Feuer im Dach bei SVP

27. Januar 2012 16:49; Akt: 27.01.2012 17:38 Print

Natalie Rickli ist «megamässig sauer»

SVP-Nationalrätin Natalie Rickli ist nur auf Kosten eines Parteikollegen Vize-Fraktionspräsidentin geworden. Dass dieses Internum am Freitag bekannt wurde, bringt die 35-Jährige auf die Palme.

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Ist nur dank der Hilfe von Christoph Blocher und Christoph Mörgeli Vizepräsidentin geworden: Natalie Rickli.

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Die neu gewählte SVP-Fraktionsvizepräsidentin Natalie Rickli ist stinksauer: «Wie krank muss ein Fraktionskollege sein, der erstens Interna und zweitens Unwahrheiten verbreitet?», schreibt die 35-jährige Winterthurerin auf ihre Facebookseite. Grund für ihren Online-Wutausbruch ist ein Bericht der «Basler Zeitung» vom Freitag. Offenbar wurde bei der Neuwahl der SVP-Fraktionsspitze der Demokratie ein wenig nachgeholfen. Konkret: Der SVP-Jungstar bekam den Job nur dank der Schützenhilfe von Christoph Mörgeli und Christoph Blocher - und weil der Schwyzer Ständerat Alex Kuprecht auf das Amt verzichtete.

Rickli bestätigt ihre Nicht-Wahl: «Fakt ist, ich wurde tatsächlich nicht als Vizefraktionspräsidentin gewählt», schreibt sie. Natürlich sei sie enttäuscht gewesen, da die jüngere Generation somit im Vizepräsidium nicht vertreten sei. Trotzdem habe sie diesen Entscheid demokratisch sofort akzeptiert. «Ich habe mich auch nicht auf Spiele eingelassen», so Rickli weiter. Dann habe Alex Kuprecht - der eigentlich gewählte Schwyzer Ständerat - seine Kandidatur zurückgezogen.

«Nicht den Vortritt gegeben»

Wie es zu diesem Rückzug gekommen ist, erwähnt Rickli allerdings nicht. Dafür bestätigte Kuprecht am Freitag die Version der «Basler Zeitung». Gemäss dieser verlangte Christoph Mörgeli eine Wahlwiederholung, weil diese «nur durch ein Zufallsmehr» zustande gekommen sei. Blocher schlug sogar vor, kurzerhand das Fraktionsreglement zu ändern und so einen fünften Sitz zu schaffen. Kuprecht war nicht bereit, das Wahlprozedere nochmals durchzuspielen - nur weil das Resultat einigen Leuten nicht gepasst hat. Er stellt klar: «Ich habe Frau Rickli nicht den Vortritt gegeben.»

Andere Fraktionskollegen störten sich ebenfalls am ungewohnten Vorgehen. Der Zürcher Nationalrat Max Binder meldete sich auch in der Fraktionssitzung zu Wort. «Ich habe protestiert, dass eine ordentlich zustande gekommene, demokratische Wahl wiederholt wird», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Rückendeckung von Amstutz

Rickli findet die Geschichte «ganz unseriös und schludrig recherchiert». Sie sei gerade megamässig sauer. Für eine persönliche Stellungnahme war die 35-Jährige nicht erreichbar. Rückendeckung erhält Rickli von Fraktionschef Adrian Amstutz: «In einer langen Diskussion um das knappe Ergebnis, mit welchem niemand wirklich zufrieden war, hat Ständerat Kuprecht seine Wahl abgelehnt und so den Weg frei gemacht für Natalie Rickli», schreibt Amstutz in einer Mitteilung. Als Fraktionschef sei er mit dem Ergebnis der Wahlen und der engagierten Diskussion in der Fraktion sehr zufrieden.

(jep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuel Frischknecht am 28.01.2012 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook und Co.

    Für Jemanden der dermassen stolz auf seine New Media Präsenz ist, sind diese Äußerungen auf Facebook, sagen wir, eher "unreif" unterstreichen aber meinen Gesamteindruck von NR.

  • Thorsten Meunier am 27.01.2012 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtes Licht auf Rickli

    Interessant ist, dass diese Nachricht ausgerechnet vom Blocher-Blatt der BAZ kommt. Es brodelt ganz offensichtlich intern bei der SVP. Logisch, dass Frau Rickli stinksauer ist: Sie wirkt wie eine Marionette von Blocher mit zweifelhafter demokratischer Legitimation. Schöne junge Generation!

  • Karl am 27.01.2012 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Affenzirkus SVP

    gäääähhhhn! Die SVP wieder. Immer am täubala!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Betschart am 30.01.2012 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Armer Alex Kuprecht

    Ich kommes selber aus dem Kanton Schwyz: und muss sagen, dass ich Alex Kuprecht als Politiker sehr schätze. Jedoch bekommt er Seitens der Partei ständig eins ans Bein. Zuerst durch den Sturm aufs Stöckli (laut Blocher war die SVP ja nicht im Ständerat vertreten, und diese Aussage hat Kuprecht verständlicherweise gar nicht gemocht) und jetzt hier wieder. Armer Kuprecht.

  • Nora am 30.01.2012 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Immer von Blocher gepusht

    Frau Rickli wurde von Anfang an von Blocher gepusht. Jetzt erinnert sie immer mehr an ihn. Die Aufgabe von jungen Politikern in der SVP ist offensichtlich junge Wähler anzuziehen.

  • Franz Müller am 30.01.2012 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    SVP auf Kriegsfuss mit der Demokratie

    Es gibt genug andere wählbare Parteien, die SVP hat keine Ahnung von Demokratie ! Denkt bei den nächsten Wahlen daran !!!

  • bree am 30.01.2012 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zufallsmehr?

    und was ist ein Zufallsmehr? kann man nur den kopf schütteln...

    • Adrian am 30.01.2012 11:20 Report Diesen Beitrag melden

      @bree

      Zufallsmehr ist, wenn das Resultat nicht den Erwartungen von CHB entspricht. Das wird in nächster Zeit wahrscheinlich auch in Bund und Kantonen eingeführt. Es wird solange abgestimmt, bis das Resultat stimmt

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  • Lustiger Kerl am 30.01.2012 00:31 Report Diesen Beitrag melden

    herzig

    Richtig herzig zu sehen, wie jetzt wieder alle SVP-Hasser schäumend und geifernd parteiinterne Angelegenheiten kommentieren.