Affäre Nef

21. Juli 2008 16:12; Akt: 21.07.2008 18:13 Print

Nef beurlaubt - SVP und Grüne üben harte Kritik

Bundesrat Samuel Schmid hat die Konsequenzen aus den jüngsten Vorwürfen gegen Roland Nef gezogen und seinen Armeechef bis zum 20. August beurlaubt. Dann entscheidet der Gesamtbundesrat über sein Schicksal. Divisionär André Blattmann übernimmt. Erste Kritik an der Vorgehensweise fällt hart aus: Die Grünen sprechen von «Farce».

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Bundesrat Schmid sah sich durch die neuesten Enthüllungen in der Affäre Nef nicht nur veranlasst, zum zweiten Mal vor die Presse zu treten. Nein, er hat auch die Konsequenzen daraus gezogen und seinen Armeechef für gut einen Monat beurlaubt.

Schmid sprach an der knapp halbstündigen Medienkonferenz über das zwischenmenschliche Vertrauen, das er im Lauf seiner Karriere vielen geschenkt habe. Bisher auch dem Armeechef Roland Nef. Dieses Vertrauen sei nun aber auf die Probe gestellt.

Zeit, um Fakten zu präsentieren

Schmid räumt Nef deshalb eine Denkpause bis zum 20. August ein. Bis zu diesem Zeitpunkt müsse dieser Fakten auf den Tisch legen, die das in ihn gesetzte Vertrauen glaubhaft bestätigen sollen. Anschliessend wird der Gesamtbundesrat über das Schicksal von Korpskommandant Nef entscheiden, erklärte der VBS-Chef. Divisionär André Blattmann wird die Führung der Armee interimistisch übernehmen.

Bundesrat Schmid erinnerte jedoch auch daran, dass Nef bisher nie verurteilt worden ist. Auch habe er eine Sicherheitsprüfung über sich ergehen lassen müssen.

Keine Rücktrittsgedanken

Zugleich räumte Schmid erstmals ein, in der ganzen Affäre Nef auch eigene Fehler gemacht zu haben. Rückblickend müsse er all jenen Recht geben, meinte Schmid, die ihm vorgeworfen haben, zu grosses Vertrauen in seinen Armeechef gehabt zu haben.

Von einem allfälligen Rücktritt wollte Bundesrat Schmid allerdings nichts wissen. Er bezeichnete sich als voll handlungsfähig, wolle in seinem Departement und in der Armee nun aber «reinen Tisch machen».

Experten geben Nef kaum Chancen

Experten schätzen die Chancen auf eine Rückkehr von Roland Nef an die Spitze der Schweizer Armee jedoch für gering ein. «Für Nef wirds ganz schwierig», meinte etwa Politologe Andreas Ladner gegenüber TeleZüri. Schmid spreche bereits von einem Bauernopfer, obwohl Nef noch überhaupt nicht offiziell abgesetzt worden ist. Ladner fand die Rede von Bundesrat und VBS-Chef Schmid «insgesamt enttäuschend» – auch wenn er erstmals einen eigenen Fehler eingestanden habe. Deshalb glaubt der Politologe, dass es auch für ihn eng werden könnte: «Ob Schmid da rauskommt, wird sich in den nächsten Tagen weisen.»

Die Verantwortung für das Auswahlverfahren des Armeechefs liege bei Schmid, meinte Ladner weiter. Er sei zu leichtgläubig gewesen «und hätte genauer hinschauen müssen».

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dani meier am 21.07.2008 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    wieso ein monat?

    wieso dauert das jetzt einen monat? der bundesrat kann doch schon jetzt entscheiden! und nef kann jetzt schon die wahrheit sagen! warum muss uns nef jetzt nicht die wahrheit sagen? das ist alles ein feiges gemauschel.

  • Fabian am 21.07.2008 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Beide weg!

    Es gehören beide weg! Die sind nicht mehr Tragbar!

  • Johnny am 21.07.2008 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Schmid

    Schmid sollte ebenfalls in Urlaub gehen und zwar lange! Jetzt wäre der Zeitpunkt sicherlich gekommen um zurückzutreten!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Albert von Känel am 22.07.2008 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Armeechef mit Glaubwürdigkeit

    Als neuer Armeechef schlage ich Divisionär Faustus Furrer vor. Er würde der Schweizer Armee sicher einen neuen groove geben. Er spielt übrigens auch noch cool Schlagzeug und hat als super Retoriker alle Fähigkeiten.

  • Jakob Bärtschi am 22.07.2008 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Die in Bern mached ja eh was wänd.

  • rene fridli am 22.07.2008 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    gegen Schmid

    Alles was ich zu dem Thema weiss, ist, dass ich nichts weiss! Nach den Informationen ist ja nicht mal bekannt, wer das ganze vor die Medien gebracht hat. Der Gerichtsfall wurde ja angeblich schon lange beigelegt.

  • Luke am 22.07.2008 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schweinerei

    Die Herren Näf und Schmidt sind eine absolute Zumutung. Der BR besteht aus lauter schwachen Figuren. Das soll eine Landesregierung sein - ein Witz ist das. Hoffentlich kommt die SVP schnell zurück und räumt diesen Sauladen auf.

  • paul am 22.07.2008 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Komentare

    Auf die Komentare der SVP kann oder sollte man VEZICHTEN.