Freie Fahrt für Raser

12. Juni 2012 13:51; Akt: 12.06.2012 17:04 Print

Nationalrat gegen Radar auf der Autobahn

Auf Schweizer Autobahnen soll die Zahl der Geschwindigkeitskontrollen drastisch abnehmen. Bundesrätin Leuthard wehrte sich im Nationalrat vergeblich. Sie warnte, dass es künftig mehr Unfälle gäbe.

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Der polnische Velofahrer Piotr Chmielewski wurde im Sommer 2012 geblitzt, als er mit 53 Kilometern pro Stude auf der Autobahn in Bialy Bor raste. Das besondere an der Aufnahme: Der Sportler war splitternackt. Der Rekord-Stinkefinger: Stolze 26 Mal zeigte der 17-Jährige den Polizisten, was er von ihnen hält. In der deutschen Stadt Meppen erwischte es 2011 ein Pferd. Das Tier war allerdings nicht mit über 50 km/h unterwegs, der Fahrer dahinter löste den Blitz aus. Diese Ente hat sich selber ein Ei gelegt, sie wird zur Kasse gebeten. Manche Zweiräder sind auch auf einem Rad schnell unterwegs. Kaum verheiratet, schon geblitzt. Nicht ganz klar ist, wer von den hier Anwesenden denn nun gemeint ist. Der Klassiker in vierfacher Ausführung. Stinkefinger für die Polizei. Auch hier wird eindeutig dargestellt, was man von den Ordnungshütern hält. Da soll noch einer sagen, die SBB wären zu langsam. Auch ohne Pferdestärken haben es diese Beiden in die Galerie geschafft. Der Helikopter war zwar nicht zu schnell, stand aber zur falschen Zeit am falschen Ort. Echt gruselig: Ein Monster fährt 20 km/h zu schnell auf der deutschen Autobahn A3. Ein Töff und sein Fahrer waren im Herbst 2011 27 km/h zu schnell. Im Juli 2008 spielten sie eine Szene aus dem Tarantino-Streifen «Death Proof» nach. Und zwar richtig, mit 86 statt der erlaubten 50 km/h, von der Innerrhoder Kantonspolizei festgehalten. Ist ja auch verständlich: Sonst hätte die Frau auf der Haube nur ein Stoffband festgehalten. Die beiden wurden von der Polizei ausfindig gemacht und verloren beide ihre Jobs als Lastwagenfahrer. Merke: Auch ohne Kontrollschilder kann man die Kontrolle über sein Leben verlieren.

Wenn es weniger Radarkontrollen gibt, dann gibt es künftig auch weniger schräge Fotos wie in unserer Bildstrecke.

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Radarkontrollen sollen auf Autobahnen künftig nur noch strichprobenweise oder auf gefährlichen Abschnitten gemacht werden. Der Nationalrat hat am Dienstag eine Motion von Fuhrhalter Ulrich Giezendanner (SVP/AG) angenommen. «Die Situation erinnert mich an DDR-Zeiten», sagte Giezendanner. Vom Abfallkübel bis zum Gebüsch würden heute überall Radarfallen versteckt, um damit fehlbaren Lenkern aufzulauern. «Eine moderne Abzockerei ist das, die nichts mit Verkehrssicherheit zu tun hat.»

Umfrage
Weniger Radarkontrollen auf der Autobahn - was halten Sie davon?
73 %
12 %
15 %
Insgesamt 3476 Teilnehmer

Die grosse Kammer folgte Giezendanner mit 103 zu 76 Stimmen. Der Bundesrat soll die Gesetzgebung und alle Verordnungen so anpassen, dass Radarkontrollen auf Autobahnen nur noch stichprobenweise oder an unfallträchtigen Abschnitten gemacht werden dürfen. Längere Streckenabschnittskontrollen sollen verboten werden.

Verkehrsministerin Doris Leuthard argumentierte vergeblich, Geschwindigkeitskontrollen würden nur diejenigen bestrafen, die sich nicht an die Regeln halten. Die Kontrollen seien «ein notwendiges Übel». Zudem sei es gerade Giezendanners SVP, die darauf poche, dass Gesetze und deren Einhaltung kontrolliert würden. Weniger Kontrollen hätten gemäss Leuthard mehr Unfälle zur Folge. Mit der Motion muss sich nun der Ständerat befassen.

Weniger Radarkontrollen auf Schweizer Autobahnen? Was halten Sie davon? Diskutieren Sie im Talkback.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rodrigez am 12.06.2012 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unbemerkte Bussen

    Es gibt ja auch oftmals den Fall, dass man vielleicht ungewollt mal 5-6 km/h zu schnell ist und dann bezahlen muss. Finde ich super, danke SVP! Endlich mal ein Schritt zur Besserung in diesem Land.

  • Franziska Riesen am 12.06.2012 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Geldmacherei

    Für mich ist es klar eine Geldmacherei. Die Bussen werden ja sogar budgetiert! Das kann es doch nicht sein. Auf der Strecke Biel - Neuenburg hat es 5 Radarfallen. Völlig unnötig. Hingegen finde ich es gut, wenn vermehrt in Wohngebieten kontrolliert würde. Dass weniger auf Autobahnen geblitzt wird ist auch super !

  • Markus Wegmann am 13.06.2012 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit oder Cash?

    Die Kontrolle gehen ja nicht darum, das die Sicherheit höher wird, sondern nur noch das Geld reinkommt. Das pasiert halt, wenn man Bussen als Budgetposten verbucht. Vom moralischen Aspekt ganz zu schweigen. Wenigstens weiss man jetzt, wie Politiker ticken.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Wegmann am 13.06.2012 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit oder Cash?

    Die Kontrolle gehen ja nicht darum, das die Sicherheit höher wird, sondern nur noch das Geld reinkommt. Das pasiert halt, wenn man Bussen als Budgetposten verbucht. Vom moralischen Aspekt ganz zu schweigen. Wenigstens weiss man jetzt, wie Politiker ticken.

  • Seppi am 13.06.2012 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Schlaumeiere

    Mein Vater war Polizist, er sage wenn zu viel Kontrollen gemacht werden fahren die meisten Verkehrsteilnehmer korrekt und es kommen fast keine Einnahmen mehr rein. Macht man wieder eine länger Pause mit Kontrollen , dann klingelt die Kasse wieder. Um das geht es hier Checkt Ihr das eigentlich nicht? Wie bei den Fischern holen sie Fische aus dem Wasser lohnt sich auf einmal der aufwand nicht mehr.

  • Jonas am 13.06.2012 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Dann kontrollieren wir halt selber...

    Na gut. Ich fahre in Zukunft nur noch mit laufender Keycam auf dem Armaturenbrett. Dann kann ich die Filmchen mit den pressanten Rechtsüberholern, den Schikanebremsern und anderen Verkehrsrowdies mit einem netten Email an die betreffende Kantonspolizei schicken. :))

  • David am 13.06.2012 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Radarfallen bitte.

    Die Tempolimiten sind gesetzlich verbindlich.

  • Vanessa am 13.06.2012 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ja! Noch mehr Radars!

    Am Besten jeden Kilometer ein Radargerät. Das werden sich wohl die 15% gedacht haben!