Winterthur

30. August 2018 17:19; Akt: 31.08.2018 12:23 Print

Psychologin schlägt Mädchen (2) nieder

Wegen eines Würfels soll eine ältere Frau mehrmals und äusserst gewalttätig auf ein zweijähriges Mädchen eingeschlagen haben. Die Polizei musste ausrücken.

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Bis anhin habe er ein ausgesprochen gutes Verhältnis mit seiner Nachbarin gehabt, erzählt Mentor A. aus Winterthur. Vor zwei Tagen hat sich das schlagartig geändert. Die Nachbarin, eine 70-jährige Frau, habe seine zweijährige Tochter mehrmals geschlagen, zuerst ins Gesicht und dann am ganzen Körper. A. sagt: «Sie hat meiner Tochter eine derart starke Ohrfeige verpasst, dass mein Kind sofort zu Boden gefallen ist.»

Die Nachbarin arbeitet als selbstständige Psychologin. Die Frau von A., die Zeugin des Vorfalls gewesen sei, habe die 70-Jährige während der Prügelattacke nicht mehr wiedererkannt. «Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich plötzlich, er wurde so böse», erinnert sich A. an die Worte seiner Ehepartnerin.

Ohrfeige und Schläge am ganzen Körper

Vor dem Vorfall habe seine Frau mit ihren beiden Töchtern fröhlich auf einer Picknickdecke vor dem Haus gespielt. Die Nachbarin sei kurze Zeit später dazugestossen und habe ein Würfelspiel mitgebracht. «Eine Zweijährige kann ein Würfelspiel noch nicht verstehen. Meine Tochter hat deshalb die Würfel freudig umhergeworfen. Das war ihre Art, zu spielen», sagt A. Die Nachbarin habe sich zunehmend darüber genervt.

Wenig später habe das Kleinkind sein Schnullerband in die Luft geworfen und dabei die bereits sichtlich entnervte Frau getroffen. «Aufgrund dessen ist sie vollkommen ausgerastet und ist sofort auf mein kleines Mädchen losgegangen. Die Ohrfeige fegte meine Tochter zu Boden, doch das war für die Nachbarin kein Grund, aufzuhören.» Die Frau habe daraufhin mit den Handballen auf den Körper des kleinen Mädchens eingeschlagen.

Anzeige erstattet

«Meiner Frau gelang es schliesslich, unsere Tochter zu packen und mit den beiden Kindern ins Haus zu flüchten», sagt A. Seine Ehepartnerin habe ihn sofort per Telefon verständigt und A. sei unverzüglich nach Hause geeilt. Als er dort eingetroffen sei, sei er auf seine verängstigte Frau und die schreiende Tochter gestossen. Das Mädchen habe glücklicherweise keine ernsthaften Verletzungen davongetragen. Ohne zu zögern, habe er die Polizei verständigt, die kurze Zeit später eingetroffen sei, so A.

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt die Stadtpolizei Winterthur, dass eine entsprechende Strafanzeige eingegangen ist. «Wir haben unsere Nachbarin natürlich angezeigt! Das ist doch nicht normal, dass jemand einem kleinen Mädchen so was antut», so A. Seine Tochter habe doch nur spielen wollen.

Tat per Sprachnachricht gestanden

Laut A. hat die Nachbarin ihm die Tat per Sprachnachricht gestanden. Sie habe momentan mit viel Stress zu kämpfen und stehe ausser sich. Dennoch kann A. sich die Attacke bis heute nicht vollständig erklären. Die Frau sei zuvor immer so nett gewesen.

(jk)