Trotz Verbot

19. April 2014 12:08; Akt: 19.04.2014 12:14 Print

Nagellacke enthalten giftige Stoffe

Tester haben in beliebten Nagellacken von bekannten Marken den verbotenen Stoff Phenol gefunden, der die Gesundheit gefährden kann. Die Hersteller reden sich heraus.

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Nagellack ist farbig, glänzt und sieht stylish aus. Die meisten Frauen malen sich deshalb die Nägel an. Was im Lack steckt, ist jedoch vielen nicht bekannt. Das deutsche Verbrauchermagazin «Öko-Test» hat jetzt verschiedene Nagellacke analysiert und darin den gesundheitsschädlichen Stoff Phenol gefunden.

Zwei davon gibt es auch in der Schweiz: die Farbe «Snog» der Marke Butter London und «Rouge Noir» von Chanel. Letztere gilt als Kultnagellack, seit ihn Uma Thurman 1994 im Film «Pulp Fiction» trug.

Hersteller stehen hinter ihren Produkten

Nach europäischer Gesetzgebung sowie Schweizer Richtlinien ist Phenol in Kosmetika verboten. Der Stoff kann das Erbgut, die Nieren, die Leber sowie das Nervensystem schädigen. 1,2 Milligram pro Kilo Phenol fand Öko-Test im Chanel-Produkt, sogar zehn im «Snog»-Nagellack.

Trotzdem sind beide Hersteller von der Unschädlichkeit ihrer Nagellacke überzeugt, wie sie auf Anfrage von 20 Minuten mitteilen. «Phenol gehört nicht zu den Bestandteilen vom Nagellack Rouge Noir. Jedoch kann er Spuren von Phenol enthalten, die aber so klein sind, dass sie nicht die Gesundheit gefährden», antwortet die Pressestelle von Chanel.

Mengen nicht zu vernachlässigen

Auch die Firma Butter London versichert, dass die Formel des Nagellacks «Snog» kein Phenol enthalte. Die Rückstände seien im Herstellungsprozess beim Verarbeiten des Stoffes Triphenylphosphat entstanden.

Laut der Europäischen Kosmetikverordnung dürfen kleinere Mengen Phenol in Kosmetika enthalten sein, sofern dies technisch nicht zu vermeiden und nicht gesundheitsgefährdend ist. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat «Öko-Test» allerdings bestätigt, dass die getesteten Nagellacke keine so geringen Mengen Phenol enthalten, dass sie vernachlässigt werden könnten.

(dos)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antonius am 19.04.2014 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Danke für den Artikel!

    Es ist erfreulich, dass 20min den Mut hat, auch über solche Dinge zu berichtigen. Sollten wir hier bald sogar echten investigativen Journalismus sehen? Schade, dass heute die Werbung alles finanziert. Da ist es nicht leicht, für Freiheit einzustehen. Und das wäre dringend nötig, wenn wir nicht alle wegen Umweltvergiftung zu chronisch Kranken degenerieren wollen, die nur noch mit Symptom-bekämpfenden Medis über den Tag kommen. Diese Firmen müssten zur Verantwortung gezogen werden und die Produkte per sofort aus den Regalen verbannt werden.

  • Das kann nicht sein, oder?? am 19.04.2014 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Dafür haben wir ja ein Bundesamt

    Wir haben in der CH eine Lebensmittel und Gebrauchsgegenstand-Verordnung. Es ist ja Aufgabe der Beamten des jeweiligen Departementes alle gesundheitsgefährdenden/ schädlichen Produkte nicht zum Verkauf freizugeben in der CH. Was machen diese eigentlich? Auf Druck der EU alles in den Verkehr bringen in CH? Upps, habe vergessen, es geht ja nur um Geld, man möchte den Global-Grosskonzernen ja nicht an den Karren fahren (Ironie off).

  • Wurzel am 19.04.2014 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Ich habe allmählich das Gefühl, dass einige Industrieabfallstoffe irgendwo reingemischt werden, um sie ja nicht entsorgen zu müssen! Ich mag mich schon fast nicht mehr schminken, denn auf manche Produkte reagiere ich sehr empfindlich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • charly am 20.04.2014 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Saure Gurkenzeit im April

    Ist mir gleich. Verwende Nagellack um im Geschäft Positionen zu Kennzeichnen. Da ich die Farben selten und in kleinen Mengenbrauche, sind diese Behältnisse ideal. Hatte früher 250ml Gebinde und einen Pinsel. Jedes mal Pinselauswaschen und die Farben war nächsten Gebrauch nach drei Jahren nicht mehr zu gebrauchen. PS In den Angaben steht keine Phenolmenge. Wie viel ist schädlich?

  • Lulu am 19.04.2014 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Na und

    ok, Nagellack ist giftig..na und? ich werde ihn weiterhin benutzen. kein Nagellack zu benutzen sieht immer sehr ungepflegt aus....

  • Antonius am 19.04.2014 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Danke für den Artikel!

    Es ist erfreulich, dass 20min den Mut hat, auch über solche Dinge zu berichtigen. Sollten wir hier bald sogar echten investigativen Journalismus sehen? Schade, dass heute die Werbung alles finanziert. Da ist es nicht leicht, für Freiheit einzustehen. Und das wäre dringend nötig, wenn wir nicht alle wegen Umweltvergiftung zu chronisch Kranken degenerieren wollen, die nur noch mit Symptom-bekämpfenden Medis über den Tag kommen. Diese Firmen müssten zur Verantwortung gezogen werden und die Produkte per sofort aus den Regalen verbannt werden.

  • Das kann nicht sein, oder?? am 19.04.2014 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Dafür haben wir ja ein Bundesamt

    Wir haben in der CH eine Lebensmittel und Gebrauchsgegenstand-Verordnung. Es ist ja Aufgabe der Beamten des jeweiligen Departementes alle gesundheitsgefährdenden/ schädlichen Produkte nicht zum Verkauf freizugeben in der CH. Was machen diese eigentlich? Auf Druck der EU alles in den Verkehr bringen in CH? Upps, habe vergessen, es geht ja nur um Geld, man möchte den Global-Grosskonzernen ja nicht an den Karren fahren (Ironie off).

  • tomTom am 19.04.2014 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Giftig?

    Giftig? OK dänn werde ich keinen mehr trinken.