Neue Love-Scam-Masche

20. März 2019 07:04; Akt: 20.03.2019 11:30 Print

Frauen mit 1000-Franken-Päckli reingelegt

Mehrere Frauen riefen 2018 die Zollverwaltung an und fragten, wo ihr teures Paket denn bleibe. Das Problem: Die Pakete wurden nie verschickt.

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Die Telefone an den drei Standorten der Auskunftszentrale des Zolls in Schaffhausen, Genf und Chiasso klingelten im vergangenen Jahr 142'357 Mal – und somit häufiger als im Vorjahr. Einige dieser Anrufe waren selbst für die Mitarbeiter der Auskunftszentrale ungewöhnlich. So riefen drei Frauen am Standort Genf an, um sich über ein angeblich beim Zoll blockiertes Paket zu erkundigen. Gemäss dem Magazin «Forum Z.» sollte jede rund 1000 Franken dafür bezahlen

Im Gespräch ergab sich dann allerdings, dass die Frauen einer Love-Scam-Masche zum Opfer gefallen waren. So gaben alle Frauen an, dass sie ein Paket ihres Liebsten erwarten würden. Gemäss «Forum Z.» war die Masche jeweils dieselbe: Die Frauen wurden über die sozialen Medien meist von einem gut situierten Mann kontaktiert. «In einem Fall gab sich der Mann als englischer Soldat aus, in einem anderen Fall als Geschäftsmann, der in Jemen in Gefahr sei, und bei einem dritten Mann sollte die Frau für ein Paket bezahlen, das für seinen kranken Sohn in Afrika bestimmt war», sagt Michael Steiner, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV).

Geld überwiesen

Der virtuelle Kontakt bestand über mehrere Wochen, manchmal sogar Monate, hinweg. In dieser Zeit wurde Vertrauen aufgebaut, zu realen Begegnungen kam es aber nicht. Schritt für Schritt verliebten sich die Frauen in ihren Internetpartner. Irgendwann wurden die Frauen gebeten, ein Paket anzunehmen. «Die Pakete sollten jeweils persönliche Gegenstände enthalten, die nicht näher beschrieben wurden», sagt Steiner. Für die Aushändigung sollten sie jedoch einen gewissen Betrag bezahlen. Die Frauen wurden gebeten, den Betrag via Geldtransfer-Service wie Western Union oder Money Gram zu bezahlen. Dies, weil der Internet-Bezahldienst via Kreditkarte angeblich nicht funktioniere.

Die Mitarbeiter der Auskunftszentrale klärten die Frauen im Gespräch auf und rieten ihnen, sich an die Polizei zu wenden. Laut Steiner gab es bereits in der Vergangenheit Betrugsmaschen, in denen die Eidgenössische Zollverwaltung eine Rolle spielte. «Doch dieses Love-Scam-Phänomen war selbst für uns neu.»

(qll)