Cybermobbing

30. September 2010 22:00; Akt: 01.10.2010 07:22 Print

Nationalrätin fordert Sonderbeauftragten

von Désirée Pomper - CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer fordert einen eidgenössischen Mobbing- und Cyberbullying-Beauftragten: «Wir müssen handeln, bevor es zum ersten Selbstmord kommt.»

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Cyberbullying gerät weltweit immer mehr ausser Kontrolle. Die digitalen Gewalttaten, verübt zwischen Pausenplatz und Internet, fordern regelmässig Todesopfer: Erst diese Woche stürzte sich ein 18-jähriger Student im US-Staat New Jersey von einer Brücke, nachdem Kommilitonen ihn beim Sex mit einem Mann gefilmt und die Aufnahmen ins Netz gestellt hatten.

Doch auch in der Schweiz kam es allein in diesem Monat zu mindestens drei schockierenden Cybermobbingfällen (siehe Box). Sie ereigneten sich laut CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer allesamt in der Deutschschweiz. «Es dürfte in jeder Schulklasse mindestens ein Kind geben, das von schwerem Cybermobbing betroffen ist», so Schmid-Federer.

Mit dramatischen Konsequenzen für die soziale und schulische Entwicklung. «Der Bund muss handeln, bevor es zum ersten Suizidfall wegen Cybermobbing in der Schweiz kommt», sagt Schmid-Federer. Deshalb verlangt sie vom Bundesrat in einer heute eingereichten Motion, einen eidgenössischen Mobbing- und Cyberbullying-Beauftragten einzusetzen.

«Es braucht dringend eine nationale Stelle, die Cybermobbing effizient bekämpft», so Schmid-Federer. Deren Aufgabe wäre es, aufgrund einer koordinierten Datenerhebung eine wirksame Strategie zu entwickeln. Dies könne etwa die Gründung einer Ombudsstelle sein oder effektivere Präventionsprogramme an Schulen: «So wie die Zahnputzfrau braucht es einen Internetaufklärer, der die Schüler über die Gefahren im Internet aufklärt.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Verein Stop Gewalt am 01.10.2010 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Cybermobbing

    An cervino Sicherlich haben wir noch andere Probleme - nicht nur in der Schweiz. Allerdings ist es ein grosser Fehler, sollte mit dieser Äusserung gemeint sein, man könne in dieser Sache ruhig noch zuwarten. Es besteht ein grosser Handlungsbedarf.

  • Dani Müller am 01.10.2010 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Zahnputzfrau...

    Ok, mit der hat man gemeinsam (einmal im Jahr?) die Zähne geputzt. Daneben hat man über sie gelacht und ganz gewiss zu Hause nicht anders die Zähne geputzt. Wie kann man nun auf die Schnappsidee kommen, die Kleinen würden verantwortungsvoller mit ihren social-network-tools umgehen, wenn ihnen irgendein Pappenheimer darüber was erzählt. Am besten noch nach Papiervorgaben, die morgen veraltet sind. Geldverlocherei, nichts anderes meiner Meinung nach.

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  • toine am 01.10.2010 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    cervino

    Ich glaube wir haben in der Schweiz noch andere Probleme...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wilfried am 20.12.2010 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Welt...

    Jemanden der einem die Aussage "ich bin schwul" unterstellt kann man heute nicht mehr so einfach wegen übler Nachrede verklagen. Weil man sonst von irgendeinem Homo-Vertreter eine Diskriminierungsklage angehängt bekommt. Unser Problem ist eindeutig nicht, dass wir ZUWENIG Gesetze und Juristen hätten....

  • Vorbeugender Leser am 02.10.2010 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Die Medien machen es ja vor...

    Auch Menschen mit Schwächen und Fehlern können für die Medien zu Freiwild werden. Uns werden doch oftmals gesundheitlich Angeschlagene zum Frass für Kommentare vorgeworfen. Können wir wirklich abschätzen, was wir mit unseren Artikeln und Kommentaren schon alles angerichtet haben? Zu kritischen Artikeln müssten wir Leser befragt werden können: "Mobbing behafteter Artikel". Ein Feld für JA, ein Feld für NEIN.

  • Verein Stop Gewalt am 01.10.2010 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Cybermobbing

    An cervino Sicherlich haben wir noch andere Probleme - nicht nur in der Schweiz. Allerdings ist es ein grosser Fehler, sollte mit dieser Äusserung gemeint sein, man könne in dieser Sache ruhig noch zuwarten. Es besteht ein grosser Handlungsbedarf.

  • max hart am 01.10.2010 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    ich frage mich

    wiso meine kommentare, wen ich nicht eingeloggt bin, nicht veröffentlicht werden... naja jedenfalls frage ich mich wie man ne 14jährige zu nem sexvideo überreden kann... mit 14 habe ich noch pokemon auf dem gbc gespielt... sehr naiv oder einfach nur 'dumm' das mädel... und wen ers ohne ihr wissen gemacht hat: eine freikarte für den knast! weiters kann man durch so einen beauftragten keine prävention erziehlen, die jugendlichen ignorieren den oder sie machen sich darüber lustig... so ist das heute.

  • Steff am See am 01.10.2010 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    effizient

    Effizient wäre wenn man den Menschen schon in jungen Jahren Anstand beigebracht hätte.Wer Netzwerke dazu benutzt andere zu denuzieren und zu moppen soll sich zuerst einmal selber überlegen wie er mit seinen Kollegen umgeht.Um solche Typen zu überwachen wären mir Steuergelder zu schade.Die Firmen und Schulen sollen es endlich intern lösen und zwar subito.