Gesundheits- oder Fast-Food-Freak?

03. Mai 2015 20:10; Akt: 03.05.2015 20:18 Print

Nestlé teilt uns in sieben Ess-Typen ein

von Florian Meier - Lebensmittelhersteller teilen Konsumenten in verschiedene Ernährungstypen ein – und wollen so ihren Umsatz steigern.

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Gemütlich und entspannt durch die Regale spazieren und nach Lust und Laune einkaufen, was einem gerade gefällt: Was uns spontan und selbstbestimmt vorkommt, wird von den grossen Lebensmittelherstellern knallhart analysiert. In einer neuen Zukunftsstudie teilt uns der Lebensmittelkonzern Nestlé in sieben Gruppen ein, wie die «Welt» schreibt:

Umfrage
Welcher Ernährungstyp sind Sie?

• Der Gehetzte: Er hat es schwer, eine richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Fürs Einkaufen bleibt kaum Zeit. Deshalb dominieren Snacks und Fast Food den Menüplan.

• Der Gesundheitsidealist: Fitness und Gesundheit haben für ihn oberste Priorität. Deshalb wird mehrmals am Tag gekocht – und das nur mit frischen Bio-Produkten.

• Der Masslose: Er ist übergewichtig und gar nicht fit. Auf den Teller kommen riesige Portionen aus der Mikrowelle und dem Tiefkühler.

• Der Multioptionale: Er steht immer unter Zeitdruck. Deshalb isst er unregelmässig und gehetzt. Trotzdem sind ihm frische Produkte sehr wichtig und für gute Qualität greift er auch gern tiefer in die Tasche.

• Der Problembewusste: Er hat leichte gesundheitliche Probleme. Frisches und qualitativ hochstehendes Essen ist deshalb wichtig. Am liebsten kocht er zuhause.

• Der Nestwärmer: Dieser Genussmensch kocht leidenschaftlich gern für die Familie. Eine frische und ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig und darf auch etwas kosten.

• Der Leidenschaftslose: Ihm ist vor allem wichtig, dass der Einkauf schnell geht und möglichst wenig kostet. Eine ausgewogene Ernährung sucht er nicht. Deshalb ernährt er sich von einfachen Gerichten wie Tiefkühlkost und Konservennahrung.

Individualisierte Essgewohnheiten

Dass wir überhaupt nach Ess-Typen kategorisiert werden können, ist ein relativ neues Phänomen. «Noch vor ein paar Jahrzehnten haben die Menschen alle mehr oder weniger dasselbe gegessen», sagt die Ernährungswissenschaftlerin Christine Brombach. Heute seien die Lebensweisen und Essgewohnheiten sehr viel unterschiedlicher. «Wer beispielsweise viel arbeitet, nimmt sich nur Zeit für ein Sandwich oder Convenience-Produkte. Wer aber als Hausfrau nicht erwerbstätig ist, hat mehr Zeit, um ein ausgewogenes Menü zu kochen.»

Doch weshalb macht sich Nestlé die Mühe, uns in solche Schubladen zu stecken? «Wenn ein Konzern die verschiedenen Ernährungstypen kennt, kann er sein Sortiment und seine Werbung gezielt an diese anpassen», erklärt der Wirtschaftspsychologe Christian Fichter. Lebensmittelfirmen würden stetig neue Esswaren entwickeln, damit wir unseren Menüplan immer individueller unseren Bedürfnissen anpassen können.

Leidenschaftslose Esser sollen verschwinden

Tatsächlich analysiert Nestlé nicht nur unser Essverhalten von heute, sondern er sagt auch, wie es sich in Zukunft verändern wird. So wird die Gruppe der Gesundheits- und Problembewussten laut dem Bericht zunehmen, während es weniger leidenschaftslose Esser geben wird.

Gemäss Fichter steuern die Lebensmittelhersteller diese Entwicklung ganz bewusst: «Die Nahrungsmittelkonzerne haben natürlich ein grosses Interesse daran, dass wir immer mehr für teurere Produkte ausgeben.» Nestlé deckt dabei die volle Bandbreite ab: Von Aufbackpizzen von Buitoni oder Glace von Frisco bis hin zu Cornflakes der Marke Fitness oder Joghurts wie LC1 oder Hirz. Es ist also für jeden der sieben Ernährungstypen etwas dabei.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • C. Müller am 03.05.2015 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar

    Ich bin dann Typ 8: Der Dauergrillierende Kaltes Bier und gutes Fleisch sind ihm wichtig, ein gutes Nachbarschaftlichesverhältnis weniger.

  • DieFeuerlilie am 03.05.2015 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage

    Und wo ist die Option wie "Eine Mischung aus allem' oder "Nichts von all dem" oder "Mal so, mal so. Je nach dem"? Ich kann mich jedenfalls in keine der Kategorien einordnen. Mache's mal so, mal so..

  • Nurhausfrau die kochen kann am 03.05.2015 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    blablabla

    Ich kenne "Nurhausfrauen" die Zeit hätten zum kochen , aber Fertigprodukte geniessen. Und ich kenne Vielarbeiter die sich so organisiert haben , dass sie trotz strengem Tag sich etwas Feines, Gesundes kochen. Und Nestle kann mich nirgends einteilen, weil ich kein Nestle, sprich Fertigprodukte kaufe.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pascal Pascalino Keller am 04.05.2015 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Boykottieren

    Wer weiss wie Nestle sein Geld macht der MUSS diesen KOnzern einfach Boykottieren. Denn ein Kontern der in den ärmsten Ländern der WElt den menschen noch das Trinkwasser weg nimmt, der hat auf der Erde nichts verloren. Wacht endlich auf

  • Pascal Keller am 04.05.2015 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Boykott

    Jeder der weiss wie Nestle sein Geld macht der MUSS einfach diesen Konzern Boykottieren. Denn ein Konzern der in den ärmsten Ländern der WEt den menschen noch das Wasser nimmt der hat auf der Erde nichts verloren. Wacht endlich auf

  • Clair am 04.05.2015 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Das trifft zu

    Ach seid doch nicht alle so kritisch über die Wirtschaftlichkeit/Funktionalität der Segmentierung. Sie stammt nicht von irgend einem politiknahmen Verein oder ist durch Steuergelder finanziert. sondern von und durch Nestle. Man kann denen viel nachsagen, aber bestimmt nicht, dass sie nicht wüssten wie man Kohle macht und wie die Welt funktioniert. Wir passen in die Segmentierung, ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht. Ist dies was Gutes? - hmm das ist ein anderes Thema.

    • clochard am 04.05.2015 14:43 Report Diesen Beitrag melden

      Schande!

      Wer dermassen gross und masslos geworden ist, wird auf Dauer ganz einfach bestimmen wie es zu laufen hat. Und genau das ist doch das gefährliche an einem Konzern wie Nestlé. Es hat absolut nichts ehrenhaftes so zu operieren. Schon gar nicht wenn man Drittwelt-Bewohnern ihr eigenes Wasser dann in Flaschen verkauft... Schande!

    • Clair am 04.05.2015 15:06 Report Diesen Beitrag melden

      Gugus Clocki

      Nun war noch nie Vorort. Möglicherweise wird das Wasser auch durch regionale Chemie und Abwässer verunreinigt und Nestle bereitet es wieder auf... Dann müsste man ja sogar fast noch Danke sagen, dass Sie denen dann das saubere Wasser wieder verkaufen

    • Timo zürcher am 04.05.2015 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das ist doch super!

      Was ist an der segmentierung schlecht? Du isst und kaufst sowiso was du willst. Aber die Konzerne (alle nicht nur nestle) unterteilen die grundgesmtheit in segmente damit sie produkte entwickeln können die jedem einzelnem besser gefallen. Was ist also schlimm wenn wir produkte erhalten die unsere Bedürfnisse erfüllen?!?

    • Pascal Pascalino Keller am 04.05.2015 21:03 Report Diesen Beitrag melden

      Boykott

      So ein Konzern MUSS boykottiert werden. Sie nehmen den ärmsten menschen der Welt noch das Trinkwasser weg und verpacken es in Flaschen. Dies wird dann so teuer verkauft das sich die einheimischen das Wasser gar nicht mehr leisten können. Man schaue auf das Produkt Pure Life. Dieser Konzern ist eine Schande der heutigen Zivilisation und vorallem eine Schande für die Schweiz

    • Tüechlidrugger am 05.05.2015 00:06 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      Ich mag den Verein auch nicht, aber das muss man ihnen lassen. Apropos (Boykott), ich denke das ist nicht der einzige multinationale Konzern welcher solche Geschäftspraktiken hat, man kann sagen es gehört zum Geschäft über Leichen zu gehen. Na ja, wie war das? "eine Jacht reicht als Statussymbol", fein dachte ich und wozu ist das gut so ein Statussymbol? Schon in den Spiegel geguckt heute? Ja? Na dann ist ja gut.

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  • Ricci Klein am 04.05.2015 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich??

    Du kaufst keine nestle produkte?? Das ist sehr sehr schwierig, denn Nestle ist der grösste Lebensmittelkonzern der Erde. 9 von 10 Mineralwassersorten gehören Nestle, Schokolade (KINDER) ist von Nestle, ja sogar Katzen und Hundefutter gibts bei Nestle... Kaum vorstellbar, dass jemand keine Nestle Produkte kauft, ob bewusst oder unbewusst. Kundensegmemtierungen sind ganz normal, jedoch wollen Menschen, die solche Kundensegmente erstellen, nicht unsere Bedürfnisse befriedigen sondern nur ihre eigenen, und ihr Bedürfnis ist Mehr geld scheffeln, wem es durch die segmentierung besser oder schlechter geht interessiert sie nicht. Und vergessen wir nicht die ganze Absprachen mit der Pharmabranche, die müssen ja auch noch leben vom kranken Menschen...

    • habi am 04.05.2015 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      ..........

      Nicht alles ist Nestlè. Nestlè gehört für mich zu den gefährlichen Grosskonzernen.

    • Andreas am 04.05.2015 13:44 Report Diesen Beitrag melden

      jetzt verstehe ich,

      warum ich mich irgendwie keiner Kategorie zuordnen kann. Das sind selbstverständlich Kategorien der Nestle-Käufer. Wenn man selbst relativ wenig oder sogar gar nichts von diesem Konzern kauft, dann steht man aussen vor.

    • Pascal Pascalino Keller am 04.05.2015 21:05 Report Diesen Beitrag melden

      Habi...

      Danke.. wenigstens jemand der weiss was hier abgeht. Dieser Konzern sollte verboten werden. Genau so auch Monsanto, BASF, Syngentha usw usw. Macht euch bitte mal ein wenig schlau über diese Firmen. Dann wisst ihr was noch auf uns zu kommt. besonders jetzt wo die EU noch 19 GVO Pflanzen bewilligt hat. Monsanto und Co reiben sich die Hände und wir werden immer kränker gemacht.

    • Tüechlidrugger am 05.05.2015 00:16 Report Diesen Beitrag melden

      Eigentlich

      Also eigentlich sind es nicht die Chemie und Lebensmittelgiganten per se, es ist die Motivation welche nicht stimmt und die stimmt nicht bloss dort nicht aber es ist eine Mächtige Branche geworden. Mein "Tüechlidrugger" Meister war Chemiker, selbst beteiligt am Aufbau dessen wenn man so will (40'er Jahre), aber sicher hinterfragte auch er die Motivation der Geschäftsleute, sein Antrieb war der Welt zu Wohlstand zu verhelfen und was ist derer? Man muss schon achtgeben dass man nicht zum Sklaven seiner eigenen Arbeit wird ("tüechlidruggen" macht da etwas mehr Sinn).

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  • Nurhausfrau die kochen kann 20:26 am 04.05.2015 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Richtigstellung

    Liebe Maria, jemand hat mit fast meinen Nick geschrieben. ( Nur Hausfrau die kochen kann.) Ich bleibe dabei dass ich keine Nestleprodukte kaufe. Gruss