Bombardier

30. Oktober 2017 12:00; Akt: 30.10.2017 12:03 Print

Neue Doppelstock-Züge haben Software-Probleme

von Stefan Ehrbar - Der Bund hat nach wie vor keine Zulassung für die neuen Züge der SBB erteilt. Beim entscheidenden Test fiel die Software durch.

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Die neuen Doppelstockzüge, die der kanadische Hersteller Bombardier für die SBB baut, kommen nicht vom Fleck. Ursprünglich war die Ablieferung für Ende 2013 geplant. Sie verzögerte sich wegen Einsprachen von Behindertenverbänden und technischer Probleme. Der Termin wurde auf Mitte 2017 verschoben, damit die SBB die Züge auf den Fahrplanwechsel Ende Jahr hätte einsetzen können. Auch daraus wurde nichts, die Zulassung wurde auf Ende Oktober angesagt.

Nun folgt die nächste Verspätung. Auch der Termin Ende Oktober ist nicht machbar, wie 20 Minuten weiss. Mitte Monat fand die sogenannte technisch-betriebliche Sicherheitsprüfung (TBS) durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) statt. Das Bestehen der Prüfung ist Voraussetzung für die Erteilung der Zulassung.

«Zug noch nicht funktionstüchtig»

Die Experten des Bundes waren nicht zufrieden. «In der Prüfung hat sich gezeigt, dass der Zug wegen Softwareproblemen noch nicht voll funktionstüchtig ist», sagt BAV-Sprecher Andreas Windlinger. Bombardier habe ein Update angekündigt. Das BAV werde die Funktionsfähigkeit der angepassten Software bei einer weiteren Sicherheitsprüfung analysieren.

Die Zulassung verschiebt sich damit um mindestens einen Monat. Der frühestmögliche Termin für eine erste, befristete Betriebsbewilligung sei nun Ende November, sagt Windlinger. Das BAV sehe nach der Dossierprüfung und den Ergebnissen der Sicherheitsprüfung eine befristete Betriebsbewilligung für kommerzielle Fahrten vor.

Nachweisdokumente liegen vor

Die werde je nach Ergebnis der Prüfungen Bedingungen und Auflagen enthalten. Die erforderlichen Nachweisdokumente von Bombardier lägen mittlerweile mit einer Ausnahme vollständig vor, sagt der Sprecher.

Bombardier-Sprecher Andreas Bonifazi sagt, es habe «einige wenige Software-Themen gegeben», die mit der neuen Version behoben würden. Die technisch-betriebliche Sicherheitsprüfung habe für die Interregio-Versionen der Züge wie geplant Mitte Oktober stattgefunden. Jene für die Intercity-Versionen und die Prüfungen für den Einsatz von zwei zusammengekoppelten Zügen seien «aus betrieblichen Gründen» auf Mitte November geplant. Bombardier erwarte die Zulassung für alle Zugstypen per Ende November.

Einsatz ab 9. April?

Wann die neuen Züge in den normalen Einsatz mit Passagieren kommen, ist unklar. Bisher rechnete die SBB laut internen Dokumenten mit einem Ersteinsatz ab dem 9. April 2018 auf der Intercity-Linie zwischen Genf Flughafen und St. Gallen. Ob die Beteiligten den Termin einhalten können, ist unklar.

Die SBB will zu konkreten Terminen keine Stellung nehmen. Die Bahn kommuniziert nur, dass sie einen Verzug bis Ende 2018 mit der späteren Ausserbetriebnahme von Rollmaterial überbrücken könne.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas der Lokomotivführer am 30.10.2017 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Stadler wäre besser gewesen.

    tja, selberschuld wenn man bei einer Kanadischen Firma kauft statt bei einem Schweizer Unternehmer....

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  • Big looser am 30.10.2017 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Äuä???!

    Sollten 2013 geliefert werden und nun, 2017 ist die Software Schrott? - Kaum zu glauben, dass diese Firma noch existiert, denn ein KMU im Softwarebereich könnte sich dies nie und nimmer leisten....

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  • Ohje am 30.10.2017 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Dies bedeuten Mehrkosten für die SBB, was wiederum Mehrkosten für die Zugfahrer/innen bedeutet. Höhere Ticketspreise absehbar, hurrah....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin L. am 31.10.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ende der Gesellschaft

    schon komisch, früher funktionierten alle Züge auch ohne Software einwandfrei. Ich staune immer noch über die Tatsache das früher das Leben auch ohne elektronischen Schnick-Schnack funktioniert hat.

    • HundertDampf am 01.11.2017 07:50 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht grundlos

      Keine selbstöffnenden Türen, maximale Geschwindigkeit von etwa 100kmh Es gibt genug Gründe warum wir heute Softwareschrott verwenden

    • leo Fink am 12.11.2017 15:08 Report Diesen Beitrag melden

      Türen? Lachhaft!

      Ach ja? Und die Reichsbahn fuhr 1937 schon planmässig 160, Stichwort Fliegender Hamburger! Und die Re 4/4 II 140 und er RAe TEE II 160! Mit automatisch schliessenden Türen!

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  • John l'Éveillé am 31.10.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfähige SBB

    SBB ist kaum fähig nur ein Tag zu verbringen ohne Pannen, Verspätungen und Probleme für die Kundschaft, nun sollen Züge fahren die VOR dem ersten Unterhalt schon nicht funktionnieren ...bei dem übrigen Material investiert SBB sowieso zu wenig im Unterhalt, deshalb die vielen täglichen Pannen!

    • leo Fink am 12.11.2017 15:10 Report Diesen Beitrag melden

      Schon was von WTO Ausschreibung gehört?

      Bombardier hat die WTO Ausschreibung gewonnen. Das haben wir den Bürgerlichen zu verdanken, dass man hier mitmachen muss und nicht wie die Amis eine Wertschöpfung von 75 Prozent im eigenen Land eingebaut hat. Andereseits hat Stadler auf diese Weise viele Ausschreibungen gewonnen!

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  • Eduard J. Belser am 30.10.2017 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Stadler auf dem Überhohlgleis

    D.h. die dringend benötigten Bombardier-Doppelstöcker werden noch weiter auf sich warten lassen und von den deutlich später bestellten Stadler Girunos überholt werden. Ich habe bei SBB historic eine Reise mit dem TEE-Zug in zu StadlerRail in Bussnang gebucht mit Besichtigung des Werks und eines fertigen Giruno Zuges. Ich freue mich darauf und bin sehr gespannt auf die neuen Gotthard-Züge Giruno.

  • Whisk am 30.10.2017 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bombardier Züge

    Der Ärger mit den neuen Doppelstock Zügen von Bombardier nimmt kein Ende. Es rächt sich nun, dass nicht Stadler zum Zug kam. Vom Gratis Zug kann man auch nichts mehr lesen für die verspätete Liegerung

    • Heinz Maier am 30.10.2017 22:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Whisk

      dass man stadler als hersteller nicht gekommen hat, hat seine ausschreibungsrechtliche richtigkeit, auch wenn ich gerne stadler züge gehabt hätte. doch was man gerne gehabt hätte, hat mit gesetzlichen grundlagen nichts zu tun. aufträge in dieser höhe werden aus gutem grund öffentlich ausgeschrieben, denn so kann die vetternwirtschaft verhindert werden.

    • Georg am 31.10.2017 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz Maier

      Oder das Lohndumping fördern.

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  • Martin am 30.10.2017 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Stadler

    Das Gejammere mann hätte Stadler Züge nehmen müssen bringt nichts. Zum einen kann es auch bei Stadler zu problemen kommen, nur weil es noch nie geschah bedeutet nicht das es nie geschehen wird. Zum andern wenn die SBB ausschliesslich Züge von Stadler kauft und Stadler fast nur noch für die SBB produziert ist das ein Klumpenrisiko das keiner der beiden Freiwillig eingeht.