriwächter am 26.12.2013 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es schneit

    Bei uns in Reichenburg SZ schneit es seid heute Morgen. Wiesen und Strasssen sind weiss. Es sieht einfach nur schön aus. Ich hoffe nun das die Kinder die zu Weihnachten einen Schlitten unterm Weihnachtsbaum stehen hatten , diesen auch ausprobieren können. Einen weissen Jahresausklang ist genau so schön wie weisse Weihnachten. In diesem Sinne, allen 20 Minuten Lesern en Guete Rutsch ins 2014